Special: IAA Nutzfahrzeuge
Elektronische Schutzengel für den Fahrer

Sicherheitssysteme für LKW helfen in kritischen Situationen und können Unfälle verhindern. Neue Ideen werden auf der IAA vorgestellt.

DÜSSELDORF. Ein kurzer Augenblick der Unaufmerksamkeit kann gefährliche Folgen haben. Im Jahr 2004 war in Deutschland bei mehr als 40 000 Unfällen mit Personenschäden ein LKW beteiligt. Dabei wurden 50 000 Menschen verletzt, fast 1 300 starben. Selbst wenn bei einem Unfall keine Menschen zu Schaden kommen, entstehen oft Reparaturkosten im höheren fünfstelligen Bereich. "Dazu kommen volkswirtschaftliche Schäden zum Beispiel durch stundenlange Staus auf Fernstraßen", sagt Andreas Renschler, Vorstandsmitglied der Daimler-Chrysler Truck Group und Omnibusse. Zahlreiche elektronische Helfer könnten die Unfallgefahr verringern. Mit dem jüngst präsentierten "Safety Truck" wollen die Stuttgarter das Fahren sicherer machen - er ist gespickt mit Assistenzsystemen.

Der Spurassistent beispielsweise passt auf, dass der Wagen innerhalb der Fahrbahnmarkierung bleibt. Eine kleine Kamera hinter der Windschutzscheibe erfasst die Fahrbahn. Schert der LKW aus, ohne den Blinker zu setzen, knattert es aus dem Radio-Lautsprecher. Der Fahrer lenkt intuitiv in die Gegenrichtung.

Dass auch bei langen, monotonen Fahrten der Abstand zum Vordermann stets gleich bleibt, ist Aufgabe des Abstands-Regel-Tempomats. Brandneu ist die Weiterentwicklung dieses Assistenten: Der Notbremsassistent Active Brake Assist leitet bei akuter Gefahr eines Auffahrunfalls selbstständig eine Vollbremsung ein. Mit Radar misst er die vor dem LKW fahrenden Hindernisse und ermittelt fortlaufend die Differenz-Geschwindigkeit. Kommt das vordere Objekt zu nahe, sendet er optische und akustische Signale. Reagiert der Fahrer nicht, leitet der Assistent eine Bremsung ein. "Er kann Unfälle zwar nicht immer verhindern, jedoch verringert er die Kollisions-Geschwindigkeit und damit die Schwere von Unfallfolgen erheblich", so Renschler.

Aktive und passive Systeme sorgen seit ein paar Jahren für mehr Sicherheit im LKW. "Die aktiven warnen den Fahrer und können sogar in den Fahrzeugbetrieb eingreifen", erläutert Eberhard Hipp, Leiter der Vorentwicklung bei MAN Nutzfahrzeuge. Passive Systeme mindern Unfallfolgen. Dazu gehören beispielsweise eine "weiche Schnauze" oder ein Unterfahrschutz, der verhindert, dass ein Auto bei einem Unfall unter den Lastwagen gerät.

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