Sportmodell CD 02 soll in Serie gehen
Bitter fährt wieder vor

Der Autokonstrukteur Erich Bitter will im kommenden Jahr die Serienproduktion seines hoch gelobten neuen Sportwagens Bitter CD 02 aufnehmen.

HB FRANKFURT. Wie Bitter am Mittwoch auf der Automesse IAA in Frankfurt mitteilte, hat er einen Investor gefunden, der die Produktion tragen wolle. „Wir sind uns einig“, sagte Bitter. An einem Produktionsstandort in Thüringen sollen künftig pro Jahr rund 50 Bitter CD 02 zum Preis von je 110.000 Euro entstehen. Erste Kunden seien schon gewonnen, berichtete er auf der Messe.

» Bildergalerie:  Neu, zukunftsweisend und nicht in Serie: Die aufregendsten Concept Cars und schönsten internationalen Designstudien.

Vor 25 Jahren waren die Autos von Erich Bitter Kult. Der Bitter CD und der Bitter SC standen in den Garagen von Fußball-Stars wie Paul Breitner und Karl-Heinz Rummenigge, aber auch von Schlagersänger Heino oder Howard Carpendale. Schlichte, elegante und große Sportwagen baute der heute 72 Jahre alte Bitter auf der Basis solider Technik der großen Opel-Modelle Diplomat und Senator. Doch als Opel sich aus der Oberklasse abmeldete, brach Bitter die diese Basis weg. Es gab keine Fahrgestelle und großvolumige Motoren mehr. Er musste die Produktion Ende der 80er Jahre aufgeben.

Erich Bitter zog mit seiner Firma nach Braunschweig und baute die nächsten 16 Jahre im Auftrag von VW Prototypen. Das hat jetzt ein Ende: Der Betrieb soll nach Thüringen verlagert werden, und wieder eigene Wagen bauen. „Die Arbeit für VW hat Spaß gemacht, aber es macht mehr Spaß, eigene Wagen zu bauen.“ Den Namen des Investors will Bitter im Oktober in Eisenach bekannt geben. Die Serienproduktion überwacht er persönlich. „Jeder meiner Kunden kann mich jederzeit anrufen“, verspricht er.

GM-Technik unter dem Kleid

Den ersten Bitter CD verkaufte der Autobauer nach dem Ende seiner Karriere als Radrennfahrer 1973. Die Idee war einfach: Bitter nahm die erprobte Opel-Technik mit ihren mächtigen 8-Zylinder- und 6-Zylinder-Motoren der Oberklasse und setzte neue, schnittige Karosserien obendrauf. Der Bitter CD baute auf dem Opel Diplomat auf; CD stand für Coupe Diplomat. Der Nachfolger SC beruhte auf dem Senator. Bis zur Einstellung 1988 entstanden 396 Bitter CD und fast 500 SC.

Vom neuen Modell CD 02 muss Bitter nach eigenen Angaben nur 150 Stück absetzen, um in die Gewinnzone zu kommen. Er setzt auf einen Außenhaut aus Karbonfasern, die einfacher herzustellen sei als ein Blechkleid.

Das erste Mal wurde der Wagen 2003 beim Genfer Autosalon vorgestellt und stieß bei Fachmagazinen und Besuchern auf Begeisterung. Bitter hat wieder ein erprobtes Modell von General Motors als Grundlage genommen, diesmal aus der US-Produktlinie: Das Sport-Coupe mit 400 PS und einem V8-Motor wird auf Basis eines Pontiac GTO gebaut. Aber alles, was der Kunde sehen und fühlen kann ist neu und anders als in dem US-Auto: Dickes Rindsleder aus Italien, Olivenholz.

„Ich bin für Einfachheit“, sagte Bitter und verzichtet auf zusätzlichen elektronischen Schnickschnack. Hauptsache, das Auto fährt zuverlässig und sieht gut aus. Und das tut der CD 02 offenbar: Das in Frankfurt ausgestellte Fahrzeug ist eines von drei bisher produzierten Modellen und hat schon 40.000 Kilometer auf dem Zähler, sagte Bitter. „Der wird nicht in Watte verpackt“, lacht der Namensgeber.

» Fotostrecke:  Neuheiten auf der 61. IAA in Frankfurt

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%