Sprachsoftware
Das Navi hört aufs Wort

Autofahrer können sich künftig mit ihren Navigationsgeräten unterhalten: Moderne Sprachsoftware ermöglicht die verbale Steuerung. Auch für andere Anwendungen arbeiten Unternehmen an Sprachsoftware: Die Technik gilt als der Wegbereiter für das Geschäft mit dem mobilen Internet.
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DÜSSELDORF. Sprachsteuerung macht das Autofahren sicherer: Wenn ein Fahrer sich ein neues Ziel überlegt, soll er künftig das Navi nicht mehr per Hand neu programmieren, sondern dies per Sprache erledigen. Das ist nicht nur einfacher, sondern reduziert auch die Unfallgefahr, wie Studien belegen. Erste Geräte sind auf dem Markt. Zunächst sind zwar nur teure Modelle mit der Sprachsteuerung ausgestattet, doch es wird nicht lange dauern, dann werden alle Geräte per Zuruf funktionieren.

Das Geschäft mit der Sprachsteuerung ist den Kinderschuhen entwachsen. Die Technik ist inzwischen so ausgereift, dass auch immer mehr Handyhersteller diese nutzen, um die Bedienung ihrer mobilen Geräte zu erleichtern. Marktführer bei der Sprachanalysetechnik ist Nuance. Das US-Unternehmen hat über Jahre zusammengekauft, was an Technik verfügbar war. Selbst die Pioniere der Sprachverarbeitung IBM und Philips haben Entwicklungen an Nuance verkauft, so dass die Firma zurzeit keine nennenswerte Konkurrenz hat. Doch das könnte sich ändern. Im Verborgenen entwickeln auch Microsoft, Yahoo und Google solche Programme. Die Technik gilt als der Wegbereiter für das Geschäft mit dem mobilen Internet.

Seit mehr als zehn Jahren sagen Marktforscher der Sprachverarbeitung eine wachsende Bedeutung voraus. Die ersten Programme sollten diktierte Texte in Schrift umwandeln und so das Schreiben am PC erleichtern, später sollten sie per Sprache Menüs von Computern steuern. Doch die Technik war lange Zeit nicht leistungsfähig genug. Vor allem die Sprachanalyse machte Probleme.

Heute werden Diktierprogramme nur noch in der Medizin und in Rechtsanwaltskanzleien genutzt. Da hier die Zahl der verwendeten Begriffe überschaubar ist, funktioniert die Spezialsoftware für diese Bereiche meist gut. Da es sich bei den Programmen um Nischenprodukte handelt, gibt es hier nur noch einen ernstzunehmenden Anbieter – und das ist Nuance. Philips Speech Recognition Systems, den letzten Konkurrenten in diesem Bereich, haben die Amerikaner im Oktober vergangenen Jahres übernommen.

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