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S-Klasse mit Crash-Test-Problemen

Acht Jahre nach der missglückten Markteinführung der A-Klasse hat Mercedes-Benz erneut Probleme mit einem Sicherheitstest. Diesmal geht es um die neue S-Klasse, die von dem Unternehmen mit Slogans wie "Unsere Vision: das unfallfreie Fahren" beworben wird.

HB DÜSSELDORF. Tatsächlich hat das Nobel-Fahrzeug beim Test eines Bremsmanövers bei Nebel in der Crash-Halle von Daimler-Benz nicht rechtzeitig gestoppt.

Ein Kamerateam von Stern TV filmte am vergangenen Freitag, wie das Oberklassen-Fahrzeug in das Ende eines simulierten Staus hineinfuhr, obwohl die Sicherheitseinrichtungen des Wagens genau das verhindern sollten. Bilder der Karambolage zeigt Stern TV am Mittwoch bei RTL.

Daimler: System funktioniert

Ein Sprecher der Mercedes Car Group sagte dazu, der Autokonzern habe Stern TV und „Auto Bild“ selber zu dem Test eingeladen. Um gute Dreh-Bedingungen mit künstlichen Nebel zu schaffen, habe man die Aktion in der so genannten Crash-Halle stattfinden lassen. Dort seien aber die Radarstrahlen der Sicherheitssysteme durch den ungewöhnlich hohen Metallanteil in der Halle (u.a. Rückwand aus Metall) abgelenkt worden, so dass die Systeme nicht einwandfrei funktioniert hätten.

Die Sicherheits-Systeme BAS Plus und Distronic Plus hätten bei hunderttausenden Testkilometern auf Straßen und auch in Tunneln einwandfrei funktioniert. Außerdem seien tausende Autos mit dieser Ausstattung bereits ohne Probleme im Markt.

Ein Sprecher von „Auto Bild“ sagte der dpa, die Sicherheitseinrichtungen hätten bei mehreren Tests der Zeitung außerhalb der Halle einwandfrei funktioniert.

Marktanteil von 50 Prozent im Premium-Segment

Den Einstieg in die S-Klasse markiert der mit einem V6-Benziner bestückte Mercedes S 350 zu Preisen ab 70 760 Euro. Das Triebwerk leistet 272 PS und soll mit gut zehn Litern auf hundert Kilometern rund einen Liter weniger Kraftstoff verbrauchen als das Vorgängeraggregat. Das Spitzenmodell der S-Klasse, der Zwölfzylinder-Biturbo-Motor im S 600, leistet 517 PS. Das maximale Drehmoment soll 830 Nm betragen. Der S 500 kostet mindestens 89 670 Euro, die Langversion ist 5 570 Euro teurer.

Mercedes-Benz will im nächsten Jahr weltweit mindestens 65 000 Fahrzeuge der neuen S-Klasse absetzen. In Deutschland, dem weltweit nach den USA zweitgrößten Mercedes-Absatzmarkt, wollten die Stuttgarter rund 26 000 Fahrzeuge der S-Klasse verkaufen, berichtete kürzlich die "Automobilwoche" unter Berufung auf Konzernkreise. 2004 hatte Daimler-Chrysler laut Bericht weltweit 58 000 S-Klassen verkauft.

Der Leiter des Produktmanagements S-Klasse, Joachim Kramer, hatte in dieser Woche der dpa für den Absatz ähnliche Größenordnungen bestätigt. Man habe gute Chancen, wieder einen Marktanteil von rund 50 Prozent im Premium-Segment zu erreichen. Dies könnte bei einem erwarteten Marktvolumen von 155 000 Autos sogar 70 000 bis 80 000 S-Klassen für Mercedes bedeuten. Die jährliche Produktionskapazität für das Flaggschiff der Stuttgarter, das in Sindelfingen gebaut wird, liegt bei rund 88 000 Fahrzeugen.

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