Stolzer Preis für den Segway i2: 5 790 Euro: Wie auf einer Jolle in schwerer See

Stolzer Preis für den Segway i2: 5 790 Euro
Wie auf einer Jolle in schwerer See

Bei einer Probefahrt mit dem High-Tech-Roller Segway i2 aus den USA, kam Wirtschaftswoche-Tester Franz Rother ordentlich ins Schwitzen. So viele Tücken hatte er noch bei keinem Gefährt zu meistern gehabt.
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Ich habe schon einen Rennwagen gelenkt, mich mit einem Elektroauto durch den Großstadtverkehr gekämpft und ein Solarmobil Probe gefahren. Ich bin auf Inlinern gerollt, habe mich mit einem Leichtkraftrad überschlagen und versucht, ein Mountainbike verletzungsfrei auf dem Hinterrad zu balancieren.

Kurzum: Als Testfahrer bin ich einiges gewohnt. Nun also dieses: Ein High-Tech-Roller mit zwei parallelen Rädern, einem Elektromotor und einem Fahrradlenker, der auf Druck reagiert. Segway heißt das einachsige Gefährt, das in den Vereinigten Staaten vier Jahre nach dem Verkaufsstart bereits Kult sein soll und nun auch in Deutschland viele Käufer zu finden hofft - zum stolzen Preis von 5 790 Euro.

Der brandneue i2, den mir ein Mitarbeiter von Segway Deutschland auf einem abgesperrten Großparkplatz in die Hand drückt, ist mattschwarz lackiert, mit einigen hübschen Applikationen aus Aluminium. Spontan setze ich meinen rechten Fuß auf die gummierte Standfläche, doch Dennis Schraml, der mir als Fahrlehrer zur Seite gestellt wurde, bremst meinen Eifer: Erst nach Aufsetzen eines Schutzhelms gibt er grünes Licht für die Probefahrt. Denn ganz so einfach und ungefährlich wie es scheint, ist es nicht, einen Segway zu fahren.

Kaum dass der Trainer den i2 freigegeben hat, fängt er auch schon an zu rollen. Dabei habe ich nichts anderes getan, als die Lenkstange leicht nach vorne zu drücken. Erschrocken ziehe ich meine Hände zurück - worauf der Segway in den Rückwärtsgang schaltet. Wieder vor, dann zurück: Ich komme mir vor, wie auf einer Jolle in schwerer See. Die vier Gewichtssensoren und fünf Kreisel unter meinen Füßen und in der neuen, "LeanSteer" genannten beweglichen Lenkstange registrieren jede winzige Gewichtsverlagerung, der angeschlossene Bordcomputer setzt sie unmittelbar in Steuerungssignale um. Ich brauche gefühlte zwei Minuten, um die Balance zu finden. Dann drücke ich die Lenkstange mit meinem Körpergewicht nach vorn - und ab geht die Post.

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