Strategischer Partner VW
Ära ohne Öl

Der deutsche Volkswagen-Konzern ist in Sachen Hybridtechnik ein Spätzünder. Erst im vergangenen September akzeptierten die Wolfsburger zähneknirschend den von den Japanern gesetzten Trend. Was sie an wertvoller Zeit verloren haben, wollen sie nun durch eine strategische Partnerschaft wettmachen:
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Der VW Touran Hybrid soll zusammen mit dem Joint-Venture-Partner Shanghai Automotive Industry Corp. (SAIC) entwickelt werden und so auf dem weltgrößten Wachstumsmarkt mit Heimvorteil starten. Bis zu den Olympischen Spielen 2008 soll der auf dem Modell Touran entwickelte Hybrid-Minivan serienreif sein.

Und auch bei der Technologie für die Autos der übernächsten Generation will VW sich an die Chinesen hängen: Das Unternehmen kooperiert mit der Shanghaier Tongji-Universität bei der Entwicklung von Wasserstoffautos. Kein Land der Welt braucht die Wasserstofftechnologie notwendiger als China, wo die Städte im Smog ersticken und die Ölversorgung unsicher ist. Da die Volksrepublik kaum über eigene Ölvorkommen verfügt, müssen mehr als 40 Prozent des Erdöls importiert werden; 2020 dürften es 60 Prozent sein. Da herkömmliche Hybridautos das Problem zwar verringern, aber nicht lösen können, versucht China, zu einem Pionier der so genannten postfossilen Autoindustrie zu werden: Seit 2003 arbeitet Shanghai Fuel Cell Vehicle Powertrain, eine Unternehmensausgründung der Shanghaier Tongji-Universität, an der Entwicklung eines Brennstoffzellenautos.

Das Projekt wird als eines der zwölf nationalen Schlüsselprojekte des vergangenen Fünfjahresplans mit umgerechnet 4,6 Millionen Euro von der Regierung unterstützt und vom ehemaligen Audi-Spitzeningenieur Wan Gang geleitet, der gleichzeitig Tongji-Präsident ist und im Aufsichtsrat von ThyssenKrupp sitzt.

Zehn Prototypen gibt es bereits; 2008 sollen es 100 sein. "Hinter den westlichen Ländern haben wir im konventionellen Autobau 20 Jahre Rückstand, aber bei Wasserstoffautos liegen wir nur fünf Jahre zurück", sagt Sun Zechang, Vizedirektor des Clean Energy Automotive Engineering Centers an der Tongji-Universität.

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