Test + Technik

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Subaru BRZ im Handelsblatt Autotest: Der beste Boxer, den Porsche nie gebaut hat

Kein Turbo, kein Kompressor, und Leistung, die heute auch Kombis bieten. Das soll ein Sportwagen sein? Der Subaru BRZ liefert keine Superlative, das japanische Sportcoupé begeistert aber durch ungefilterten Fahrspaß.

Klein, schwarz, stark: Der Espresso unter den aktuellen Sportcoupes heißt Subaru BRZ oder Toyota GT 86. Quelle: Sebastian Schaal
Klein, schwarz, stark: Der Espresso unter den aktuellen Sportcoupes heißt Subaru BRZ oder Toyota GT 86. Quelle: Sebastian Schaal

DüsseldorfDiese neuen kleinen Sportcoupés aus Japan sind ein Phänomen: Toyota GT 86 und Subaru BRZ, die beiden fast baugleichen 200-PS-Boxer, bieten keinerlei Superlative, und fahren bei den Vorbestellungen und Verkäufen im Sportwagen-Segment allen Konkurrenten auf und davon. Ohne Turbo, ohne Kompressor, und mit einer Leistung, die heute auch etliche Kombis bieten. Moment mal, das wollen Sportwagen sein? Spitze 230 km/h und ein Beschleunigungswert von 7,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h sind doch keine Sensationen! Dennoch begeistern Toyota GT 86 und Subaru BRZ auch Profi-Racer und Petrolheads wie Tim Schrick und Chris Harris. Was ist dran, an der Faszination BRZ?

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Der Subaru BRZ R im Detail "Gib Gas, ich will Spaß!"

  • Der Subaru BRZ R im Detail: "Gib Gas, ich will Spaß!"
  • Der Subaru BRZ R im Detail: "Gib Gas, ich will Spaß!"
  • Der Subaru BRZ R im Detail: "Gib Gas, ich will Spaß!"
  • Der Subaru BRZ R im Detail: "Gib Gas, ich will Spaß!"

Ein bezahlbarer Sportwagen, der einfach nur Spaß macht, und auf den ganzen Assistenzkram verzichtet, welcher unsere Autos so schwer und teuer macht. Flach ist er, leicht, gut ausbalanciert, nicht zu schwach, nicht zu stark, - und nicht zu teuer. Ein schöner Traum, vor allem vieler junger Autofahrer. Dass Porsche uns sowas erst ankündigt und dann platzen lässt macht aber nix, denn Subaru hat mit dem BRZ genau das oben beschriebene Objekt der Begierde gebaut.

Schwarzes Leder und rote Ziernähte machen noch keinen Sportwagen. Tiefe Schalensitze, knackige Schaltung, niedriger Schwerpunkt, präzise Lenkung und Hochdrehzahl-Boxermotor aber schon. Quelle: Sebastian Schaal
Schwarzes Leder und rote Ziernähte machen noch keinen Sportwagen. Tiefe Schalensitze, knackige Schaltung, niedriger Schwerpunkt, präzise Lenkung und Hochdrehzahl-Boxermotor aber schon. Quelle: Sebastian Schaal

Die technischen Daten des schwarzen Testwagens namens BRZ R versprechen zwar zunächst keine Sensationen, aber wie sich später herausstellt, braucht Subaru keine Superlative, um ein Maximum an Fahrspaß zu bieten. Der Vierzylinder-16-Ventiler hat zwei Liter Hubraum und ist in extrem flacher Boxerbauweise konzipiert. Er schafft 200 PS bei 7.000 Umdrehungen in der Minute (U/Min), was für 230 km/h Spitze und 7,6 Sekunden für den Sprint von Null auf 100 km/h reicht.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Subaru BRZ

  • Was sagt der Nachbar?

    Die Optik ist ein Knaller, der Nachbar reckt den Daumen hoch. Den Unterschied zwischen Toyota GT 86 und Subaru BRZ kennt er gar nicht. Aber der flache schwarze Flitzer gefällt.

  • Wie "grün" ist das Fahrzeug?

    Der Motor ruft: "Gib Gas, ich will Spaß!" und dreht bis 7.600 U/Min, kurz vorher wird geschaltet. Kein Auto für Spritsparer. Der Testverbrauch liegt zwischen 9 und 11 Liter Super.

  • Kein Motor wie die anderen?

    Die technische Besonderheit eines Boxers im Vergleich zu einem (meist stehenden) Reihenmotor oder einem V-Triebwerk liegt in der Kurbelwelle. Die stellt beim (meist liegenden) Boxer für jedes Pleuel einen eigenen Hubzapfen bereit. Das steigert zwar den technischen Aufwand, verbessert dafür aber die Steifigkeit der Welle. Dadurch ist ein Boxer laufruhiger und drehfreudiger als andere Motorenkonzepte.

  • Ist er es wert?

    Ja, aber das Spaßmobil ist kein Schnäppchen. Für 31.000 Euro ist der Testwagen komplett ausgestattet, verzichtet aber auf Pseudotechnik, Assistenzkram und Optik-Schnickschnack. Nutzwert bietet der Subaru im Alltag wenig.

  • Wie fühlt er sich an?

    Ältere Semester, die es tief, hart, und ehrlich mögen, werden vom reinen Fahrvergnügen beeindruckt sein. Sie müssen beim Aussteigen aber extra Schwung holen, und werden wohl leicht ächzen. Denn auch der Fahrersitz wurde für einen der guten Straßenlage untergeordneten niedrigen Schwerpunkt optimiert. Auf flotter Kurvenfahrt ist das aber schnell vergessen.

  • Was nervt?

    Das Drehmoment ist mit 205 Nm wirklich schmalbrüstig, im unteren Drehzahlbereich wünscht man sich einen Kompressor, oben raus einen Turbo und einen flotteren 6. Gang.

  • Das schönste Detail?

    Das angedeutete Ausbrechen des Hecks in flotten Kurven, das sich mittels Gasfuß und Lenkung mit viel Spaß kontrollieren lässt.

  • Wofür steht eigentlich BRZ?

    Boxer, Rear-Wheel-Drive, Zenith. Wobei Zenith kein technischer Begriff ist, sondern das Selbstbewusstsein von Marketing oder Ingenieuren zum Ausdruck bringt, dass es besser angeblich nicht geht.

Zusammen mit speziell für einen leichten Sportwagen modifiziertem Fahrwerk, super-präziser Lenkung, ehrlicher Sechsgang-Handschaltung und engen Schalensitzen steckt die Technik in einem aufregend gestylten Blechkleid mit kurzem Heck und langer Schnauze. Eine dynamische Form, die sich niedrig auf den Asphalt duckt, wie zum Angriff auf größere Sportwagen bereit.

Fast jedes Detail am Kompaktsportler wollen die Ingenieure auf möglichst flachen, tief platzierten Einbau hin optimiert haben. Die Operation ist gelungen: Der Fahrer spürt den niedrigen Schwerpunkt ab der ersten Kurve, denn ab dem Zeitpunkt möchte er nicht mehr aufhören, im BRZ Kurven zu fahren. Endlich mal ein Hersteller, der seinen Werbeclaim („Confidence in Motion“) in die Tat umgesetzt. Der Fahrspaß darf als gesicherte Erkenntnis gelten, weil der BRZ im 14-tägigen Intensivtest keine einzige böse Überraschung zeigt.

Verzicht auf martialische Optik: Das Spoilerwerk des Subaru BRZ ist dezent, die wunderbar flache Silhouette duckt sich niedrig auf den Asphalt. Quelle: Sebastian Schaal
Verzicht auf martialische Optik: Das Spoilerwerk des Subaru BRZ ist dezent, die wunderbar flache Silhouette duckt sich niedrig auf den Asphalt. Quelle: Sebastian Schaal

Die Lenkung reagiert überaus direkt und zielgenau, die Schaltwege sind so kurz und knackig, dass man die Paddles am Lenkrad gar nicht vermisst. Es gibt sie aber zumindest als Option, in Kombination mit einer 6-Gang-Automatik, von deren Behäbigkeit man aber abraten muss.

Die Kupplung des Testwagens präsentiert sich hart, aber herzlich. Außerdem braucht der Subaru beim flotten Start auch einen beherzten Gasstoß. Will man beim Ampelstart nicht vergeigen, sollte man also ein bisschen üben. Auch deswegen, weil man sehr plötzlich gezwungen ist, zu schalten. Gerade weil sich unterhalb von 3.000 Umdrehungen nur wenig abspielt, ist die Überraschung groß, wie schnell der BRZ dass Drehzahlband ab 4.000 bis rund 7.500 U/Min durcheilt und bei 7.600 in den elektronischen Begrenzer knallt.

  • 24.04.2013, 22:26 UhrGast

    Die Coupes der 90iger konnten das besser als der GT86/BRZ.
    Ich hatte z.b. einen Ford Probe 2,5V6.1280kg!!!!8-11L Super,Seidenweicher lauf und mit Bumms aus dem Drehzahlkeller.Ab 900U/min im 5.Gang bei 35km/h beschleunigen,kein Problem.
    8sec auf 100,227km/h (Tacho war auch genauer 240) getestet(220km/h im Schein)und das mit nur 163PS!
    für 27tEuro.Zwar Frontantrieb,aber flach,Durchzugsstark und Gokartfeeling.oder der Corrado VR6,
    Calibra Turbo4x4,das waren noch gute Autos,das hier ist gewollt und nicht gelassen,Subaru muß ja SUV´s besser verkaufen.Und real 9-11LSuper Plus!!!! ist der hammer,wo ist da der Fortschritt,der hat einen Gang mehr!!!

  • 25.10.2012, 22:49 UhrMausbieber

    Mein schönster Porsche war ein 82er Targa G-Type.
    Beschleunigung von 0 auf 100 in 5,2 s mit 230 PS und irgendwas um die 1100 kg. Heute schaffen die neuen "normalen" Modelle auch keine besseren Werte. Ausserdem war im meinem letzen Boxter kein Sperrdifferenzial zu bekommen. Porsche nur noch Autos die auch Frauen fahren können und wollen. Aber bei BMW ist es ja noch schlimmer, die haben dies bescheuerten Brems-Assis nur eingebaut weil Frauen nicht Bremsen können. Und diese elenden Zenon-Lampen die mich ständig blenden brauchen auch nur Frauen (und vielleicht Rentner und Drängeler). Nun so ein "Reiskocher" mit Differenzial könnte langsam durchaus interessant für mich werden.

  • 25.10.2012, 22:14 UhrGausN

    Jo! Damals wie heute sind die Asiaten in diesem Segment einfach besser.
    Ich fuhr den Honda VTi(grün) mit 160 PS und abnehmbaren Dach.
    Klar lachten die Porscheleute, aber für mich war Preis/Leistung damals wie heute maßgebend.
    PS: Fahre nun eine gelbe Corvette C6 - Porsche kann mich mal.

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