Suzuki GSX-S 1000
Pures Motorraderlebnis für erfahrene Fahrer

Mit dem sehr reduziert aufgebauten Roadster GSX-S 1000 präsentiert Suzuki eine bemerkenswerte Antwort auf die Herausforderung durch die europäischen Power-Nakeds. Aber akzeptiert der Markt diese Modellausrichtung?
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Im zerklüfteten Hinterland der südspanischen Costa Blanca  vibriert die Luft: Immer wieder huschen Blau lackierte Motorräder über die kurvenreichen Straßen, pfeilen von einer Biegung zur nächsten. Die Motoren entwickeln einen dumpfen, von gewaltiger Kraftentwicklung kündenden Sound. Als erster japanischer Hersteller antwortet Suzuki hier mit der GSX-S 1000 auf die Herausforderung durch BMW, Ducati und KTM.

Die drei europäischen Marken haben allesamt im letzten Jahr 135 bis 175 PS starke Nakedbikes mit kaum über 200 Kilogramm Gewicht herausgebracht. Doch während die europäischen Motorräder durch und durch elektronisiert sind, übt sich Suzuki in Zurückhaltung: Ein ABS und eine sehr gut arbeitende Traktionskontrolle sind die einzigen High-Tech-Features.

Das erste Gaswegnehmen in einer Dritter-Gang-Kurve überrascht: Der Lastwechsel beim „Gas zu – Gas auf“ ist unerwartet kräftig; hart, ja sogar ruppig geht der 107 kW/145 PS starke Reihenvierzylinder ans Gas und verhagelt damit die Linie in der Biegung. Bin ich an diesem Tag Grobmotoriker, unfähig, den Gasgriff sanft zu handhaben? Längst benehmen sich selbst deutlich leistungsstärkere Motorräder auch mit elektronisch übermittelten Gasbefehlen sanft wie Lämmchen, wenn gewünscht. Was ist hier los?

Des Rätsels Lösung: Suzuki verzichtet bei der GSX-S 1000 weitestgehend auf den Einsatz von Elektronik. Ride-by-wire, wählbare Motormappings, einen Quickshifter, ein semiaktives Fahrwerkssystem, Kurven-ABS gar – alle diese Goodies liefert dieses Japan-Bike genauso wenig wie LED-Scheinwerfer oder ein schlüsselloses Startsystem.

„Wir wollen ein pures, unverfälschtes Motorraderlebnis bieten, das sich an erfahrene Fahrer im Alter von 40 Plus wendet“, ist vom Hersteller zu hören. Die sehr direkte Gasannahme gehöre zu diesem Paket wie auch die bewusst nicht linear verlaufende Leistungskurve: Oberhalb von 6.500 Umdrehungen wird nämlich eine Art Nachbrenner gezündet, der dem Fahrer die Arme aus dem Schultergelenk zu reißen droht.

Trotz einer Minderleistung von 15 PS gegenüber der BMW S 1000 R, der momentanen Benchmark dieses Segments, will Suzuki dieselben Beschleunigungswerte realisiert haben. In der Tat: Die GSX-S 1000 geht brachial voran. Aber selbst erfahrenen Piloten helfen eine kleine Modifikation am Gasgriff und 200 Landstraßenkilometer, um sich an diese Suzi zu gewöhnen.

Ist diese Hürde also genommen, erweist sich die GSX-S 1000 als ausgesprochen angenehmes Bike: Der Vierzylinder agiert kraftvoll und kultiviert gleichermaßen, ist elastisch und drehfreudig. Zudem ist er mit einem Testverbrauch von 5,4 Litern/100 Kilometer bei sehr flotter Land- und Bergstraßenfahrt sparsam.

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Pures Motorraderlebnis für erfahrene Fahrer

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Zurückhaltung prägt viele Bauteile

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Technische Daten

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