Technik im Detail
Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Reifen

Von A wie Abrieb bis Z wie Zusammenbau.

Aus welchen Materialien besteht ein Reifen?

Ein Reifen besteht aus natürlichem und künstlichem Kautschuk (rund 41 Prozent), aus Chemikalien (etwa fünf Prozent), aus Weichmachern, Ölen und Harzen (insgesamt gut neun Prozent), aus Füllstoffen wie Ruß oder Silica (circa 28 Prozent) sowie aus Festigkeitsträgern wie Stahl, Nylon und Cord (ungefähr 17 Prozent).

Was ist Silica ?

Silica ist eine Bezeichnung für das Salz der Kieselsäure. Dieses weiße Pulver wiederum ist ein wichtiger Bestandteil der Gummi-Mischung für den Laufstreifen des Reifens. Diese Mischung enthält 21 Bestandteile, die je nach Reifenart und Einsatzgebiet erheblich variieren. So enthalten zum Beispiel Winterreifen verschiedene Naturkautschuke, weil sie Kälte besser vertragen als künstliche Kautschuke (so genannte Polymere). Jede Gummimischung benötigt einen bindenden Füllstoff, der verhindert, dass der Reifen später beim Bremsen bröselt wie ein Radiergummi. Lange Zeit wurde dafür Ruß eingesetzt. Daher waren Reifen immer schwarz. Heute setzen die Reifen-Hersteller insbesondere bei Winterreifen verstärkt Silica statt Ruß ein. Denn Kieselsäure verstärkt das Netz der Verbindungen zwischen den einzelnen Bestandteilen der Gummi- Mischung. Im Vergleich zur herkömmlichen Struktur mit zwei Verbindungsknoten zwischen Schwefel und Kohlenstoff erhöht die Drei-Knoten- Struktur aus Silica, Schwefel und Kohlenstoff die Festigkeit des Materials.

Dadurch wird der Abrieb des Reifens gesenkt und seine Laufleistung erhöht. Durch die erhöhte Festigkeit kann die Mischung auch weicher ausgelegt werden, wodurch der Reifen besser auf der Fahrbahn haftet. Dies ist besonders im Winter vorteilhaft, wenn die Temperaturen auf sieben Grad Celsius und darunter fallen. Im Vergleich zu einem Sommerreifen bleibt die Mischung eines Winterreifens dann weich, weil ihr ein guter Schuss beispielsweise von Rapsöl beigemengt wurde. Die Mischung des Sommerreifens hingegen verhärtet und verliert an Flexibilität. Daher bremst und kurvt er im Winter deutlich schlechter als im Sommer.

Was bedeutet Abrieb ?

Während der Fahrt reibt sich der Reifen ständig unter hohem Gewichtsdruck an der Fahrbahn. Dadurch verschleißt sein Oberflächenmaterial, das heißt, es wird mit der Zeit abgerieben. Dies ist gut an der abnehmenden Tiefe des Profils zu erkennen. Je fester die Gummimischung ausgelegt ist, desto geringer ist der Abrieb. Stimmen die Achseinstellungen und funktionieren Bremsanlage und Federung, dann erfolgt der Abrieb gleichmäßig. Andernfalls werden die Reifen ungleichmäßig verschleißen.

Aus welchen Bauteilen besteht ein Reifen?

Ein so genannter Radialreifen setzt sich aus folgenden Hauptelementen zusammen:
? Der Reifenkern
? Die Kernreiter
? Die Reifenwulste
? Die Karkasse
? Der Stahlgürtel
? Die Nylonbandage
? Die Querlamellen für bessere Bodenhaftung bei Nässe
? Die Drainage-Rillen zur besseren Entwässerung während der Fahrt
? Die Längslamellen
? Das durchgehende Profil für eine größere Laufruhe
? Die Bodenaufstandsfläche, auch Laufstreifen genannt
? Die Reifenschulter
? Die Reifenflanke

Der Reifenwulst sorgt dafür, dass der Reifen fest auf der Felge sitzt. Um diese Aufgabe erfüllen zu können, sind in den Reifenwulst ein oder mehrere zugfeste Drahtkerne eingebettet. Sie verhindern ein Dehnen des Reifens. Bei schlauchlosen Pneus dichtet die Reifenwulst die eingeschlossene Luft gegenüber der Umgebung ab.

Seine Festigkeit erhält ein Reifen in erster Linie durch den Gewebe- Unterbau, auch Karkasse genannt. Die Karkasse besteht aus einer oder mehreren Gewebelagen aus Cord, Kunstseide, Polyamidfasern und Stahl, die jeweils durch Gummi-Schichten voneinander getrennt und mit dem Reifenkern verbunden sind.

Pkw fahren mit so genannten Radialreifen (auch Gürtelreifen genannt). Dabei verlaufen die Textilfäden von der Achse aus entlang der Seitenwand in einem Winkel von 90 Grad (radial) über Lauffläche und enden auf der anderen Seite.

Bei den so genannten Diagonalreifen kreuzen sich die Fäden der Gewebe- Lagen in einem spitzen Winkel von etwa 45 Grad. Das macht den Reifen sehr fest, aber auch sehr hart. Dieser Typ wird heute nur noch bei landwirtschaftlichen Fahrzeugen und Motorrädern eingesetzt. Ein zusätzlicher steifer Ring aus Textilfasern und Stahlseiten verringert den Rollwiderstand und stabilisiert den Reifen.

Der Laufstreifen überträgt die Kräfte, die zwischen Fahrzeug und Fahrbahn auftreten. Ein Profil aus längs und quer verlaufenden Rillen unterteilt ihn in blockartige Bereiche. Dadurch kann Wasser auf der Straße seitlich am Reifen abfließen. Die Profilblöcke weisen zudem Einschnitte auf, die so genannten Lamellen. Sie greifen in die Risse des Untergrunds, verursachen dabei zusätzliche Reibung und erhöhen so die Haftung des Reifens auf der Fahrbahn.

Bei den so genannten Diagonalreifen kreuzen sich die Fäden der Gewebe- Lagen in einem spitzen Winkel von etwa 45 Grad. Das macht den Reifen sehr fest, aber auch sehr hart. Dieser Typ wird heute nur noch bei landwirtschaftlichen Fahrzeugen und Motorrädern eingesetzt.

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