Telematik
Steuern mit der Stimme

Mit einer geballten Ladung Elektronik und massiver Unterstützung der Auto- und Motorradfahrer mittels eines mobilen Internetzugangs wollen die Fahrzeughersteller die Vision vom unfallfreien und vollvernetzten Straßenverkehr schon bald Wirklichkeit werden lassen.
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DÜSSELDORF. Die Schlüsseltechnologien dafür wurden in den vergangenen drei Jahren im Forschungsprojekt SmartWeb von insgesamt 16 Partnern aus Industrie und Forschung entwickelt. Beteiligt waren unter anderem BMW, Siemens und DaimlerChrysler, aber auch das Deutsche Institut für Künstliche Intelligenz in Kaiserslautern, Siemens und die Deutsche Telekom. Die Federführung hatte das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das mit 13,7 Millionen Euro fast 70 Prozent der gesamten Projektkosten trug.

Seit Jahren schon brüten Experten für künstliche Intelligenz über der Frage, wie sich die Flut an Internet-Infos unterwegs nutzen lässt, ohne dass dadurch die Verkehrssicherheit beeinträchtigt wird. Die SmartWeb-Forscher haben dafür eine benutzerfreundliche Schnittstelle entwickelt, die es beispielsweise einem Motorradfahrer erlaubt, während der Fahrt und ohne die Hände vom Lenker zu nehmen, per Spracheingabe Informationen aus dem Web abzurufen - Stauinformationen, Wetternachrichten oder die Benzinpreise an der nächsten Tankstelle. Im multi-modalen Dialog liest das System die Wünsche des Benutzers mithilfe einer kleinen Kamera sogar von den Lippen ab. Das System wird aber auch von sich aus aktiv, wenn es auf der Strecke zu einem Unfall kommt und das Stauende uneinsehbar hinter einer Kurve liegt: Über Sensoren in den Fahrzeugen und den Kurzstrecken-Funk WLAN werden andere Verkehrsteilnehmer frühzeitig vor der Gefahr gewarnt.

Das gesamte Potenzial des Konzepts wurde in München an einem Smartphone demonstriert, das die Ingenieure in eine "verständnisvolle Antwortmaschine" verwandelt hatten. Ein Bild vom Fernsehturm, aufgenommen mit der integrierten Kamera, und die Frage nach der schnellsten Verkehrsverbindung zauberten Sekunden später eine detaillierte Routenempfehlung aufs Handy-Display.

Serienreife Produkte sind allerdings erst in einigen Jahren zu erwarten. Demnächst startet im Raum Frankfurt zunächst ein dreijähriger Versuch, bei dem die SmartWeb-Produkte ihre Alltagstauglichkeit unter Beweis stellen müssen.

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