Test: Honda Civic Tourer
Die Optik muss man mögen

Großzelt, Esszimmer, Grill, Schlauchboot, Reisetaschen und eine ganze Familie – bietet der Honda Civic Tourer wirklich ausreichend Platz für den Glamping-Urlaub? Wir wagen die Challenge.
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Geht es um Stauraum-Qualitäten, genießt der Honda Civic Tourer Referenzstatus. Grund genug, den Kompaktkombi mal einem verschärften Nutzwert-Härtetest zu unterziehen: ein einwöchiger Glamping-Urlaub (= glamouröses Camping) mit Kind und Kegel. Eine Extrem-Anforderung, bei der der Raumtransporter beweisen musste, was seine XL-Karosserie verspricht.

Apropos Karosserie: Ob der Civic Tourer nun schick oder optisch vielleicht doch zu eigenwillig geraten ist, muss jeder für sich entscheiden. In jedem Fall ist das Kompaktmodell auch als Kombi eine einzigartige Erscheinung. Ähnlich kurios präsentiert sich das verschachtelte und an eigenwilligen Finessen reiche Cockpit. Das ist nicht immer eine Augenweide und auch nicht immer praktisch, doch unterm Strich bietet der Civic ein dennoch stimmiges Konzept.

Sogar besonders stimmig ist das Laderaumkonzept. Das fast 4,60 Meter lange Kompaktmodell kann es locker mit vielen Mittelklasse-Kombis aufnehmen. Dank eines Zwischenbodens schließt der sauber ausgekleidete Kofferraum des Civic bündig mit der nur 58 Zentimeter hohen Ladekante. Hebt man den Boden an, steht ein 117 Liter fassendes Extra-Staufach zur Verfügung, welches größere Gepäckstücke wie etwa ein Familienzelt aufnehmen kann.

Zudem gibt es noch ein schmales Unterfach parallel zu der mit Alublechen geschützten Ladeschwelle, in welches neben Reifen-Reparaturset, Gepäckraumtrennnetz und Gepäckraumrollo noch einige längliche Gepäckstücke passen. Man kann also schon vieles in den Civic Tourer einladen, bevor der eigentliche Kofferraum befüllt wird.

Der über 500 Liter fassende Standardabteil bietet einen klassenüblichen Zuschnitt. Stühle, Tisch, ein Grill, das Bettzeug, das Schlauchboot, Kinderspielzeug, Reisetaschen und eine Kühlbox – die dort sogar an eine Steckdose angeschlossen werden kann - passen locker rein. Reicht hier der Platz nicht, überzeugt der Civic Tourer mit vielseitigen Erweiterungsoptionen.

Mit zwei einfachen Handgriffen kann man zum Beispiel die Rückbanklehne nach vorne legen. Der Clou: Dank der „magischen Sitze“ senkt sich automatisch die Sitzfläche mit ab und so bietet der Civic Tourer so einen topfebenen Maximalstauraum, der dachhoch fast 1.670 Liter aufnehmen kann.

Wer hingegen Fahrgäste im Fond unterbringen muss, kann alternativ unter die Rückbank noch einige Utensilien wie etwa Kissen stopfen. In unserem Praxistest musste lediglich ein Kind hinten sitzen. Der nicht benötigte Teil der Sitzfläche konnte deshalb wie ein Kinosessel einfach hochgeklappt werden, was einen üppigen Zusatzstauraum zwischen Fahrersitz oder Rückbanklehne schafft.

Im Autobau ist diese Honda-Lösung einmalig. Klares Stauraumfazit: Dieser Kombi lässt sich besonders flexibel nutzen. Zudem ist er locker in der Lage, drei Personen samt Glamping-Ausrüstung aufzunehmen. Die Dachbox kann also in der Garage vor sich hin verstauben.

Das viele Gepäck sorgt allerdings für viel Gewicht auf der Hinterachse, was uns zu einem Schwachpunkt beim Civic führt. Verdächtig weit tauchten nämlich die Hinterräder allein ob der Gepäcklast in die Radhäuser ein. Zulässig sind offiziell zwar rund 500 Kilogramm, was einer für das Segment durchaus angemessenen Zuladung entspricht, doch praktisch geht der Civic hinten etwas weit in die Knie und wird vorne zudem spürbar leicht.

Letzteres macht sich im Fahrbetrieb vor allem bei Geschwindigkeiten jenseits der 150 km/h unangenehm bemerkbar, denn dann vermittelt er eine Schwammigkeit, die ihm unbeladen fremd ist. Und wenn wir schon beim Meckern sind: Taschenhaken und eine Fernentriegelung für die Rückbanklehnen würden das Kombiglück abrunden. Eine Lordosenstütze für den Fahrer und mehr Ablagen vorne haben wir auch vermisst.

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Die Optik muss man mögen

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Knackige Schaltung, stößiges Fahrwerk

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