Test: Toyota Prius
Sparsam aus Prinzip

Der Toyota Prius ist der Urahn der Serienhybride. Seit fast 20 Jahren zeigt er, wie sparsam die Kombination aus Benziner und E-Motor sein kann. Der vierten Generation gelingt das Sparen sogar richtig gut.
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Es war einmal ein automobiles Entlein. Dies kam 1997 auf die Welt, hörte auf den Namen Prius und wollte durch seine besondere und sparsame Antriebskombination überzeugen. Die anderen Enten lachten es aus und unkten, dass niemand sich für diese Hybridtechnik interessieren würde. Und überhaupt: Wie hässlich es denn aussehe. Wie gesagt, es war einmal.

19 Jahre später, drei Generationen weiter und nach 3,5 Millionen verkauften Prius-Fahrzeuge (dazu noch über 4,5 Millionen andere Toyota-Fahrzeuge mit Hybridantrieb) lacht niemand mehr. Ganz im Gegenteil: Hybride hat heute fast jeder Fahrzeughersteller im Angebot; CO2-Richtlinien und Dieselabgasdiskussionen lassen unter anderem grüßen. Wir baten das Original, den seit Februar in der vierten Generation erhältlichen Prius, zum Alltagstest.

Eins vorweg: Aus dem hässlichen Entlein ist über die Jahre kein wunderschöner Schwan geworden. Das Gute an dem – beschreiben wir es freundlich – mutigen Design des neuen Fahrzeugs ist, man kommt sofort mit anderen Autofahrern ins Gespräch. Auf dem Supermarktparkplatz oder vor dem Schuhgeschäft wird man auf den Hybriden angesprochen. Der Wiedererkennungswert ist hoch. „Das Auto kann doch elektrisch fahren, oder?“

Ja, kann es. Aber nur kurz. Maximal zwei Kilometer surrt der Prius nur mit der Kraft seiner Batterie. Ansonsten kommt die bewährte Kombination aus Benziner und E-Motor zum Einsatz. Der Ottomotor leistet 72 kW/98 PS, das Elektroaggregat 53 kW/72 PS. Die Gesamtleistung beträgt 90 kW/122 PS.

Das Wechselspiel der beiden Aggregate beeindruckt wie eh und je und wie gehabt passiert alles ohne Zutun des Fahrers. Einfach Startknopf drücken – Achtung man hört nichts – Automatik auf D oder R stellen, und schon kann es losgehen. Ist die Batterie geladen, übernimmt der E-Motor den Vortrieb. Bei zügiger Beschleunigung gibt er aber an den Verbrenner ab, der sich einem gedämpften Brummen zum Dienst meldet.

Bei gelassener Fahrweise schaltet sich der Benziner immer mal wieder ab. Bremsen und Bergabfahren wird zum Laden der Akkus genutzt. Wer will kann den aktuellen Fahrstatus auf dem großen Display im Armaturenbrett verfolgen und beim Staustehen oder Zuhause nachschauen, wie sparsam oder auch nicht man unterwegs war. Eine nette Spielerei für Statistikfans.

Für die vierte Generation haben die Toyota-Ingenieure das Feintuning der Hybridkomponenten untereinander als auch die einzelnen Bauteile verbessert. Unter anderem wurden Steuerungssoftware, Energiemanagement und Kühlung optimiert. Der E-Motor ist nun kleiner und leichter als zuvor. Die Vorteile für den Fahrer? Der Verbrauch ist gesunken. Als Durchschnittsverbrauch gibt Toyota 3 Liter an.

Mal abgesehen davon, dass Normwerte auch bei Hybriden nur bedingt nachfahrbar sind, funktioniert der niedrige Wert nur mit 15 Zoll-Rädern. Ob es dem „mutigen“ Karosseriedesign allerdings gut täte, wenn statt der 17 Zöller des Testfahrzeugs die kleinere Variante aufgezogen gewesen wäre? Mit den größeren Felgen steigt der Durchschnittsverbrauch auf 3,3 Liter. Mit 4,7 Litern im Mix bewegten wir unser Testexemplar. Dabei waren wir nicht nur auf Landstraßen oder im städtischen Umfeld unterwegs, sondern auf Autobahnen.

Kommentare zu " Test: Toyota Prius: Sparsam aus Prinzip"

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  • Also ich als Erfolgsmensch, habe da ganz andere Autos in meinem Fuhrpark.
    Wer ein Leistungsträger ist, sollte das auch durch die Wahl seiner Fortbewegung zeigen.

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