Test: VW Caddy Bluemotion
Sparen ohne Alternativen

Der VW Caddy ist praktisch und schluckt selbst großes Gepäck. Als Bluemotion-Modell ist er zudem besonders sparsam. Allerdings muss der Käufer einige Abstriche bei der Wahl der Extras machen.
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Wenn man als Familienauto einen Hochdachkombi wie den VW Caddy wählt, zählt man wohl per se zu den eher sparsamen Naturen. Warum sollte man dann nicht gleich konsequent sein und auch direkt die sparsamste Motorvariante wählen, den Bluemotion-Diesel mit 75 kW/102 PS und einem Normverbrauch von weniger als fünf Litern? Denn der kostet nur ein paar hundert Euro mehr als der gleich starke Standard-Selbstzünder ohne Sparhelfer.

Mit ihrem Labor-Verbrauchswert von 4,6 Litern ist die Bluemotion-Variante dank Leichtlaufreifen, Start-Stopp-Technik und windschnittig tiefer gelegter Karosserie mit Abstand die sparsamste in der Caddy-Familie, unterbietet die etwas abgespeckte Spar-Variante namens „Blue Motion Technology“ (mit Start-Stopp-System, aber ohne Aerodynamik-Feinschliff) um 0,5 Liter. Vom nackten Standardmodell ohne jeden Verbrauchssenker trennen ihn sogar 1,1 Liter.

Die Zahlen sind für einen Hochdachkombi – der letztlich ja ein zum Pkw umgebauter Lieferwagen ist – aller Ehren Wert. Sie zeigen aber auch, wie weit so ein Modell bei seinen Sparbemühungen noch einem reinen Pkw hinterherhinkt: Der weitläufig verwandte VW Golf Bluemotion benötigt mit dem gleichen 1,6-Liter-Diesel lediglich 3,2 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometern.

Geschenkt. Dafür ist der Caddy Bluemotion mehrere hundert Euro günstiger und vor allem natürlich deutlich geräumiger. Der Laderaum fasst locker zwei große Kinderwagen, was ihn zusammen mit den seitlichen Schiebetüren (links nur gegen Aufpreis) tatsächlich zum perfekten Familienmobil macht. Wer die hinteren Sitze ausbaut, kann sogar eine komplette Kinderzimmereinrichtung im dann mehr als drei Kubikmeter großen Laderaum transportieren.

Gleichzeitig ist der Caddy mit 4,41 Länge und freier Sicht durch große Fensterflächen leichthändig auch durch enge Innenstädte zu manövrieren. Das Ambiente im Innenraum ist zwar deutlich weniger wohnlich als in den teureren Kompakt-Vans, überzeugt aber mit durchaus ansehnlichen Materialien, guter Verarbeitung und gewohnt einfacher Bedienung.

Die „dunkle“ Seite von Hochdachkombis im Allgemeinen ist für gewöhnlich aber das Fahrverhalten. Doch auch da kann der Caddy überzeugen – vor allem auch in der Bluemotion-Variante mit dem tiefer gelegten Fahrwerk. Der hohe Kastenaufbau gibt sich durch den niedrigeren Schwerpunkt weniger Angriffsfläche für Fliehkräfte, so dass der Caddy satter auf der Straße liegt als viele Konkurrenten. Lediglich bei schnell wechselnden Kurven schaukelt sich die Karosse mit der starren Hinterachse unangenehm auf – aber der VW will ja auch kein Sportwagen sein.

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