Toyota Land Cruiser

60 Jahre über Stock und Stein

Seit 60 Jahren wühlt sich der Toyota Land Cruiser unaufhaltsam durch Matsch und Morast, klettert tapfer über Steilhänge und Bergkuppen. Viele Offroad-Fahrer schwören auf den Geländegänger aus Fernost - und nehmen auch Oldtimer-Exemplare hart ran.
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Toyota Land Cruiser Quelle: PR

Hart im Nehmen: Sand, Schlamm und Steilhänge halten den Land Cruiser nicht auf. Bei diesem Wagen setzt der Fahrer die Grenzen - nicht das Auto.

(Foto: PR)

KarlsruheAuf Safari in der Savanne, auf Abenteuertour am Amazonas oder beim Hilfseinsatz im Himalaya: Fast immer, wenn man im Fernsehen Berichte aus den hintersten Winkeln der Welt sieht, fährt der Toyota Land Cruiser durchs Bild. Und das seit mittlerweile 60 Jahren.

Denn der asiatische Allradler hat neben dem Land Rover Defender, Jeep Wrangler und Mercedes G-Modell nicht nur die längste Geschichte: Er kommt mit mehr als sechs Millionen Exemplaren auch auf die größte Stückzahl: "Kein anderer Geländewagen weltweit ist häufiger verkauft worden", sagt Alexander Wohlfarth aus Weingarten bei Karlsruhe. Er ist Autor des Buchs "Legende Land Cruiser" und gilt als Experte für den Allradler.

Die Geschichte des Klassikers kennt er aus dem Effeff: "Sie beginnt 1950 mit einer Entscheidung der in Japan stationierten US-Militärs", berichtet Wohlfarth. Sie wollten ihre Geländewagen nicht mehr aus Amerika einschiffen, sondern lieber vor Ort kaufen. So kam es zu einer Ausschreibung, an der sich auch Toyota mit dem eilig aus Lkw-Teilen und alten Motoren zusammengezimmerten "Jeep BJ" beteiligte - und erst einmal leer ausging. Denn die Soldaten entschieden sich für die Konkurrenz.

Der Land Cruiser wird 60
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Eine Offroad-Ikone feiert 60. Geburtstag: So kannte man den Land Cruiser lange Jahre - der Toyota Land Cruiser BJ42 von 1982. Die Anfänge waren allerdings noch viel spartanischer.

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Im Jahre 1950 wollen die in Japan stationierten US-Streitkräfte ihr Arsenal an leichten Geländewagen aufstocken – und das direkt vor Ort. An der folgenden Ausschreibung beteiligt sich auch Toyota. Der aus dem Boden gestampfte Prototyp, der die Bezeichnung „Toyota Jeep BJ“ erhält, besticht durch minimalistisches Design: Die Stahlkarosserie besitzt keine Türen, die Scheinwerfer stehen freistehend auf den Kotflügeln. Beim Design hat man offenbar beim amerikanischen Willys Jeep und dem britischen Land Rover mal genau hingeschaut.

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Den Zuschlag des US-Militärs bekommt der Autobauer nicht. Doch Toyota hat die Offroad-Tauglichkeit des Prototyps überzeugt. Damit ist der Grundstein für die Serienproduktion gelegt. Der BJ, dessen 3,4 Liter großer Sechszylinder-Motor mit 82 PS die internationale Konkurrenz in punkto Power weit hinter sich lässt, läuft in den Folgejahren in verschiedenen Versionen vom Band.

Earlylandcruiser
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Im Jahre 1954 zwingen markenrechtliche Gründe Toyota, die Verwendung der Bezeichnung „Jeep“ einzustellen. Unter dem Folgenamen „Land Cruiser“ tritt der Offroad-Spezialist seinen internationalen Siegeszug an. Erst 1955 wird der inzwischen mit Stoffverdeck und textilen Türen versehene Urtyp grundlegend überarbeitet – und in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

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Im Inneren erweisen sich das großzügige Platzangebot sowie die auf Wunsch lieferbaren Extras als Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz. Auch der 1955 vom Band laufende Station Wagon erweist sich als Verkaufsschlager.

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Im Jahre 1955 stellt Toyota mit dem J2 die zweite Serie des Land Cruiser vor. Abgerundete Karosserieteile, ein neu konzipierter Kühlergrill und integrierte Scheinwerfer sorgen für eine deutlich modernere Optik. Aber nicht nur äußerlich hat der Autobauer, im Bild ein Pick Up aus dem Jahr 1955, nachgerüstet.

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Der in der zweiten Hälfte der 50er Jahre einsetzende Siegeszug des Land Cruiser in den Entwicklungsländern hat einen Grund: Der als unzerstörbar geltende Motor kommt ohne Probleme mit den schwankenden Benzinqualitäten zurecht.

"Doch wo das Auto schon mal fertig war, hat Toyota es eben anderen Institutionen angeboten", sagt Wohlfarth. Als der in nur fünf Monaten gebaute Prototyp unbeirrt über Tempel-Treppen rumpelte und bis zur sechsten Bergstation des Fuji kletterte, bestellten Polizei und Behörden die ersten Exemplare. Toyota lieferte den Wagen damals mit einem 85 PS starken Sechszylinder-Benziner aus.

Die Stückzahlen waren allerdings noch vergleichsweise gering: Bis Ende 1953 wurden keine 300 Autos verkauft, heißt es in der deutschen Toyota-Zentrale in Köln. In dieser Zeit wurde auch der US-Hersteller Jeep auf den Allradler aufmerksam und reklamierte Titelschutz. Deshalb taufte Toyota 1954 den Jeep BJ in Land Cruiser um. Zugleich begann der Wagen seine internationale Karriere.

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