Toyota RAV4
Kita statt Kiesgrube

Die meisten Geländewagen sehen von der Wildnis wenig. Besonders für Familien ist der SUV eine Alternative zu Kombi oder Limousine geworden. Der neue Toyota RAV4 ist eine Familienkutsche geworden.
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BerlinWenn die vierte Generation des Toyota RAV4 zu Preisen ab 26 650 Euro in den Handel kommt, wird aus dem Vorreiter der sportlichen Lifestyle-Geländewagen ein praktisches Familienauto. Nicht mehr der robuste Charakter steht im Vordergrund: In den Fokus der Entwickler rückt der Praxisnutzen.

Neues Format für den Familieneinsatz Die Neuausrichtung ist von außen gleich an zwei Dingen zu erkennen: Der an der Heckklappe angeschlagene Reservereifen, der bis zuletzt für alle weithin sichtbar die Idee von Freiheit und Abenteuer transportiert hat, verschwindet im Wagenboden. Und das Format des Allradlers gerät aus den Fugen: Zehn Zentimeter mehr Radstand, gut 20 Zentimeter mehr Länge und 3 Zentimeter mehr Breite lassen das Original von 1994 im Vergleich mit der Generation IV fast klein und zierlich erscheinen.

Dafür hat man innen jetzt reichlich Platz. Wo der erste RAV4 noch ein Dreitürer mit besseren Notsitzen im Fond war, bietet sein Urenkel deutlich mehr Raum und Komfort. Zwar kann man die Rückbank nur umklappen und nicht verschieben. Aber selbst hinter einem komplett zurückgeschobenen Vordersitz haben Hinterbänkler mehr Beinfreiheit als in mancher Mittelklasse-Limousine. Der Kofferraum ist mit 547 bis 1746 Litern Fassungsvermögen so groß, dass mancher Kombi-Besitzer neidisch werden könnte - zumal unter dem Ladeboden noch ein Staufach mit weiteren 100 Litern Ladevolumen eingelassen ist. Damit man den Laderaum auch in engen Parklücken besser nutzen kann, öffnet sich die Klappe nicht mehr zur Seite, sondern nach oben - auf Wunsch erstmals auch elektrisch.

Patzer bei Ambiente und Ausstattung Der neue Zuschnitt passt in die Zeit, das Design mit den stärker betonten Kanten und der kräftiger modellierten Silhouette ist ordentlich gelungen. Aber beim Ambiente haben die Japaner gewaltig gepatzt. Was helfen wunderbar weiche Kunstlederbezüge im Cockpit, wenn man sonst sehr unansehnliche Karbonimitate auslegt? Und wer freut sich an einem preiswerten wie brillanten Navigationssystem (550 Euro), wenn der Bordcomputer daneben an einen Funkwecker aus dem 1-Euro-Shop erinnert? Da sind nicht nur die deutschen Konkurrenten um Längen besser.

Auch bei den Assistenzsystemen haben sich die Japaner abhängen lassen: Elektrische Helfer für Spurwechsel- und Spurführung oder das automatische Fernlicht sind nur bei Toyota noch echte Premieren, bei der Konkurrenz aber gang und gäbe.

Kommentare zu " Toyota RAV4: Kita statt Kiesgrube"

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  • Supper schön der neue Rav4 habe in auch seit 1 Monat.Ich hatte schon der vorgänger bin supper zu frieden mit Toyota das ist einfach die beste Automarke.

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