Traktoren, Motorräder und alte Autos
Die Heimat verlassen für ein Mechanik-Museum

31.000 Kilometer, um einen Traum zu verwirklichen: "Mein Vater wollte schon immer ein Museum haben", sagt Bart Lansink. Der 36 Jahre alte Bauingenieur hat mit seinen Eltern Gerrit und Ans im dänischen Hokkerup nahe der deutschen Grenze ein Mechanik-Museum eröffnet.

dpa HOKKERUP/DÄNEMARK. In einem ehemaligen Möbelgeschäft stehen nun dutzende Traktoren, Motorräder und auch alte Autos. Für dieses Museum haben die Lansinks sogar ihre Zelte in ihrer Heimat, den Niederlanden, abgebrochen. "In Holland haben wir keine Baugenehmigung bekommen, also sind wir nach Dänemark." Hier hätten alle Genehmigungen innerhalb drei Wochen vorgelegen, was in Holland in acht Jahren nicht gelungen war.

Die Räder für einen alten Mccormick von 1928 kommen eigens aus den USA. Nur noch zwei Stück dieses Schleppers, wie Traktoren im Fachjargon heißen, gibt es in Dänemark. "Das ist unser Schmuckstück", betont Lansink. Der Traktor mit seinen 3 600 Kubikzentimetern Hubraum und 20 PS ist immer noch funktionstüchtig. Viele der Museumsstücke haben die Lansinks schon in Holland gehabt. Für den Umzug nach Dänemark haben sie eigens einen Lastwagen gekauft. Mit dem sind sie 31 Mal die rund 1 000 Kilometer lange Strecke zwischen Holland und Dänemark gefahren, bis alle Traktoren, Geräte und Motoren in der neuen Heimat waren.

Die Sammelleidenschaft der Familie begann vor mehr als 40 Jahren. "Mein Vater hat in den 60er Jahren Motorräder gesammelt und danach Autos. Schon als Kinder waren mein Bruder und ich von Motoren begeistert", erzählt Bart Lansink. Bereits damals sei die Familie oft nach Dänemark gefahren, weil es dort viele alte Dinge gab. Auch Mutter Ans teilt die Leidenschaft. Inmitten der Motoren und Maschinen hat sie ein "Großmutterzimmer" mit alten Dingen eingerichtet - vom der Kaffeedose über die Häkeldecke bis hin zur rund 100 Jahre alten Schürze. "Für die Frauen soll auch etwas zu sehen sein", sagt sie. Heimweh nach den Niederlanden hat Familie Lansink bisher nicht. "Ich habe zehn Kilometer von der deutschen Grenze entfernt gewohnt, so wie jetzt auch", sagt Bart Lansink lachend.

Für die Besucher ist es wie eine Zeitreise in die Vergangenheit. "Viele erinnern sich zurück", sagt Lansink. Immer wieder hört er sich dann die Geschichten der Besucher an, die diese mit solchen Gefährten erlebt haben. Auch das ist Lohn seiner Arbeit, denn Geld verdient Lansink mit dem Museum noch nicht. "Es ist ein Hobby. Aber ich bin Sammler und kann es einfach nicht sein lassen."

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10.30 Uhr bis 16.30 Uhr, Eintritt: 50 Kronen, Mekanisk-Museum, Lundtoftvej 6a, Hokkerup, Dänemark

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