Tret-Rennwagen wird mit einer Sieben-Gang-Nabe
Sportlicher Kleinstwagen

So sieht automobiler Geschichtsunterricht aus: Audi bringt einen Rennwagen der Auto Union heraus. Im C-Typ – zwar ohne Motor, aber dafür mit Pedalantrieb und Lederausstattung. Quasi eine Legende zum Anfassen. Leider passen nur Kinder hinter das Lenkrad.

DÜSSELDORF. Audi bringt ein Exponat aus dem hauseigenen Museum als Replik heraus. Aber als geschrumpfte Version. Denn Menschen über 1,35 Meter können getrost vergessen, hinterm Volant des Auto Union C-Typ Platz zu nehmen. Abgesehen davon werden echte Motorsportfans den Motor vermissen, denn der neu aufgelegte C-Typ fährt mit Muskelkraft – er ist ein Tretauto für Kinder.

Und die werden sicher erst mal nachfragen, was Auto Union überhaupt für eine komische Marke ist. Dann darf Papa ordentlich ausholen. Frei nach dem Motto, Mutti hieß ja vorher auch ganz anders. Und Großmamas Mädchennamen weiß ich schon gar nicht mehr. Na und Audi hieß früher halt Auto Union.

Ganz so einfach ist das freilich nicht, denn Auto Union war ein Zusammenschluss der Marken Audi, Horch, DKW und Wanderer. Vier Ringe symbolisierten die vier Hersteller. Nach dem zweiten Weltkrieg verblieb ein Teil der Auto Union in der DDR, und DKW wurde in Ingolstadt weitergeführt, bis, nach vorübergehendem Einstieg von Daimler Benz, VW die Fabrik übernahm und 1965 wieder als Audi aufleben ließ.

So weit der Crashkurs. Viel mehr zu erzählen gäbe es freilich über den C-Typ, während Vater und Sohn versonnen die Lederlaschen der Motorhaube öffnen und einen Blick auf den Aluminium-Gitterrohrrahmen werfen. Dann könnte Papi von den 16-Zylinder-Motoren schwärmen, die 520 PS und ein unglaubliches Drehmoment von 850 Newtonmetern lieferten.

Der Tret-Rennwagen wird mit einer Sieben-Gang-Nabe geschaltet, und wenn der Ausflug bergab zu schnell wird, verzögert eine hydraulische Doppelscheibenbremse. Sitze, Rahmung und Lenkrad wurden von einem Teschner mit Leder bezogen, die Speichenräder in Spezialanfertigung hergestellt. Und damit sich der zukünftige Rennfahrer auch wirklich wie ein Rennpilot fühlt, muss das Lenkrad zum Ein- und Aussteigen abgenommen werden. Freunde macht man sich mit dem Luxusmobil aber nicht – wer lässt schon andere mit so etwas spielen?!

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