Triumph Trophy SE: Schwer in Ordnung, die wuchtige Sänfte

Triumph Trophy SE
Schwer in Ordnung, die wuchtige Sänfte

Triumph liefert mit seinem neuen Modell Trophy SE ein ideales Zweirad für die große Reise. Sie ist die komfortabelste und technisch aufwendigste Triumph, die derzeit zu haben ist.
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GerlingenDas ist ganz schön viel Motorrad, das da vor mir steht: 315 Kilogramm weist der Fahrzeugschein als Leergewicht aus. Triumph liefert mit seinem neuen Modell Trophy SE ein ideales Zweirad für die große Reise. Der große Tourer rundet das Modellprogramm nach oben ab. Sie ist die komfortabelste und technisch aufwendigste Maschine und – nach der Rocket Touring – auch teuerste und schwerste Triumph, die derzeit angeboten wird.

Das nötigt auch dem routinierten Biker viel Kraft ab, wenn er den britischen Reisedampfer rangieren muss. Doch abfahrbereit ist alle Gewichtigkeit verflogen. Dazu trägt der in zwei Höhen auf 800 Millimeter und 820 Millimeter einstellbaren Fahrersitz seinen Teil bei. Für kleine Fahrer gibt es im Zubehör-Programm eine um 30 Millimeter niedrigere Sitzbank.

Ich nehme auf dem serienmäßigen Sitzmöbel Platz und finde einen höchst bequemen Arbeitsplatz vor. Die Sitzposition ist aufrecht und der Lenker entsprechend breit. Die ausladende Vollverkleidung bietet besten Wind- und Wetterschutz, den ich bei Testfahrten Ende November / Anfang Dezember nicht missen mochten.

Die große Scheibe ist elektrisch um gut 16 Zentimeter in der Höhe verstellbar und überzeugt wie die serienmäßigen Heizgriffe sowie die auf Wunsch beheizbare Sitzbank. Gewöhnungsbedürftig sind allerdings die tief angebrachten Rückspiegel.

Eine Neuheit bei Triumph ist das elektronisch einstellbare Fahrwerk. Im Stand lässt sich die Federbasis auf den jeweiligen Beladungszustand einstellen, was durch die Menügestaltung des Bordcomputers etwas umständlich vor sich geht. Die Dämpfung kann auch während der Fahrt in die drei Stufen "Komfort", "Normal" und "Sport" eingestellen werden.

Im Komfortmodus gleitet die Trophy sänftengleich über die herbstlich bis winterlichen Landstraßen. Wer eine deutlichere Rückmeldung wünscht, wählt eine der beiden strafferen Varianten, wobei selbst der Sportmodus nicht ungebührlich hart ist. Das Fahrwerk ist tatsächlich ein Gedicht, das auch mit den auf der Testmaschine montierten Pirelli-Tourenreifen Angel ST bestens harmoniert.

Den Antriebsstrang hat Triumph direkt von der Reiseenduro "Explorer" übernommen. Das Dreizylinder-Aggregat mit 1.215 Kubikzentimetern Hubraum ist ein souveräner Reiseantrieb, der seine sportlichen Gene nicht versteckt. Die posaunt der ansonsten überaus kultivierte Motor über 6.000 Touren auch lauthals aus dem schicken dreieckigen Auspuffrohr.

Dank eines maximalen Drehmoments von 120 Newtonmeter freut sich der Fahrer über eine druckvolle Kraftentfaltung in fast jeder Lebenslage. Lediglich bei hohen Autobahngeschwindigkeiten zollt die Trophy ihrer ausladenden Verkleidung und dem gegenüber der Explorer länger übersetzten sechsten Gang Tribut.

Entschädigt werde ich durch einen vibrationsfreien Lauf und saubere Gasannahme schon ab Leerlaufdrehzahl. Der Gasgriff überträgt die Leistungswünsche des Piloten elektronisch. Das funktioniert reibungslos und ermöglicht die relativ einfache Integration der Antriebsschlupfregelung sowie eines Tempomaten. Beides gehört zur Serienausstattung.

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