Test + Technik

_

Triumph Trophy SE: Schwer in Ordnung, die wuchtige Sänfte

Triumph liefert mit seinem neuen Modell Trophy SE ein ideales Zweirad für die große Reise. Sie ist die komfortabelste und technisch aufwendigste Triumph, die derzeit zu haben ist.

von Martin Häußermann Quelle: MID
Die Triumph Trophy SE wird von einem wassergekühlten Reihen-Dreizylinder-Motor mit 1.215 ccm und 135 PS angetrieben. Quelle: MID
Die Triumph Trophy SE wird von einem wassergekühlten Reihen-Dreizylinder-Motor mit 1.215 ccm und 135 PS angetrieben. Quelle: MID

GerlingenDas ist ganz schön viel Motorrad, das da vor mir steht: 315 Kilogramm weist der Fahrzeugschein als Leergewicht aus. Triumph liefert mit seinem neuen Modell Trophy SE ein ideales Zweirad für die große Reise. Der große Tourer rundet das Modellprogramm nach oben ab. Sie ist die komfortabelste und technisch aufwendigste Maschine und – nach der Rocket Touring – auch teuerste und schwerste Triumph, die derzeit angeboten wird.

Anzeige

Das nötigt auch dem routinierten Biker viel Kraft ab, wenn er den britischen Reisedampfer rangieren muss. Doch abfahrbereit ist alle Gewichtigkeit verflogen. Dazu trägt der in zwei Höhen auf 800 Millimeter und 820 Millimeter einstellbaren Fahrersitz seinen Teil bei. Für kleine Fahrer gibt es im Zubehör-Programm eine um 30 Millimeter niedrigere Sitzbank.

Motorräder

Ich nehme auf dem serienmäßigen Sitzmöbel Platz und finde einen höchst bequemen Arbeitsplatz vor. Die Sitzposition ist aufrecht und der Lenker entsprechend breit. Die ausladende Vollverkleidung bietet besten Wind- und Wetterschutz, den ich bei Testfahrten Ende November / Anfang Dezember nicht missen mochten.

Die große Scheibe ist elektrisch um gut 16 Zentimeter in der Höhe verstellbar und überzeugt wie die serienmäßigen Heizgriffe sowie die auf Wunsch beheizbare Sitzbank. Gewöhnungsbedürftig sind allerdings die tief angebrachten Rückspiegel.

Eine Neuheit bei Triumph ist das in der Trophy SE verbaute, elektronisch einstellbare Fahrwerk. Quelle: MID
Eine Neuheit bei Triumph ist das in der Trophy SE verbaute, elektronisch einstellbare Fahrwerk. Quelle: MID

Eine Neuheit bei Triumph ist das elektronisch einstellbare Fahrwerk. Im Stand lässt sich die Federbasis auf den jeweiligen Beladungszustand einstellen, was durch die Menügestaltung des Bordcomputers etwas umständlich vor sich geht. Die Dämpfung kann auch während der Fahrt in die drei Stufen "Komfort", "Normal" und "Sport" eingestellen werden.

Im Komfortmodus gleitet die Trophy sänftengleich über die herbstlich bis winterlichen Landstraßen. Wer eine deutlichere Rückmeldung wünscht, wählt eine der beiden strafferen Varianten, wobei selbst der Sportmodus nicht ungebührlich hart ist. Das Fahrwerk ist tatsächlich ein Gedicht, das auch mit den auf der Testmaschine montierten Pirelli-Tourenreifen Angel ST bestens harmoniert.

Die Dämpfung lässt sich auch während der Fahrt in den drei Stufen "Komfort", "Normal" und "Sport" einstellen. Quelle: MID
Die Dämpfung lässt sich auch während der Fahrt in den drei Stufen "Komfort", "Normal" und "Sport" einstellen. Quelle: MID

Den Antriebsstrang hat Triumph direkt von der Reiseenduro "Explorer" übernommen. Das Dreizylinder-Aggregat mit 1.215 Kubikzentimetern Hubraum ist ein souveräner Reiseantrieb, der seine sportlichen Gene nicht versteckt. Die posaunt der ansonsten überaus kultivierte Motor über 6.000 Touren auch lauthals aus dem schicken dreieckigen Auspuffrohr.

Dank eines maximalen Drehmoments von 120 Newtonmeter freut sich der Fahrer über eine druckvolle Kraftentfaltung in fast jeder Lebenslage. Lediglich bei hohen Autobahngeschwindigkeiten zollt die Trophy ihrer ausladenden Verkleidung und dem gegenüber der Explorer länger übersetzten sechsten Gang Tribut.

Von Einsteiger bis Exklusiv-Racer Die wichtigsten Motorrad-Neuheiten für 2013

  • Von Einsteiger bis Exklusiv-Racer: Die wichtigsten Motorrad-Neuheiten für 2013
  • Von Einsteiger bis Exklusiv-Racer: Die wichtigsten Motorrad-Neuheiten für 2013
  • Von Einsteiger bis Exklusiv-Racer: Die wichtigsten Motorrad-Neuheiten für 2013
  • Von Einsteiger bis Exklusiv-Racer: Die wichtigsten Motorrad-Neuheiten für 2013

Entschädigt werde ich durch einen vibrationsfreien Lauf und saubere Gasannahme schon ab Leerlaufdrehzahl. Der Gasgriff überträgt die Leistungswünsche des Piloten elektronisch. Das funktioniert reibungslos und ermöglicht die relativ einfache Integration der Antriebsschlupfregelung sowie eines Tempomaten. Beides gehört zur Serienausstattung.

  • Die aktuellen Top-Themen
Teure Reparaturen: Wie die Hersteller mit Ersatzteilen Kasse machen

Wie die Hersteller mit Ersatzteilen Kasse machen

Die chinesischen Kartellbehörden nehmen westliche Autokonzerne wegen überhöhter Preise für Kotflügel und Außenspiegel ins Visier. Doch auch für deutsche Käufer sind die Preise für Ersatzteile ein Ärgernis.

50 Jahre Trabant 601: Der Kult um den Pappkarton auf Rädern

Der Kult um den Pappkarton auf Rädern

Seine große Stunde schlug erst in seinen letzten Jahren: Als 1989 die Mauer fiel, wurde der Trabant 601 berühmt. Ein halbes Jahrhundert nach seiner Premiere ist der Käfer des Ostens immer noch Kult – auch im Westen.

Elektromobilität: Experten fordern mehr Unterstützung für E-Autos

Experten fordern mehr Unterstützung für E-Autos

Elektro-Autos sind auf dem Vormarsch – und könnten schon bald flächendeckend eingeführt werden. Doch dafür brauch es die Unterstützung der Politik, meinen Experten. Sie sind sich außerdem einig: Der Autopilot kommt.