TÜV prüft Elektroautos
Stresstest für Akkus

2020 sollen eine Million Elektroautos über unsere Straßen rollen. Der TÜV prüft jetzt schon, ob sie Aufprall, Hitze und Kälte aushalten, und wie es um die Kurzschlussgefahr steht.
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KölnEs geht rabiat zu im Test beim TÜV Rheinland. Aus Sicherheitsgründen - für das Elektroauto, Hoffnungsträger in Zeiten von Ölknappheit und Klimawandel. „Elektroautos müssen genauso sicher sein wie Fahrzeuge mit konventionellem Antrieb“, sagt TÜV-Vorstand Thomas Aubel. Aber: Vom E-Auto gehen andere Gefahren aus als von herkömmlichen Fahrzeugen. Hochspannungstechnologie steckt unter der Motorhaube. „Wird nach einem Crash der Strom der Lithium-Ionen-Batterie nicht automatisch abgeschaltet, drohen Verletzungen durch Hochvoltstromschläge“, erklärt Achim Schmitz, Geschäftsführer von TPV Rheinland TNO Automotive International.
In mehreren Laboren testen Ingenieure Akkus für E-Autos unter Extrembedingungen. Temperaturen bis 75 Grad, einen Aufprall aus großer Höhe und schwere Stöße müssen die Akkus verkraften. Ein Batterie-Überladen darf nicht gefährlich sein. Die technologische Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen, sagt Friedrich Hecker, TÜV-Rheinland-Vorstandschef, am Donnerstag in Köln. Batterie-Tests laufen in China und Japan, ein Prüflabor in Nürnberg kommt im Sommer hinzu. Nach Checks in einer Crashanlage im niederländischen Helmond gab es vom TÜV erstmals grünes Licht für ein E-Auto (Mitsubishi i-MiEV). „Elektromobilität ist keine Zukunftsmusik, sondern unser Geschäft“, erklärt Hecker.

AKW aus = E-Auto teurer

Die Bedingungen fürs E-Auto könnten sich nun aber verschlechtern. Kommt es zum vorzeitigen Aus für Atomstrom, wird das Bremsspuren hinterlassen, glauben Experten. „Der Strom wird teurer, die enorme Preisdifferenz zwischen Autos mit konventionellem Antrieb und E-Motor noch größer“, erwartet Stefan Bratzel, Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft in Bergisch Gladbach. „Nach der Riesen-Euphorie der letzten ein, zwei Jahre stellt sich Ernüchterung ein.“ Schon jetzt kostet ein Auto mit E-Motor drei bis viermal mehr als ein Wagen mit Verbrennungsmotor.
Auch Experte Willi Diez vom Automobil-Institut in Geislingen betonte jüngst, ein Ende des Atomstroms werde den Erfolg des E-Autos schmälern. Bis 2020 sollen nach dem Willen der Bundesregierung eine Million E-Autos durchs Land fahren. „Das ist auch nicht ansatzweise ohne Subvention zu schaffen“, glaubt Bratzel. Derzeit sind 40.000 Wagen mit Elektro- oder Hybridantrieb unterwegs.

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  • Das wurde auch wirklich Zeit, das mal zu überprüfen.
    Versprochen wird ja immer viel...
    Noch wichtiger ist ein Langzeittest:
    Wie viele Ladezyklen hält der Akku aus!
    Das ist dann allerdings ein Langzeittest über etwa 1 1/2 Jahre (bei optimistisch 1000 Ladezyklen).
    Aber das ist auch sehr wichtig. Immerhin kostet der Akku um 15 - 20.000 € und weit mehr bei größeren E-Autos.
    Und das sind die Hauptkosten bzw.:
    Wenn der Akku am Ende ist, lohnt sich kein Neukauf.

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