Tuning
So halten die Auto-Veredler Schritt

Der neue Audi A1 war noch gar nicht im Handel, da kündigte die Firma Abt schon die erste Tuning-Variante an. Und das war kein Einzelfall.
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dpa/tmn ESSEN. Die Autoveredler werden immer schneller: Kaum sind neue Serienmodelle von den Herstellern vorgestellt worden, findet man schon Werbung für die Veredlung und Individualisierung. "Natürlich liegt das auch an der gewachsenen Erfahrung und den immer größeren Entwicklungsabteilungen der Tuner", sagt Bodo Buschmann, Präsident des Verbandes der Automobil Tuner (VDAT) in Roßbach/Wied. "Doch vor allem profitieren die Veredler dabei von den Plattformstrategien und den Baukastensystemen der Autohersteller", erläutert Buschmann, der zugleich Chef des Mercedes-Spezialisten Brabus in Bottrop ist. "Wenn sich die C-Klasse und das Coupé der E-Klasse das Serienfahrwerk teilen, dann können wir auch unser Sportfahrwerk schneller übernehmen", erklärt er. Das gleiche gilt für Reifen und Räder und erst recht für Zierteile im Interieur.

Selbst bei neuen Baureihen geht es immer schneller: "Nach 30 Jahren im Geschäft weiß man, was man an einem Auto machen kann und wie", sagt Buschmann. Brabus hat zum Beispiel die eigene SLS-Version nur wenige Wochen nach Mercedes vorgestellt. So gibt es jetzt schon Tuning für Optik, Interieur, Fahrwerk, Räder und einen Auspuff aus Titan. "An einer großen Leistungssteigerung arbeiten wir noch, da die Erprobung länger dauert", erläutert Buschmann.

Bei Sportwagen wie dem SLS legen schon die Hersteller die Latte immer höher. "Bei Großserienfahrzeugen dagegen ist das Tuning mittlerweile eine leichte Übung", sagt Florian Büngener vom Tuner Abt in Kempten. "Wenn Audi im A1 die gleichen Motoren einbaut wie VW im Polo, dann sind wir mit einer Leistungssteigerung natürlich schnell am Markt", erklärt er die erfolgreiche Aufholjagd der Branche. So verwundert es wenig, dass Abt den A1 schon aufgemotzt hatte, bevor das Auto tatsächlich beim Händler war.

"Dabei helfen uns natürlich auch die ständig wachsenden Möglichkeiten der Computertechnologie", sagt Büngener. Schon anhand weniger Fotos ließen sich Konstruktionsdaten ermitteln und täuschend echte Showcars retuschieren. "Allerdings müssen die gezeigten Produkte innerhalb kürzester Zeit verfügbar sein, sonst wird man schnell unglaubwürdig", warnt er vor voreiligen Tricksereien am PC.

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