Turbodiesel-Serienmotorrad
Für den Biker mit Vernunft

„Turbobetriebener Autobahnjäger", „echtes Mackermotorrad“, „geräuschvoller Eisenhaufen": Die kräftigen Worte, die die Vermarktung der exklusiven Kleinserie Neander begleiten, kommen nicht von ungefähr. Auch den Motorrad-Sektor erreicht das Prinzip des kleinen Motors, der Sprit spart und trotzdem Kraft hat.

HAMBURG. Sie nennen es einen „turbobetriebenen Autobahnjäger, ein echtes Mackermotorrad“. In der Kieler Motorradmanufaktur Neander Motors ist der Name Programm: „Das erste und einzige Turbodiesel-Serienmotorrad der Welt ist bereit, durch die Landschaft genagelt zu werden, dass es nur so kracht“, wirbt Chef Phillip Hitzbleck mit seiner Firma.

Die Motorrad-Community bekommt es mit dem Faustkeil beigebracht: Wer die Neander kauft, die heute erstmals auf der Motorradshow in Paris vorgestellt wird, hat garantiert einen „geräuschvollen Eisenhaufen zwischen den Beinen“. Die kräftigen Worte, die die Vermarktung der exklusiven Kleinserie begleiten, kommen nicht von ungefähr: Denn die Neander ist zugleich ein Vernunftmotorrad: Der Umstieg auf die Turbodieseltechnik, die den Ingenieuren von Neander nun erstmals gelungen ist, spart Sprit – bei allem lauten Gekachel.

Die Diskussion über Fahrzeugemissionen und der Wunsch vieler Konsumenten, beim Spritkauf Geld zu sparen, setzen Motorenentwickler unter Druck. Das so genannte Downsizing, also die Reduzierung des Volumens, des Gewichts und der Emissionen eines Motors bei gleich bleibender oder sogar zunehmender Leistung, gilt als größte Herausforderung. Dass es gelingen kann, Motoren zu bauen, die kleiner und stärker sind als ihren technischen Vorläufer, zeigt Neander jetzt auch auf dem Motorrad-Sektor.

Bislang werden die allermeisten Modelle werden von Benzinmotoren angetrieben. Die starken Erschütterungen beim Motorrad verhinderten den Einsatz von Dieselaggregaten. Im Neander-Motor sorgt jetzt eine doppelte Kurbelwelle für einen ruhigen Lauf: Weil sie sich gegenläufig dreht, gleicht sie die Vibrationen aus, die bei klassischen Hubkolbenmotoren entstehen.

Geschäftsführer Phillip Hitzbleck sieht für das Turbodiesel-Prinzip weitere Einsatzgebiete: Er hat Segelschiffe und Sportboote im Visier. Dort ist der Platz ähnlich knapp wie bei einem Motorrad. Dieselmotoren an Bord zu benutzen, war aber wegen der starken Vibrationen bislang bei kleinen Booten ausgeschlossen. Das Turbodiesel-Prinzip ermöglicht es nun, auch um Boot umzusteigen. Schließlich profitieren Skipper ebenfalls davon, dass sie bei gleicher Treibstoffmenge mit einem kleinen Diesel eine höhere Reichweite als mit einem Benziner erzielen.

Die kleine, kompakte Antriebsmaschine ist auch bei den Autoherstellern gefragt, berichtet Hitzbleck. Dennoch sieht er im Kraftfahrzeugbau für seinen Motor nicht die Zukunft. „Als wir begannen, gab es dort wie bei den Motorradbauern nur einen Trend: Mehr Größe, mehr Leistung und mehr Zylinder“, sagt Hitzbleck. „Heute sieht das völlig anders aus. Auch Pioniere in der Autoindustrie machen sich Gedanken über Zwei-Zylinder und andere kompakte Motorenkonzepte.“

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