Ulrich Weinmann zum Kampf der Navi-Systeme
BMW-Experte: „Mehrwert anbieten“

Ulrich Weinmann leitet die Abteilung Navigation, MMI. Im Interview spricht er über die Zukunft des Navigierens und das Satellitensystem Galileo.
  • 0

Herr Weinmann, mobile Navigationsgeräte werden immer billiger. Endet damit die Zeit der fest eingebauten Systeme?

Ulrich Weinmann: Auf die zunehmende Verbreitung von mobilen Navigationsgeräten müssen wir reagieren. Aber sie werden die integrierten Systeme nicht völlig verdrängen, weil diese immer noch klare Vorteile bieten: Die Zusatzinformationen von den Rädern erlauben ein genaueres Navigieren auch ohne Satelliten. Und die eingebauten Geräte sind leichter zu bedienen. Sie können Zusatzinformationen einspielen, die Lautstärke des Radios automatisch herunterregeln oder die Routeninformationen über ein Head-up-Display direkt ins Sichtfeld des Fahrers einblenden. Dies bietet einen deutlichen Mehrwert. Auch in puncto Sicherheit: Geräte, die mit Saugfuß an der Frontscheibe befestigt werden, sind auf Dauer nicht akzeptabel.

Dafür sind mobile Geräte meist aktueller.

Das ist ein Problem, das wir angehen müssen. Die Innovationszyklen müssen deutlich kürzer werden. Zudem brauchen wir Schnittstellen, um Software nachzuladen oder moderne Hardware nachzurüsten.

Das reicht, um Autokäufern integrierte Navigationssysteme schmackhaft zu machen?

Mit der reinen Navigation von A nach B holt man niemand mehr hinter dem Ofen hervor. Wir wollen dem Autofahrer Zusatz-Informationen an die Hand geben, damit er sich in seiner Umgebung besser bewegen kann. Durch eine Verbindung mit anderen Assistenzsystemen wie dem Nachtsichtradar oder indem man das Kartenmaterial mit Online-Informationen über die Wetterlage, Verkehrszustände oder das Parkplatzangebot verknüpft. Es wird viele neue Features geben. Auch eine realistischere Darstellung der Umgebung etwa mithilfe von Google Earth wäre denkbar.

Was wird sich durch das europäische Satellitensystem Galileo verändern?

Nicht sehr viel. Die Auflösung des GPS-Systems ist ausreichend. Mit der nochmals höheren Auflösung von Galileo kann man dann zwar darstellen, auf welcher Fahrspur man über die Autobahn rollt. Aber großen Mehrwert gewinnt man dadurch nicht.

Kommentare zu " Ulrich Weinmann zum Kampf der Navi-Systeme: BMW-Experte: „Mehrwert anbieten“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%