Umstrittener Biosprit

Dauertest bestätigt E10-Unverträglichkeit

Der ADAC hat in einem aktuellen Dauertest belegt, dass E10 für einen Opel Signum mit 2,2-l-Direkteinspritzermotor schädlich ist. Der höhere Ethanolgehalt greift Motorenteile an.
Update: 29.08.2011 - 13:40 Uhr 9 Kommentare
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Opel Signum im ADAC-Dauertest Quelle: ADAC

Opel Signum im ADAC-Dauertest

(Foto: ADAC)

MünchenAutofahrer sollten Super E10 nur dann tanken, wenn ihr Modell seitens des Herstellers offiziell für den neuen Kraftstoff freigegeben ist. Wie die aktuelle „ADAC Motorwelt“ berichtet, hat der Club jetzt in einem Dauertest belegt, dass E10 für einen Opel Signum mit 2,2-l-Direkteinspritzermotor schädlich ist. Dieses Modell ist vom Hersteller ausdrücklich nicht für E10 zugelassen.

Nach 27 000 gefahrenen Kilometern wurde die Benzinpumpe undicht. Damit sei nachgewiesen, dass der höhere Ethanolgehalt im E10 tatsächlich ungeeignete und dafür nicht freigegebene Motorenteile angreife, erklärte der Club.

Im Fall einer einmaligen Fehlbetankung weist Opel darauf hin, das sofort geeigneter ethanolarmer Kraftstoff nachgetankt werden solle. Zu einem früheren Zeitpunkt hatte es allerdings noch geheißen, dass das Fahrzeug abgeschleppt und der ungeeignete Kraftstoff sofort und vollständig aus dem Tank entfernt werden müsse. Zudem solle eine Opel-Werkstatt die Hochdruckkraftstoffpumpe und andere Teile des Motorsystems überprüfen.

Ford und Mercedes-Benz sehen für ihre Modelle, die kein E10 vertragen, eine einmalige Fehlbetankung als unkritisch an, wenn so schnell wie möglich mit dem herkömmlichen E5 nachgetankt wird.

Alle anderen Hersteller stellen klar, dass eine Fehlbetankung mit E10 von dafür nicht freigegebenen Fahrzeugen schädlich ist. Der ADAC empfiehlt in jedem Fall, die verbindlichen Angaben der Hersteller zu befolgen, die in den meisten Fällen aber von diesen mittlerweile auch online zur Verfügung gestellt werden.

Dass sich die Folgen konsequenter Fehlbetankung nicht sofort zeigen, belegt der Test aber auch: Im Juni hatte der Autoclub noch gemeldet, der Versuchswagen Opel Signum 2.2 Direct habe nun schon mehr als 16 000 Kilometer ohne negative Folgen mit dem neuen Biokraftstoff überstanden. Eine Inspektion des Kraftstoffsystems zu diesem Zeitpunkt ergab keinen Hinweis auf Ethanolkorrosion.

Keinen Grund zur Verunsicherung gibt es hingegen nach Angaben der Motorwelt bei Autos, die E10 vertragen. Dem ADAC sind keine Fälle bekannt, in denen das Korrosionsproblem bei für E10 freigegebenen Fahrzeugen aufgetreten ist.

Link: Die offizielle DAT-Liste zur E10-Verträglichkeit (PDF)

E10-Ablehnung wird für Autofahrer teuer
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9 Kommentare zu "Umstrittener Biosprit: Dauertest bestätigt E10-Unverträglichkeit"

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  • von e10 profitiert keine partei. aber e10 ist ein gespinnst von spd und grüne, die das damals in auftrag gaben. die einführung sollte eigentlich unter gabriel sattfinden, der hat sich da aber rausgewunden.

    nebenbei finden sie es nicht auch interessant, dass eine langzeitstudie an einem "ausdrücklich NICHT zugelassenem" Modell stattfindet??

  • Hier ein weiterer Nachweis ;-)

    http://www.youtube.com/watch?v=PmEnb6F5roQ

  • Ich tanke mit meinem Audi A4 Cabrio (6-Zylinder 3,2 l) regelmäßig E10 und beobachte eine gewisse Leistungseinbusse und einen deutlich erhöhten Ölverbrauch. Daß über den letzten Effekt nicht in der Presse berichtet wird, verwundert mich etwas. Zumal ich von Tankwarten verschiedener Firmen genau darauf regelmäßig angesprochen werde.

  • Da haben Sie recht. Neubauten und Sanierungen werden ja quasi hermetisch abgeriegelt. Und nicht nur das diese Häuser dann nach 30 - 40 Jahren fast auseinander fallen, auch steht es mit der Gesundheit der Personen die solang darin gelebt haben auch nicht mehr so gut (Allergien etc.). Interessiert aber auch nicht, wir müssen in Zukunft ja sowieso alles selbst bezahlen. Aber die Energiebilanz stimmt. So verhält es sich auch mit E10, wenn einem dann das Auto verreckt ... naja Pech gehabt.

  • Vielleicht sollten die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft von dem Gedanken des armen, verunsicherten Autofahrers abkommen. In meinem Bekanntenkreis tankt kaum jemand E10 aufgrund der sozio-ökologischen Nachteile: Es werden wieder einmal Anbauflächen in der Welt und Lebensmittel für unsere Mobilität verbraucht, die dringender zum Überleben 1.000 vom Hungertod bedrohten Menschen gebraucht werden würden! Die Folge - steigende Lebensmittelpreise in der dritten Welt - wurden bei E5 schon viel disktuiert. Irgendwo zwischen Marketingstrategie, Aufklärungskampagne und Motorschäden ist das Problem wohl auf der Strecke geblieben...

  • Mein Fahrzeug (Opel Meriva 1,8l Bj 2003) steht eindeutig auf der Liste der Fahrzeuge die E10 vertragen. Dies ist auch der Grund warum das E10 lt. Aussage der Werkstatt auf garkeinen Fall der Grund dafür sein kann, das der Motor dieses Wagens nach 112000 km auf der Autobahn einen Kolbenfresser bekam und das nach 5 Jahren problemloser Fahrt, regelmässiger Inspektionen und Ölwechsel alle 15.000 km. Bei einem Fahrzeug welches lt. ADAC eines der Pannenärmsten Modelle ist, ist mein Wagen sicher ein bedauerlicher Einzelfall. Da nutzt mir jetzt aber, wo ich einen neuen Wagen benötige, auch nix. Nee - E10 kommt mir niemals wieder in den Tank!

  • Wer profitiert von E10? Welche politische Richtung/Partei hat Nutzen davon?
    Außerdem ist die Behauptung, das am Liter Benzin nur ein Cent verdient wird eine absolute Nebelkerze. Das mag für den Tankstellenpächter gelten, aber nicht für BP und Konsorten.

  • Ich kann mich des Eindruckes nicht erwehren, dass hier wie bei der Wärmedämmung der Häuser (bei der Dank Schimmelbildung ein Verfallsdatum innerhalb der nächsten ca 30 Jahre eingeführt wird) auch hier bei den Autos ein künstlicher Verschleissfaktor geschaffen werden soll, der dann die Wirtschaft beleben soll. Umweltaspekte werden nicht berücksichtigt: Jedes Kind könnte Verstehen, dass Energie verschwendet und ein Mehr an Kohlendioxid produziert wird, wenn in Brasilien Regenwald abgeholzt wird, Zuckerrohr angebaut und unter Energieverbrauch Ethanol destilliert wird, um einen weniger Energiehaltigen Treibstoff zu gewinnen.

  • ... da kann man reden, wie man will, qualitativ billige Pansche tank ich nicht.
    Es spricht fast alles dagegen, selbst der Umweltaspekt.
    Einmal mehr ein zweifelhaftes Projekt, das mit Gewalt durchgedrückt werden soll.

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