Umweltsünder werden ab 1. Januar zur Kasse gebeten
Städte machen Ernst mit Umwelt-Sperrzonen

Im neuen Jahr geht es los: Dann dürfen Fahrzeuge ohne Abgasreinigung in Berlin, Köln und Hannover nicht mehr in die Innenstädte. Als erste in Deutschland weisen die drei Städte nicht nur Umweltzonen zum Schutz vor Feinstaub aus, sondern machen auch Ernst mit Fahrverboten.

ap BERLIN. Ab 1. Januar dürfen nur noch Fahrzeuge mit grüner, gelber oder roter Umweltplakette mitten in die Städte fahren - ohne zeitliche Einschränkungen und unabhängig von der aktuellen Luftbelastung.

Wer in der Hauptstadt das Fahrverbot ignoriert, könnte schon in der ersten Januarwoche zur Kasse gebeten werden: 40 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg werden fällig. Zwar hat Umweltsenatorin Katrin Lompscher (Linke) erklärt, in Berlin spiele die Aufklärung eine wichtige Rolle. Sie wies unmissverständlich darauf hin: „Aber die Regelung gilt ab dem 1. Januar 2008.“ Die Stadt Köln dagegen will in den ersten drei Monaten lediglich Mahnzettel hinter die Scheibenwischer klemmen.

Keine Plakette zugeteilt bekommen alle Fahrzeuge der sogenannten Schadstoffklasse 1. Das sind in der Regel ältere Benziner ohne geregelten Katalysator und ältere Dieselfahrzeuge. Für sie können unter bestimmten Voraussetzungen Ausnahmegenehmigungen erteilt werden. Während eine solche Genehmigung in Köln zwischen 5 und 75 Euro kostet und in Hannover zwischen 20 und 120 Euro, müssen in Berlin nach IHK-Angaben bis zu 1 000 Euro dafür gezahlt werden.

88 Quadratkilometer Umweltzone in Berlin

In Berlin umfasst die Umweltzone die Innenstadt innerhalb des S-Bahn-Rings. Das ist eine Fläche von rund 88 Quadratkilometer. In diesem besonders dicht bebauten Gebiet leben etwa eine Million Berliner. Den Beginn der Umweltzone erkennt man an speziellen Verkehrsschildern an den Über- und Unterführungen der S-Bahn-Gleise. Polizei, Feuerwehr, Krankenwagen und Müllfahrzeuge können ebenso wie Motorräder auch ohne Plakette in der Umweltzone fahren.

Von den rund 1,3 Millionen in der Hauptstadt registrierten Fahrzeugen dürfen künftig etwa 50 000 Pkw und 30 000 Lastwagen nicht mehr in die Innenstadt. Ausnahmegenehmigungen gibt es, wenn das Fahrzeug nicht mit handelsüblichen Einbausätzen nachgerüstet werden kann, der Ersatz des Fahrzeugs zu einer Existenzgefährdung führen würde oder öffentliche Verkehrsmittel aufgrund einer Schwerbehinderung oder ungünstiger Arbeitszeiten nicht genutzt werden können. Geplant ist, dass ab 1. Januar 2010 nur noch Fahrzeuge mit grüner Plakette in die Berliner Innenstadt dürfen.

In Köln sind ab 2008 die linksrheinische Innenstadt sowie Teile der rechtsrheinischen Stadtteile Deutz und Mülheim nur noch mit Umweltplaketten in Grün, Gelb oder Rot zu befahren. Für etwa sieben Prozent der zugelassenen Fahrzeuge mit höherem Schadstoffausstoß gilt ein Fahrverbot. Auch in Köln gibt es Ausnahmegenehmigungen. Für Anwohner und Handwerker gelten Übergangsregeln.

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