Unterhaltskosten explodieren
Autofahren wird zum Luxus

Das Auto als Luxusgut - dabei denken die meisten Menschen an Nobelmarken wie Rolls-Royce und Bentley. Kaum einer käme auf den Gedanken, den Besitz eines ganz normalen Mittel- oder Kompaktklasse-Fahrzeugs als „Luxus“ zu bezeichnen. Doch genau das könnte nach Einschätzung von Experten der Fall sein, wenn der rasante Anstieg der Autokosten ungebremst weitergeht.
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dpa/tmn STUTTGART. Das Auto als Luxusgut - dabei denken die meisten Menschen an Nobelmarken wie Rolls-Royce und Bentley. Kaum einer käme auf den Gedanken, den Besitz eines ganz normalen Mittel- oder Kompaktklasse-Fahrzeugs als "Luxus" zu bezeichnen.

Doch genau das könnte nach Einschätzung von Experten der Fall sein, wenn der rasante Anstieg der Autokosten ungebremst weitergeht. Denn dann würde das Auto im Jahr 2020 rund ein Viertel der monatlichen Haushaltsnettoeinkommen verschlingen - und immer weniger Verbraucher könnten sich überhaupt noch eines leisten.

Nach Angaben der Sachverständigenorganisation Dekra in Stuttgart sind die Autokosten im vergangenen Jahrzehnt "deutlich stärker" gestiegen als die allgemeinen Verbraucherpreise. Lagen diese im Jahr 2007 um knapp 20 Prozent über dem Niveau des Jahres 1995 (jährlicher Anstieg von 1,5 Prozent), so erhöhte sich im gleichen Zeitraum der sogenannte Kraftfahrerpreis-Index um 34,3 Prozent.

Als Gründe nennt die Dekra in einer mit dem Institut für Automobilwirtschaft (IFA) in Geislingen verfassten Studie zum "Management der Cost-of-Ownership" gestiegene Spritpreise, höhere Kfz-Steuern, gestiegene Preise für Wartung und Reparaturen sowie deutlich gestiegene Wertverluste. Die Neuwagenpreise hätten sich dagegen nur unterdurchschnittlich erhöht. "Cost-of-Ownership" bezeichnet die Beträge, die für Kauf, Betrieb, Wartung, Reparatur und Wiederverkauf abzüglich des Restwertes eines Autos anfallen.

Brisant für Verbraucher wird der Anstieg der Autokosten vor dem Hintergrund der Entwicklung der Einkommen privater Haushalte. Denn real betrachtet stagnieren der Studie zufolge die verfügbaren Einkommen seit 2003. Die realen Masseneinkommen seien bereits seit 2002 rückläufig. Den Haushalten bleibt also immer weniger Geld fürs Auto übrig, sie müssen dafür aber immer mehr Geld aufbringen.

Auch der Ausblick der Studie macht wenig Hoffnung: "Unterstellt man, dass die in der Vergangenheit wirksamen Trends auch in Zukunft ihre Wirksamkeit behalten, ist davon auszugehen, dass die Cost-of-Ownership in den nächsten Jahren weiter ansteigen", schreiben die Verfasser der Studie. "Ihr Anteil an den monatlichen Haushaltsnettoeinkommen könnte sich von heute 20,4 Prozent auf 22,8 Prozent im Jahr 2015 und 25,0 Prozent im Jahr 2020 erhöhen."

"Das Versprechen "freie Fahrt für freie Bürger" wird dann immer weniger aufgehen", sagt Björn Rickert, Referent bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Das Auto würde zum Luxusgut, das sich nur noch Vermögende leisten können.

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