Unterwegs im Maserati Levante
Passt auch auf Eis

Maserati hat das Fremdgehen entdeckt. Wichtige Modelle der Sportwagenmarke etablieren sich mehr und mehr auf einem Terrain, das bis vor kurzem für Fahrzeuge mit Dreizack im Logo noch Tabu war.
  • 0

Ein Blick ins Lexikon verrät: Der „Levante“ ist ein warmer Ostwind, der sich gen Westen durch die Straße von Gibraltar in den Atlantik presst und dort schnell an Kraft verliert. Beim neuen gleichnamigen Erfolgsmodell von Maserati ist fast alles andersrum. Das schmucke SUV soll vor allem ganz weit im Osten punkten, im fernen China, wo das Geld der Autokäufer besonders locker sitzt.

Und im Gegensatz zu den einstigen Schönwetter-Modellen der Marke kommt der italienische Levante auch vorzüglich mit eisigem Luftzug zurecht, im tiefen Schnee hoch oben in den Bergen, auf spiegelglattem Eis und, wenn´s denn sein muss, auch mal abseits fester Straßen. Anders als sein windiger Namensgeber macht er dank seiner starken Sechszylinder-Motoren auch nie schlapp.

Cervinia liegt am Fuße des fast 4.500 Meter hohen Matterhorns, auf der italienischen Seite des steinernen Giganten. Von hier aus wagten sich die ersten Bergsteiger in die Steilwand. Heute kommen viele Reiche dieser Welt zum Skifahren hierher. Menschen also, deren Konto die mindestens 70.500 Euro, die so ein Maserati Levante kostet, locker verkraftet.

Kein Wunder also, dass sich die feine Fiat-Tochter aus Modena das exklusive Urlaubsparadies für winterliche Testfahrten ausgesucht hat. Hier hat die kalte Jahreszeit noch alles im Griff, zahllose kleine Bergstraßen strahlen noch in jungfräulichem Weiß. Ohne Schneeketten, wenn sie denn über die dicken Schlappen passten, waren frühere Maserati-Modelle wie der legendäre 3500 GT, die ersten Ghibli oder Quattroporte rettungslos verloren.

Allrad macht´s heute möglich. Für Maserati noch eine junge Technik, denn erst seit 2013 liefen die Limousinen Ghibli und Quattroporte Vortrieb auf Wunsch auch auf allen Vieren, der SUV Levante hat sogar stets Allrad. Das Trio vertraut dabei auf das gleiche, nur 60 Kilogramm schwere System: Haben die Räder genug Bodenhaftung geht die ganze Kraft an die Hinterräder.

Registrieren die Sensoren drohendes Durchdrehen eines Rades, können bis zu 50 Prozent in nur 100 Millisekunden an die Vorderachse transferiert werden. Das gilt für schnell durchquerte Kurven ebenso wie für glattes Geläuf, Matsch oder für Naturstraßen.

Zudem kann der Fahrer per Knopfdruck drei Fahrprogramme wählen. „Normal“ und „Sport“ sind bei den heckgetriebenen Limousinen ebenfalls vorhanden. Neu ist der Modus „Eis“. Selbst auf blankem gefrorenen Wasser kommen die Boliden ins Rollen. Zwar behutsam, aber immerhin.

Dabei wird die Motorkraft sensibler begrenzt, als es der gefühlvollste menschliche Gasfuß vermag. Durchaus eindrucksvoll, wenn ein immerhin 302 kW/410 PS starker Ghibli dort anfährt, wo sich Fußgänger kaum auf den Beinen halten können.

Kommentare zu " Unterwegs im Maserati Levante: Passt auch auf Eis"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%