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US-Clubs pflegen „Ami-Lifestyle“

Liebhaber amerikanischer Autos wurden lange belächelt. Doch wenn Helmut Veidt heute zu einem Oldtimertreffen fährt, ist seine 1960er Corvette oft eine der Attraktionen. Mit verantwortlich für den Imagewandel sind die vielen US-Car-Clubs.

dpa/gms FRANKFURT/MAIN/SEEON. Liebhaber amerikanischer Autos wurden lange belächelt. Doch wenn Helmut Veidt heute zu einem Oldtimertreffen fährt, ist seine 1960er Corvette oft eine der Attraktionen. Mit verantwortlich für den Imagewandel sind die vielen US-Car-Clubs.

Laut Johannes Hübner vom Automobilclub von Deutschland (AvD) in Frankfurt hat sich die Szene deutlich gewandelt. Trotz der Hubraum- und PS-starken Motoren gebe es beispielsweise bei den Clubtreffen keine illegalen Straßenrennen. „Die Besitzer gehen sehr verantwortungsbewusst mit ihren Autos um.“ Die Interessen der Liebhaber von US-Klassikern seien längst dieselben wie die der Fans europäischer Old- oder Youngtimer, sagt Maik Hirschfeld, Präsident des Dachverbands der US-Fahrzeugclubs Deutschland (D.U.S.) in Seeon (Bayern). In erster Linie will man historische Fahrzeuge in ihrem Originalzustand erhalten und fahren.

Dabei sind die US-Clubs eine wichtige Hilfe, denn Besitzer eines US-Klassikers haben laut Hirschfeld oft besondere Probleme: Bestimmte Teile entsprechen nicht den hiesigen Normen oder haben keine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE). Daher sei für die Zulassung des Autos oft eine Einzelabnahme nötig. Den mitunter schwierigen Umgang mit den Sachverständigen versucht der D.U.S. als Dachverband von rund 40 US-Clubs unter anderem dadurch zu erleichtern, dass er seinen Mitgliedern Datenblätter ausstellt, die für die Zulassung des Autos wichtig sind. Außerdem können sich Mitglieder in technischen und rechtlichen Fragen beraten lassen.

Dafür seien auch die Clubs eine gute Anlaufstelle, sagt AvD-Sprecher Johannes Hübner: „Die Clubs sind die Know-How-Quelle bei Reparaturen, Umrüstung, Import und Zulassung.“ Schließlich gebe es fast zu jedem Bereich der US-Automobilwelt auch in Deutschland eine Spezialinteressengemeinschaft.

Während sich der Corvette Club Bayern mit Sitz in Oberschleißheim ausschließlich dem wohl bekanntesten Modell der US-Marke Chevrolet widmet - vertreten sind im Club laut Präsident Helmut Veidt Corvettes mit Baujahr 1954 bis 2005 -, versteht sich der Classic Cadillac Club Deutschland aus Köln als typübergreifender Markenclub. Nach Angaben des Vorsitzenden Wilhelm Döring müssen Interessenten nicht einmal einen eigenen Cadillac besitzen, um Mitglied zu werden - die Begeisterung für die amerikanische Marke reiche allemal.

Während sich der gesellige Aspekt des Vereinslebens nicht groß von dem europäischer Autoclubs unterscheidet, macht Szene-Kenner Hübner bei den „Ami“-Fans doch eine Besonderheit aus: „Die Szene verkörpert auch stark den US-Lifestyle - mit ihrer Rock'n'Roll-Kultur, mit Pettycoats, Cowboy-Stiefeln und -Hüten. Es ist auch eine Szene mit vielen Accessoires.“ Das bedeute jedoch nicht, dass alle Mitglieder generell mit Cowboy-Hüten herumlaufen, so Helmut Veidt vom Corvette Club Bayern.

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