Verkehrsinformationen
Das Handy soll zum Staumelder werden

Staus und Verkehrsbehinderungen sind für Autofahrer ein lästiges Ärgernis. Das gilt umso mehr, da auf die derzeitigen Warnsysteme nicht immer Verlass ist. Oft kommen Stauwarnungen zu spät, sind zu ungenau oder für bestimmte Streckenabschnitte gar nicht verfügbar. Das soll sich nach dem Willen der Verkehrsservice-Anbieter ändern: Sie wollen ihre Warndienste verbessern und dafür auch auf Daten von Handy-Nutzern zurückgreifen.

dpa/tmn MÜNCHEN/BONN. So will der ADAC seinen Dienst "Stau-Scanner" künftig flächendeckend anbieten. Teilnehmer können dabei einen Stau per Handy an den Automobilclub melden. Der lässt dann die Informationen in den kostenlosen TMC-Service einfließen, erklärt Markus Bachleitner, Leiter Entwicklung Verkehrsinformationsdienste beim ADAC in München. Die Informationen dieses "Traffic Message Channel" werden zum Beispiel über Radiostationen verbreitet.

Handy-Staumelder erhalten vom ADAC kostenlos eine Software, die auf das Gerät gespielt wird. Registriert das Programm ein Absinken der Geschwindigkeit unter ein bestimmtes Tempo, fragt es den Fahrer, ob er einen Stau melden will. Das geschieht per Mobilfunkverbindung, wobei der ADAC die Kosten übernimmt.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt das Unternehmen T-Systems Traffic aus Bonn bei der Erweiterung des kostenpflichtigen Verkehrsservices TMCpro. Dieser Service erfasst über eigene Sensoren Daten zum Verkehrsgeschehen auf Autobahnen und speist sie zum Beispiel in Navigationssysteme ein. Die Lizenz zum Bezug dieser Informationen bezahlen Kunden in der Regel bereits beim Kauf eines Gerätes mit. Das Unternehmen will nach eigenen Angaben von 2009 an auch mit Hilfe von Mobilfunkdaten vor Verkehrsbehinderungen warnen.

Allerdings geschieht das automatisch, ohne dass der Handy-Nutzer selbst aktiv werden muss. Der Verkehrsinformationsdienst will vielmehr die Bewegungsprofile von mehr als 17 Millionen Handys auswerten. Auf diese Weise sollen sie "ein Abbild des aktuellen Verkehrsflusses" liefern, heißt es. Und das soll nicht nur auf Autobahnen, sondern auch auf Bundes- und Landstraßen möglich sein.

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