Verwirrung um ADAC-Raststättentest
"Thüringer Stuben"-Betreiberin fühlt sich verunglimpft

Beim aktuellen Raststättentest stimmen nicht alle Ergebnisse mit der Realität überein. Vor allem beim Autohof Löbichau muss man genau hinsehen.
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LöbichauElke Schade traute ihren Augen nicht, als ihr am Mittwoch das Fax mit den Ergebnissen des jüngsten ADAC-Rastanlagentests ins Haus flatterte. Unter den 50 getesteten Autohöfen und Raststätten landete der Autohof Löbichau mit der Note „mangelhaft“ auf dem letzten Platz. Gleich in acht von elf Punkten hatte die Anlage nach Ansicht der Tester von Deutschlands größtem Automobilclub versagt: Kein Kinderspielplatz, schmutzige Toiletten und fehlende Kinderstühle im Restaurant lauteten die Kritikpunkte.

Allerdings stimmt das Testergebnis nicht mit der Realität überein. Denn hinter dem Restaurant befindet sich ein Kinderspielplatz, die kleinen Gäste können bei ihr sogar aus einer eigenen Speisekarte wählen. Entsprechend empört ist Betreiberin Schade über den Bericht. „Wir mühen uns hier täglich, dass alles Top ist und dann kommt so ein Knüppel“, sagt esie. „Die waren bestimmt in der Tankstelle gegenüber“, vermutete Schade. Besagte Tankstelle ist etwa 30 Meter entfernt.

ADAC lobt „Thüringer Stuben“

Und tatsächlich: Der ADAC versicherte auf Nachfrage, ausschließlich die auf dem Areal der Rastanlage gelegene Tankstelle mit dem angeschlossenem Snack-Shop getestet zu haben. „Unser Test bezieht sich ausdrücklich nicht auf das Restaurant von Frau Schade“, bestätigte Testleiterin Simone Saalmann auf Nachfrage der Nachrichtenagentur dapd. In den „Thüringer Stuben“ sei das Essen gut und preiswert, auch ein vom Verkehr abgegrenzter Kinderspielplatz sei vorhanden, korrigierte Saalmann.

Dennoch fühlt sich Elke Schade an den Pranger gestellt. „In dem Testergebnis ist vom „Autohof Löbichau' die Rede. Und wir stehen als unter diesem Begriff im Internet“, sagte Schade. Wer also nach dem Autohof Löbichau suche, lande zwangsläufig bei ihren „Thüringer Stuben.

Offenbar sah auch der ADAC diese Gefahr und informierte Elke Schade vorsorglich über das Testergebnis. Und auch im Nachgang bat der ADAC, das Versehen zu entschuldigen. “Wir wollen nicht, dass Frau Schade dadurch Nachteile erfährt„, sagte Saalmann. Der ADAC veröffentlichte dazu auf seiner Internetseite einen Hinweis, dass die “Thüringer Stuben„ nicht getestet wurden. Zudem wurde die Bezeichnung des Autohofs in dem Ranking in “Löbichau (Esso)„ geändert.

Betreiberin fürchtet Einbußen

Elke Schade befürchtet jedoch trotz der Korrekturen gravierende Folgen für sich und ihre neun Angestellten. So beginne gerade die Ferienzeit, in der die Gäste aufgrund des Tests ausbleiben könnten. “Dem ADAC vertrauen viele und die werden nun einen großen Bogen um den gesamten Autohof machen„, sagte Schade.

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"Thüringer Stuben"-Betreiberin fühlt sich verunglimpft

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Die Testergebnisse im Detail

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