Volkswagen kooperiert mit Toshiba
Immer mehr Duos im Rennen ums Elektroauto

Eine Branche schmiedet entscheidende Zukunftsallianzen. Nun haben sich Volkswagen und Toshiba zur Entwicklung von Elektroantrieben zusammengetan. Diesmal wollen die deutschen Autobauer nicht noch einmal das Nachsehen gegenüber den Japanern haben - so wie ihnen das beim Hybrid passiert ist. Doch bis Elektroautos für die breite Masse erschwinglich werden, muss noch einiges passieren.

DÜSSELDORF. Im Dezember Daimler und Evonik, Anfang Februar Ford und Johnson-Controls-Saft und nun also auch Volkswagen und Toshiba: Es gibt etliche Beispiel für die gestiegene Bereitschaft der Autobauer, sich bei der Entwicklung von Elektroautos Partner zu suchen. Schon vor der jetzigen Bekanntgabe der Zusammenarbeit mit Toshiba hatte Volkswagen mit Sanyo vereinbart, dass der japanische Elektrokonzern ihn von 2010 mit Lithium-Ionen-Batterien beliefert. Daimler kooperiert neben Evonik auch mit Tesla. Das Unternehmen kümmert sich um die nächste Batteriengeneration für den Elektro-Smart.

Die großen japanischen Autobauer haben ebenfalls Partnerschaften. So kooperiert Toyota in der Batterienentwicklung mit Panasonic, Honda startet ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Batteriespezialisten GS Yuasa und Nissan arbeitet mit NEC zusammen.

Die deutschen Autobauer haben das Thema alternative Antriebe aus Sicht von Automobilwissenschaftler Stefan Bratzel lange erheblich unterschätzt. Dass nur Toyota und Honda dem Hybridantrieb Aufmerksamkeit geschenkt hätten, habe erheblich Prestige gekostet. Außerdem betrachtet der Wissenschaftler vom Center of Automotive an der Fachhochschule für Wirtschaft in Bergisch Gladbach Hybrid als eine "nicht unwichtige Zwischentechnologie und eine interessante Lernplattform für den Elektroantrieb."

Beim Elektroauto wollten die deutschen Hersteller einen nochmaligen Gesichtverlust gegenüber den Japanern nun unbedingt verhindern. Diese Antriebsform wurde laut Bratzel erst spät erkannt. "Noch vor zwei Jahren spielte das kaum eine Rolle." Doch dann stiegen die Spritpreise auf Rekordniveau und der Umweltschutz gewann durch die geplanten CO2-Regelungen der EU an Bedeutung. Hinzu kam der technologische Fortschritt, der insbesondere bei Lithium-Ionen-Batterien eine höhere Energieeffizienz ermöglichte.

Die Entwicklung wird nach Vorhersage des Autombilwissenschaftlers in zwei Richtungen gehen. Zum einen erwartet er rein elektrogetriebene Stadt- und Spaßautos, die als Zweitwagen zum Einsatz kommen. Zum anderen Autos, die zusätzlich zum Elektro- einen kleinen Verbrennungsmotor haben, der nur dazu dient, die Batterie wieder aufzuladen und so die Reichweite erheblich zu verlängern.

Auch wenn bereits Ende 2010 das Elektroauto Chevrolet Volt in die Serienfertigung geht, rechnet Bratzel zunächst mit Ernüchterung, weil die Modelle sehr teuer sein werden. Heute koste der Energieblock 10 000 bis 15 000 Euro, den Löwenanteil daran mache die Batterie aus. Bis in fünf Jahren könnte der Preis auf 8 000 Euro sinken. Aber erst in zehn Jahren werde er wohl in Nähe der 4 000 Euro kommen, die ein herkömmlicher Verbrennungsmotor heute kostet. Da hilft es dann auch wenig, dass der Betrieb von Elektrofahrzeugen günstiger ist als der von spritbetriebenen Autos.

Die Kosten sind für den Professor das größte Hindernis, das bis zum Durchbruch zu überwinden ist. Ansonsten gelte es auch, eine lange Lebensdauer der Batterien garantieren zu können, und dafür zu sorgen, dass sie auch bei Kälte leistungsfähig bleiben.

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