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Volkswagen-Studie XL1: Geiz ist grau

Volkswagen hat mit dem XL1 das erste wirklich seriennahe Ein-Liter-Auto gebaut. Doch das Projekt wirft Fragen auf. Taugt es für den Alltag? Wann soll es auf den Markt kommen? Und wieso sind 0,9 Liter Durchschnittsverbrauch nur die halbe Wahrheit?

Dieser VW soll weniger als einen Liter Sprit brauchen: Der XL1 ist ein Prototyp, dessen Serienfertigung angeblich nicht nur in den Sternen steht. Quelle: DAPD
Dieser VW soll weniger als einen Liter Sprit brauchen: Der XL1 ist ein Prototyp, dessen Serienfertigung angeblich nicht nur in den Sternen steht. Quelle: DAPD

Elegant sieht anders aus. Der Fahrer, windet sich zum silberfarbenen Wagen hinunter, rutscht über den Seitenschweller und fädelt sich zwischen dem Lenkrad und dem dünn gepolsterten Fahrersitz ein. Mit einer Höhe von 1,16 Metern ist der Zweisitzer 30 Zentimeter niedriger als der VW Polo. Er startet per Knopfdruck. Lautlos beschleunigt der Elektromotor bis auf 80 Kilometer pro Stunde. Dann schaltet sich der noch rau laufende, weil vollkommen ungedämmte Minidiesel hinzu.

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Es ist eine Sensation, was da in Doha, der Hauptstadt Katars, über die breiten Straßen rollt: Der XL1, den VW-Vorstandschef Martin Winterkorn auf der Automesse des Emirats als Prototyp vorgestellte, ist das erste Hybridauto, das nur noch 0,9 Liter Diesel auf einer Strecke von 100 Kilometern verbraucht. Die VW-Fahrzeugstudie L1 aus dem Jahr 2009 brauchte noch 1,38 Liter.

Der Werkstoff hat Tücken

Möglich wird der Fortschritt durch massenhaft Hochtechnologie: Angefangen mit der Außenhaut, für die das VW-Design-Center in Potsdam eine strömungsgünstige Delfinform mit verkleideten Hinterrädern entwickelt hat. Zudem kommt der XL1 ohne Außenspiegel aus: Den Blick zurück ermöglichen Kameras, deren Bild auf Monitoren in der Seitenverkleidung der Türen angezeigt wird.

Weil das Auto für den Miniverbrauch aber nicht nur strömungsgünstig, sondern auch leicht sein muss, kam Stahl für die Karosserie nicht infrage. Stattdessen setzten die Entwickler auf ultraleichte, kohlenfaserverstärkte Kunststoffe (CFK), wie sie bereits im Flugzeugbau oder bei Formel-1-Autos verwendet werden.

Doch der Werkstoff hat Tücken: Er ist teuer und schwierig zu verarbeiten. Das weiß niemand besser als VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch. Der Auto-Patriarch saß 2002 im ersten Ein-Liter-Auto, das wegen der hintereinanderliegenden Sitze eine aerodynamisch günstige, aber wenig alltagstaugliche Zigarrenform hatte. Damals kostete allein die Karosserie des L1 getauften Autos mit Ein-Zylinder-Dieselmotor 35.000 Euro. "Heute sind es noch 5.000 Euro", versicherte Piëch der WirtschaftsWoche in Doha.

  • 09.02.2011, 19:29 UhrAnonymer Benutzer: Frank

    Das 1L Auto gibt es schon längst. Es steht bei mir seit Jahren in der Garage. Es fährt umgekehrt erst bis es warm ist mit benzin, dann schaltet es unhörbar um. Es kann in vier Minuten an jeder Gastankstelle nachgeladen werden.

  • 09.02.2011, 10:42 UhrAnonymer Benutzer: Incognito

    bald sehe ich schon vor mir: "0 Liter Spritverbrauch auf 100km/h". Verschwiegen wird natürlich dass es sich um einen reinen E-Motor handelt.

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