Volkswagen
Zylinderabschaltung in allen Segmenten

Mehrere Marken des VW-Konzerns wollen Motoren mit Zylinderabschaltung einführen. So wollen sie ihre Autos sparsamer machen.
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Wolfsburg/IngolstadtDer VW-Konzern will für Motoren in mehreren Modellreihen die spritsparende Zylinderabschaltung einführen. Mit der Technologie wird die Hälfte der Zylinder immer dann stillgelegt, wenn der Motor nur gering gefordert ist. Gibt der Fahrer kräftiger Gas, schalten sich die pausierenden Zylinder unmerklich zu. VW hat die Zylinderabschaltung für einen 1,4 Liter großen Vierzylinder vorgestellt, wie er unter anderem im Polo und im Golf sowie in vielen Modellen der Schwestermarken Seat und Skoda zum Einsatz kommt. Auf dem Prüfstand spart der Benzindirekteinspritzer den Angaben zufolge 0,4 Liter Sprit, im Alltagsbetrieb noch etwas mehr. Ab dem Frühjahr 2012 soll die Technik erhältlich sein.

Audi will die Zylinderabschaltung in die oberen Segmente bringen. Die Bayern haben einen 4,0 Liter großen V8-Motor entwickelt, der im Teillastbetrieb zum Vierzylinder wird. Er startet zum Jahreswechsel mit wahlweise 420 oder 520 PS in den S-Modellen von A6, A7 und A8 und wird auch im neuen Bentley Continental eingesetzt. Die Zylinderabschaltung reduziert im Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ) den Verbrauch um rund 5,5 Prozent und mit gleichbleibender Geschwindigkeit von 130 km/h Autobahnen um sieben Prozent. Der neue 4.0 TFSI-Motor wird die Rolle des V10-Saugers übernehmen. Auch Bentley wird in den Genuss des neuen Motors kommen. Im Bentley Continental GT wird er den W12-Motor ersetzen und den Verbrauch um rund 6,5 Liter auf 10,6 Liter pro 100 km/h senken.

Audi stellt ein hohes Sparpotenzial in Aussicht: Gegenüber dem bisherigen V10-Motor im S8 etwa soll der Verbrauch um 20 Prozent auf 10,2 Liter zurückgehen (CO2-Ausstoß: 243 g/km). Damit der Fahrer den zwischenzeitlichen Zylinderverzicht höchstens an der Tankstelle bemerkt, tragen im S8 aktive Motorlager zur Schwingungsdämpfung bei. Die Klangkulisse regelt sowohl bei Audi als auch bei VW je nach Motorbetrieb ein Geräuschmanagement.

Die Idee der Zylinderabschaltung ist nicht neu und eigentlich ganz einfach: Ein Motor hat dann den niedrigsten spezifischen Verbrauch, wenn er voll gefordert ist. Also schaltet man Zylinder ab, wenn man sie nicht unbedingt fürs Beschleunigen oder Höchstgeschwindigkeit braucht. Die restlichen müssen dann mehr leisten, was zu dem gewünschten Effekt mit besserem spezifischen Verbrauch führt.

Doch was so einfach klingt, bedeutet technischen Aufwand. Zunächst müssen die Ventile geschlossen werden könne. Das geschieht über verschiebbare Hülsen des Audi Valvelift Systems, kurz nachdem die zu schließenden Zylinder noch einmal mit Frischluft gefüllt wurden. Zeitgleich wird die Zündung stillgelegt. Das Umschalten funktioniert bei Drehzahlen zwischen 960 und 3.500 Umdrehungen pro Minute, wenn das Wasser mindestens 30 Grad warm ist und wenigstens der dritte Gang eingelegt wurde. Ein Schaltvorgang dauert etwa 0,3 Sekunden.
Wann der Motor nur mit vier Zylindern arbeitet, kann man im Audi 4.0 TFSI an einem Balken im Display zwischen den großen Rundinstrumenten erkennen. Leuchtet der in Grün, sind nur vier am Werk, bei acht bleibt der Balken weiß.

Kommentare zu " Volkswagen: Zylinderabschaltung in allen Segmenten"

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  • Wie sagt der Pinguin so schön: "Wenn mann keine Ahnung hat ...". Einfach mal "googeln" ;o)

  • Andere entwickeln eben das Elektroauto.

    Billigerer Antrieb, weniger Herstellkosten da kein Getriebe, Verbrennungsmotor, Auspuffanlage usw.

    Und extrem verminderte Reparaturkosten da Fehlen obiger anfälliger Baugruppen.

    Was wird wohl die Zukunft sein? Aber die Deutschen sehen ja auch die kommende Wéltwirtschaftskrise nicht.

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