Volvo XC 90 V8
Eine Wagenburg

Ihre Autoleidenschaft hat Astrid von Rudloff, Chefin der PR-Agentur Weber Shandwick, vom Vater geerbt. Für uns testete sie den Volvo XC 90 V8. Ihr Urteil: sicher, bequem – ein Frauenauto.

Freunde liegen mir mit dem Thema schon länger in den Ohren: Hol dir doch mal so ein SUV. Bisher ohne Erfolg, denn es ist ja wohl zu offensichtlich, welche Botschaft man mit solchen Autos absetzen möchte: Schau hoch, jetzt kommt der Steppenterminator. Nicht mein Ding, die üblichen Legitimationsversuche wie ,Ich fahre am Wochenende oft raus aufs Land, da sind so viele Schlaglöcher’ wären mir auf Dauer auch zu anstrengend.

Aber vielleicht gehen wir Frauen – entgegen landläufigen Vorurteilen – einfach rationaler mit der Autowahl um. Auch die berüchtigte Frage ,Welche Farbe’ bringt mit Sicherheit mehr Männer um den Schlaf als Frauen. Die meisten Frauen wollen ein praktisches Auto, wobei sie ,praktisch’ wahrscheinlich anders definieren als Männer. Komfortable Sicherheit ist ein Muss, aber es geht durchaus auch um Hubraum und PS. Vor allem, wenn es sich um Autos handelt, die 50 000 und mehr kosten. Dann werden Special Effects auch von Frauen gerne genommen. Ich selbst fahre kein typisches Frauenauto, lege aber trotzdem Wert auf frauenorientierte Details. Den Schminkspiegel zum Beispiel. Der ist bei Volvo nur bei eingeschalteter Zündung beleuchtet und deshalb gibt es einen Minuspunkt. Wegen solcher Details habe ich mich in meinen Mercedes CLS verliebt: Er hat eine elegante Optik und ästhetische Details, alle Instrumente sind mit feinen Chromleisten eingefasst. Das sieht schön aus und hebt die Stimmung. Darauf achte ich, weil ich mich den Autos anpasse, die ich fahre – mein Fahrstil ist absolut ,machine-driven’: Wenn ich Mercedes fahre, bin ich automatisch relaxt. BMW sagt mir: ,Los, gib Gas!’ Und dieser Volvo? Der erklärt mir: ,Mach, was du willst!’ Man trödelt ein bisschen rum, denn mit diesem Auto muss man eigentlich nichts beweisen. Aber zwischendurch kann man schön drauftreten und den V8-Motor fauchen lassen.“

Astrid von Rudloff hat ihre Autoleidenschaft vom Vater geerbt, der zwar keine luxuriösen, dafür aber immer sportliche Autos wie den Dreier-BMW oder den Audi 100 fuhr. Die Managerin, die nach ihrem Volkswirtschaftsstudium in Köln erst in der Marktforschung und dann in einer Agentur für Lifestyle-PR arbeitete, entwickelte sich vollends zur Auto-Närrin, als sie die Öffentlichkeitsarbeit fürs Martini-Racing-Team organisierte. Regelmäßig ließen DTM-Piloten sie mitfahren. 1992 begann sie bei Weber Shandwick und übernahm dort 2004 den deutschen Chefposten. Die Agentur mit Hauptsitz in New York hat zuletzt vermeldet, dass die Fluktuation im deutschen Top-Management im vergangenen Jahr stark zugenommen hat.

„Dieser Wagen ist eindeutig ein Chefauto. Aber eines, das signalisiert: „Ich klebe nicht an der klassischen Dienstwagen-Hierarchie.“ Ich selbst bin vorher noch nie Volvo gefahren, nur mein Mann hatte mal diesen klassischen, eckigen Familienkombi. Der XC 90 fährt in einer anderen Liga und sieht auch danach aus. Sein schnittiges Outfit ist ein deutliches Upgrade auf das klassische Lehrerauto und spricht neue Zielgruppen an: Mit seinem martialischen Auftritt, dem Riesenmotor und gewaltigen Rädern ist er eindeutig an männliche SUV-Fahrer adressiert. Nichts dagegen einzuwenden, aber auch nicht leicht mit der nicht mehr zu verdrängenden Forderung nach mehr individueller Verantwortung für die Umwelt in Einklang zu bringen. Verantwortung passt eigentlich gut zum alten Volvo-Image, eine große Chance für die Marke. Die Frage ist jetzt: Wie bekommt man all das in einem Auto zusammen?

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