Vom Nischen- zum Massenmarkt
Überraschungserfolg für Elektro-Roller

Wenn es um alternative Antriebe geht, wird gerne viel geredet: Die eine Seite fordert zum Beispiel die Autoindustrie dazu auf, endlich einmal ihre Konzepte zu überdenken. Die Hersteller wiederum sagen, dass alles gut werden wird – irgendwann. Auf der Motorradmesse Intermot in Köln (8. bis 12. Oktober) ließ sich feststellen, dass an anderer Stelle gemacht statt geredet wird.

dpa/tmn KÖLN. Wenn es um alternative Antriebe geht, wird gerne viel geredet: Die eine Seite fordert zum Beispiel die Autoindustrie dazu auf, endlich einmal ihre Konzepte zu überdenken. Die Hersteller wiederum sagen, dass alles gut werden wird - irgendwann.

Auf der Motorradmesse Intermot in Köln (8. bis 12. Oktober) lässt sich nun feststellen, dass an anderer Stelle einfach gemacht statt geredet wird. Ein paar Hersteller zeigen hier elektrisch betriebene Motorroller, die sich bereits überraschend gut verkaufen.

Die Halle vier auf dem Messegelände ist für Motorradliebhaber sicher nicht die allererste Anlaufstelle - Attraktionen mit reichlich PS finden sich hier weniger. Doch wer sich bis in den hinteren Bereich der Halle vorgewagt hat, findet dort gleich mehrere Hersteller, bei denen sich alles um die alternativen Antriebe dreht.

So zeigt Solar Mobil aus Furth bei Landshut diverse Modelle, die sich elektrisch fortbewegen. Und wer möchte, kann dazu auch gleich noch die umweltfreundliche "Tankstelle" ordern. Da das Unternehmen aus der Solarbranche kommt, gibt es die Roller auf Wunsch nämlich im Paket mit der Solarstation zum Aufladen. Zwei Roller mit Station und Photovoltaik-Element kosten 8 000 Euro. Soll die normale Steckdose daheim zum Aufladen genutzt werden, kosten die Elektroroller je nach Modell 1 290 bis 3 790 Euro.

Über mangelnde Nachfrage kann sich der Anbieter laut Geschäftsführer Ingo Fahle nicht beklagen: "Im Jahr 2007 haben wir etwa 50 Roller verkauft, in diesem Jahr sind es schon 500." Fahle sieht elektrische Roller in Zukunft auch nicht mehr als Nischen-, sondern als Massenmarkt.

Recht neu auf dem Markt ist Hersteller E-Max aus Oberhaching mit dem gleichnamigen, selbst entwickelten Roller. Angeboten wird er als 90S und 110s, was in erster Linie Unterschiede bei der Reichweite bedeutet. "Der 90S hat eine Reichweite von 45 bis 60 Kilometern, der 110s kommt auf 70 bis 90 Kilometer", sagt Marco Golla von E-Max. In Sachen Tempo erreichen beide 45 Stundenkilometer (km/h). Bald soll ein weiteres Modell folgen: Nach den Rollern mit Silizium-Batterien stellt der Hersteller in Köln nun auch den 120l vor, der über moderne Lithium-Ionen Akkus verfügt.

Diese Akkus machen den 120l im Vergleich zu den beiden anderen Modellen zwar 15 Kilogramm leichter, aber auch teurer. Denn während ein 90S für 2 995 und ein 100s für 3 295 Euro angeboten wird, soll der neue Roller zur Markteinführung im Frühjahr 2009 zwischen 4 900 und 5 400 Euro kosten. Seine Kunden wird er wohl trotzdem finden: Denn obwohl die Firma E-Max laut Marco Golla erst seit Anfang 2008 am Markt ist, wurden von den beiden ursprünglichen Rollermodellen bereits 1 500 Exemplare verkauft.

Auf solche Zahlen kann der Importeur der US-Marke Vectrix zwar noch nicht verweisen - trotzdem sind diese Roller auch ein Beweis dafür, dass mancher Mensch gern etwas mehr Geld für elektrische Motoren ausgibt. Die "Maxi-Scooter" von Vectrix sind echte Großroller, die mit Modellen der 500-Kubikzentimeter-Klasse konkurrieren. Sie sind bis zu 100 km/h schnell und haben eine Reichweite von 50 bis 110 Kilometern. Und obwohl der Importeur in Berlin laut Mitarbeiter Sven Wedemeyer erst seit März aktiv ist, haben sich schon 50 Menschen einen der 9 999 Euro teuren Roller geleistet.

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