VW Phaeton
Premium-Symbol

Werner Decker, Deutschland-Chef von American Express, nimmt den VW Phaeton mit dem neuen V6-TDI-Motor unter die Lupe. Der Wagen stellt die Luxusklasse der sonst so bodenständigen Wolfsburger dar. Deckers Urteil: Solide, aber unscheinbar.

Ich bin mir ganz sicher: Meine Geschäftsfreunde würden staunen, wenn ich mit einem Phaeton angefahren käme. Schließlich wissen sie, dass ich eigentlich BMW fahre. Aber vielleicht ist dieser Wagen ja eine echte Alternative zu den gängigen Luxuskarossen. Das möchte ich mit dieser Testfahrt herausfinden. Unsere Platin- und Centurion-Mitglieder würden wahrscheinlich andere Fahrzeuge bevorzugen, wenn sie eine Luxuslimousine brauchen. Denn sie verlangen häufig nach etwas ganz Besonderem, wie beispielsweise einem Ferrari, sie wünschen sich eben das unvergessliche Erlebnis. Autos sind ja zuallererst ein Statussymbol. Ein edler Wagen vor der Tür ist für viele noch wichtiger als eine edle Kreditkarte im Portemonnaie.“

Da ist er schon, der Brückenschlag zum eigenen Produkt. American Express präsentiert sich als Premiummarke: Von Blau und Grün über Gold, Platin und Schwarz gibt es die Kreditkarten von „Amex“ zwar für jede Einkommensklasse. Um eine der begehrten schwarzen Centurionkarten zu bekommen, müssen Aspiranten aber mindestens 100 000 Euro pro Jahr „auf Karte“ kaufen – und ihre Finanzen außerdem auf Herz und Nieren prüfen lassen. Wie, darüber schweigt sich Amex aus. In Deutschland ist eine vierstellige Anzahl von Personen in Besitz der schwarzen Karte, darunter zahlreiche Vorstände börsennotierter Unternehmen sowie wohlhabende Mittelständler und TV-Prominenz. Eine Art Call-Center müht sich, die extravaganten Wünsche der Centurion-Mitglieder zu erfüllen: Seien es Last-Minute-Tickets für die Bambi-Verleihung oder weiße Schmetterlingsschwärme für die Hochzeit der Tochter.

„Was mir sofort auffällt: Bei den Fahreigenschaften macht der Groß-VW einen guten Eindruck. Er liegt angenehm auf der Straße, die Lenkung ist direkt, und die Bremsen greifen ordentlich zu. Ich komme mir fast vor wie im Siebener BMW oder in der S-Klasse von Mercedes – vor allem, was das Sicherheitsgefühl angeht.

Der Innenraum des Phaeton ist ansprechend. Das Lenkrad ist bedienerfreundlich und sportlich zugleich. Und das Wurzelholz am Armaturenbrett passt zum Ambiente. Bei höheren Geschwindigkeiten bleibt das Windgeräusch in einer erträglichen Lautstärke, und auch der Dieselmotor behält bei über 200 km/h die nötige Ruhe. Die Beschleunigung des Phaeton ist dynamisch, die Größe des Fahrzeugs spielt in diesem Bereich sicherlich eine entscheidende Rolle.“

Mit dem V6-TDI-Motor hat Volkswagen im April einen weiteren Versuch gestartet, Autofahrern seinen Phaeton schmackhaft zu machen – immerhin der erste Wagen seiner Klasse, der die neue Euro-5-Abgasnorm erfüllt. Der Versuch der Wolfsburger, ins Luxussegment einzusteigen, war bislang jedenfalls nicht von Erfolg gekrönt. VW konnte gerade mal ein Viertel der geplanten Stückzahl Autos an den Mann bringen: Statt 20 000 Fahrzeugen pro Jahr sollen Schätzungen zufolge gerade einmal 5 000 Phaetons zahlende Kundschaft gefunden haben. Angeblich hat man in Wolfsburg bereits reagiert und will den Phaeton-Nachfolger, der 2010 auf den Markt kommen soll, deutlich unterhalb des Audi A8 positionieren. Der Phaeton 2 soll auch erheblich billiger werden.

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