Walter Röhrl - bester Rallye-Fahrer aller Zeiten
Das „Genie auf Rädern“ wird 60

Von einem persönlichen Tempolimit will er nach wie vor nichts wissen. Seine letzten drei Dienstreisen führten ihn nach Rom, Dubai und Schweden, wie einst hinter dem Steuer seiner verschiedenen Boliden lässt sich Walter Röhrl in seinem Tatendrang bis heute ungern bremsen.

HB DÜSSELDORF. Der einzige deutsche Rallye-Weltmeister (1980 und 1982), der am heutigen Mittwoch seinen 60. Geburtstag feiert, ist als geschätzter Experte, Testpilot und Porsche-Repräsentant weiterhin fester Bestandteil der Szene um schnelle Motoren und belastbare Reifen.

Vor allem durch seinen legendären Fahrstil hatte sich das „Genie auf Rädern“, wie ihn Formel-Eins-Größe Niki Lauda früher titulierte, bei der Konkurrenz höchsten Respekt verschafft. Denn Röhrl fand nicht nur bei seinen vier Monte-Carlo-Triumphen zwischen 1980 und 1984 dank der richtigen Mischung aus Beherrschtheit und Risiko stets die Ideallinie – ob auf Schotter, Schnee oder Asphalt. Seine herausragende Gesamtleistung wurde durch die Wahl im November 2000 zum „Rallye-Fahrer des Millenniums“ entsprechend gewürdigt.

„Dabei fasziniert mich viel weniger die hohe Geschwindigkeit, sondern mehr die verantwortungsbewusste Perfektion beim Umgang mit dem Auto“, sagt der Lenkrad-Virtuose, der sich kurz nach Erwerb des Führerscheins in seiner Jugend zunächst als Chauffeur des juristischen Vertreters der bayerischen Bischöfe bewährte.

"Die wirklich guten Fahrer haben die Fliegen auf den Seitenscheiben"

Kleine Schönheitsfehler in der Ausnahme-Karriere gehören dazu: Bei der Rallye San Remo 1978 hatte Röhrl eine Anweisung seines treuen Beifahrers Christian Geistdörfer falsch verstanden, war daraufhin mit seinem Gefährt erst von der Strecke abgekommen und prompt unsanft auf einem Hausdach gelandet. „Ich habe vier Kilometer bis zum Servicepunkt nur an Selbstmord gedacht.“ Co-Pilot Geistdörfer erinnert sich gern an die fast zehnjährige Zusammenarbeit: „Wir haben uns wirklich blind verstanden. Walter fuhr mit einer sensationellen Intuition, konnte aber auch herrlich jähzornig werden.“

Den richtigen Bogen hatte der gebürtige Regensburger schon als Teenager raus, als er sich als staatlich geprüfter Skilehrer in den Bergen austobte. Kurz darauf wechselte Röhrl von der weißen auf die mehr oder minder befestigten Pisten und lieferte sich sehenswerte Duelle mit den damaligen Größen wie Hannu Mikkola, Ari Vatanen oder Björn Waldegard.

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