•  
  • Digitalpass
  • Finanzen
  • Unternehmen

    STELLENMARKT

    Mit dem Jobturbo durch-
    suchen Sie mehr als 215.000 Stellenanzeigen in 36 deutschen Stellenbörsen.
  • Politik

  • Technik
  • Auto
  • Sport
  • Panorama
  • Social Media
    Einstellungen
    Dauerhaft aktivieren und Datenübermittlung zustimmen oder deaktivieren:
    Folgen Sie Handelsblatt:
  • Video
  • Service

Die Revolution lässt auf sich warten

Wann kommt die Serien-Brennstoffzelle?
Die Revolution lässt auf sich warten

Mit Wasserstoff als Benzinersatz: Toyota will sein erstes Brennstoffzellen-Fahrzeug ab 2015 in Skandinavien auf den Markt bringen. Mercedes kündigte an, schon 2014 zu starten. Jetzt fehlen nur noch die Tankstellen.
  • 4

DüsseldorfTechnisch interessierten Lesern könnte die Schlagzeile bekannt vorgekommen sein: "Der Serienstart eines Fahrzeugs mit Brennstoffzellenantrieb steht unmittelbar bevor." Toyota steckte im Oktober 2012 hinter dieser Ankündigung und versprach, man werde gemeinsam mit den Forschungspartnern Nissan und Hyundai das erste Fahrzeug mit Wasserstoffantrieb ab dem Jahr 2015 in Skandinavien auf den Markt bringen. Der Aufbau einer Infrastruktur für Wasserstofftankstellen zwischen 2014 und 2017 sei bereits in Vorbereitung. Auch das erste Modell stehe fest. Die Entscheidung fiel auf die Serienversion der Toyota-Studie "FCV-R", eine viertürige Stufenhecklimousine der Mittelklasse.

Und die Deutschen? Auf der IAA im September 2011 zeigte Daimler sein Forschungsfahrzeug F125, das von einer Kombination aus Brennstoffzelle und Plug-In-Hybrid angetrieben wird. Die Stuttgarter versprechen sich von der Brennstoffzellen-Plug-In-Kombination des F125 bis zu 1.000 Kilometer Reichweite, ein Tankvorgang soll drei Minuten dauern. Bereits heute möglich sind Distanzen von bis zu 400 Kilometern, wie Daimler mit einer Weltumrundung dreier B-Klassen mit Brennstoffzelle gezeigt hat. Ein Jahr vor Toyota, bereits 2014 soll der Serienstart erfolgen.

Was von solchen Ankündigungen zu halten ist, fragen sich selbst aufgeschlossene Autofahrer seit Jahren. Die Geschichte der Brennstoffzelle als Antriebsquelle für Flugzeuge und Autos zieht sich wie Gummi, den wenigen wirklich fliegenden und fahrenden Exemplaren steht seit den frühen 90er Jahren eine ganze Armada teils unförmiger experimenteller Versuchsträger gegenüber, die nie jemand kaufen würde. Warum auch, wenn es an den entsprechenden Tankstellen, also der Infrastruktur fehlt? Und wer soll sich die dadurch entstehenden Kosten ans Bein binden?

Allein diese beiden bislang unbeantworteten Fragen zeigen: Bis die revolutionäre Antriebstechnik sich weltweit auf breiter Basis durchsetzen wird, muss die gesamte Autoindustrie noch einen gewaltigen Kraftakt stemmen. Und: Selbst die größten Hersteller können eine so komplexe Technik nicht im Alleingang zur Marktreife bringen. Dass sich gerade Toyota den Platz in der ersten Reihe der Brennstoffzellen-Technik für Automobile erarbeitet hat, ist - wie bereits beim Hybridantrieb - der langfristig ausgerichteten Unternehmensstrategie geschuldet. Einmal mehr könnte sich also - wie bei der Hybridtechnik - das Durchhaltevermögen für die Japaner auszahlen, denn ohne Hybridtechnik funktioniert der Brennstoffzellenantrieb im Auto nicht. Das hat mittlerweile auch BMW erkannt, die Bayern bekunden derzeit starkes Interesse an einer entsprechenden Kooperation.

Im Dezember 2009 hatte BMW die Versuche mit einer eigenen Wasserstoff-Direktverbrenner-Testflotte eingestellt. Seit dem konzentriert sich der Konzern auf Elektroautos mit Batterie, noch in diesem Jahr soll der i3 auf den Markt kommen.

Die Brennstoffzelle ist eine sogenannte "galvanische Zelle". Der Begriff bezeichnet eine Vorrichtung, die chemische in elektrische Energie umwandelt. Die Brennstoffzelle erzeugt elektrischen Strom durch die Umwandlung von Sauerstoff und Wasserstoff in Wasser. Das Prinzip ist alt, der britische Physiker Sir William Robert Graves entdeckte es bereits 1839.

Brennstoffzellen arbeiten als Energielieferant schon seit langer Zeit in Unterseebooten oder in der bemannten Raumfahrt, also in Bereichen, wo die Kosten für den Bau von Antrieben, beziehungsweise für die Energieerzeugung keine Rolle spielen.

Seite 1:

Die Revolution lässt auf sich warten

Seite 2:

Kleinwagen für 100.000 Euro

Kommentare zu "Die Revolution lässt auf sich warten"

Alle Kommentare
  • Brennstoffszelle ist wahrscheinlicher als ein Akkuhobel. Aber solange der Verbrenner noch Optimierungsmoeglichkeiten hat, wird sich die Entwicklung in Grenzen halten. Der ganze Hype der letzten Jahre ist verpufft. Und wenn die Amis jetzt noch zum Ölexporteur werden, dann können wir auf EVs und Brestoffzellenfahrzeuge noch lange warten.

    PS: An alle Ökos. CO2 Reduktion interessiert in Wirklichkeit niemanden. Die Motoren werden optimiert bzw. es werden neue Antriebskonzepte entwickelt, damit sich das Volk auch in Zukunft noch Mobilität leisten kann.

  • Ich warte nicht auf die Brennstoffzelle. Da gibt es noch zu viele ungeklärte Fragen. Alternativtechnik zum Öl kann man bereits bei VW kaufen, nämlich Erdgasautos. Ich habe mir auch einen neuen Touran EcoFuel gekauft. Ich fahre das Auto mit 4Euro auf 100 Kilometer!! Ich war total überrascht, dass man solche Autos sehr kostengünstig bereits bei VW erwerben kann. Erdgas ist umweltfreundlich, kann sehr kostengünstig synthetisch hergestellt werden und ist somit unbegrenzt verfügbar! Meine Eltern haben sich jetzt auch einen VW bestellt...

  • Ergas ist schon ein großer Schritt in die richtige Richtung, leider sind, da man bei vielen Modellen ein intelligentes Steuergerät, andere und teure Zündkerzen und einen Öler benötigt, die Umrüstungen sehr teuer. Doch endlich, nach Jahrzehnten deutscher Abstinenz zu diesem Thema, kommen endlich Serienfahrzeuge auf den Markt, wo alles schon perfekt ist.
    Doch warten wir ab, ob der Steuervorteil erhalten bleibt.

  • Endlich tut sich etwas bei der Brennstoffzelle, das Netzt an Tankstellen wird durch eine Initiative von Linde und der Autoindustrie ausgebaut und durch die Regierung gefördert.
    In einigen anderen Ländern passiert ähnliches.
    es ist zu hoffen, dass durch baldige Serienfertigung auch endlich die Kosten der Brennstoffzelle runtergeht. Z.B. bei Hausbrandtanlagen ist diese Technik leider noch unerschwinglich.

    @Ka 7
    Es gibt noch eine Menge andere Gase außer CO2 die Mensch und Umwelt schaden.
    Auch durch den Katalysator werden Mikropartikel an verschiedenen schädlichen Metallen ausgestoßen, vor allem Uran.
    Eines Tages wird man Verbrennungsmotoren heutiger Technik als Dinosauriertechnik bezeichnen.
    Die haben es auch nicht eingesehen, doch irgendwann mussten sie abtreten.

Serviceangebote