Weniger Verbrauch, weniger Abgase
Forscher optimieren Motorzündung

Mehr Leistung bei geringerem Kraftstoffverbrauch und weniger Schadstoffausstoß. Das verspricht eine neue Zündtechnik für Benzinmotoren, die an der Fachhochschule Aachen entwickelt wurde.

DÜSSELDORF. Das Neue an der Erfindung des Aachener Forschers Holger Heuermann ist, dass nicht wie bisher ein elektrischer Impuls den Zündfunken an der Zündkerze erzeugt, sondern elektromagnetische Wellen. „Das hat den Vorteil, dass der entflammte Zündbereich viel größer und die Gestaltung des Zündfunkens hinsichtlich Brenndauer und Funkenzahl variabel ist“, sagt Heuermann. Auf diese Weise ließen sich auch inhomogene und magere Gemische leichter entflammen.

„Nicht zuletzt dadurch verringert sich der Kraftstoffverbrauch und die Abgasemission“, erläutert der Professor am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik der Fachhochschule Aachen. Der Institutsleiter rechnet mit einer Reduzierung des Spritverbrauchs in der Größenordnung zwischen drei und fünf Prozent. Die neue Technik erfordert zwar ein komplett neues Zündsystem, könnte aber die bisherige Zündkerze ersetzen ohne dass Veränderungen am Motor erforderlich wären. Wenn es gelänge, bis zu zehn Prozent zu sparen, würde sich die neue Technik sogar für eine Nachrüstung bei älteren Fahrzeugmodellen rechnen, so der Forscher.

„Wir haben es geschafft, den Funken bei einer Leistung von nur 20 Watt zu generieren“, sagt der Forscher. Diese geringe Leistung senkt einerseits den Stromverbrauch der Zündanlage im PKW und ermöglicht zudem eine kostengünstige Umsetzung. Heuermann hat die Erfindung bei der Patentvermarktungsgesellschaft Pro-Vendis der Hochschulen in Nordrhein-Westfalen angemeldet und mit dem Ludwigsburger Spezialisten für Zündungstechnik Beru weiterentwickelt. Im Frühjahr nächsten Jahres soll die Hochfrequenzzündanlage erstmals in einem Kraftfahrzeug getestet werden.

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