Werkstuner im Wettbewerb
Das PS-Wettrüsten geht weiter

Während Großserienautos sparsamer werden, setzen viele Hersteller gleichzeitig auf monströse Leistung: Sie lassen manches Modell vom Werkstuner kräftig aufrüsten. Denn Sport taugt gut als Statussymbol.
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Affalterbach/MünchenDie Autobauer rüsten systematisch auf: Vor allem die deutschen Hersteller lassen in ihren Sportabteilungen und beim Werkstuner wieder die Muskeln spielen. In gewissem Widerspruch steht der Trend zu den Großserienmodellen, bei denen die Hersteller um jedes Gramm CO2 ringen - wenngleich das Emissionsthema längst auch die Tuner beim Mercedes-Ableger AMG, der BMW M GmbH oder der Audi-Tochter Quattro erreicht hat, die in den letzten Jahren beachtliche Fortschritte erzielen konnten.

Für das neue Wettrüsten um jede Pferdestärke gibt es jedoch Gründe: Zum einen ist die Krise der Autoindustrie überwunden, einen anderen nennt der Automobilwirtschaftler Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen: Für die Hersteller seien solche Kleinserien eine Spielwiese, auf der neue Technologien wie Turboaufladung oder Leichtbau mit Karbon ausprobiert werden könnten.

Eine Begleiterscheinung der Entwicklung ist, dass es leistungspotente Autos in immer mehr Fahrzeugklassen gibt. So will AMG mit einer Sportversion der A-Klasse 2013 ins Segment der Kompakten einsteigen. Der A45 wird mit einem aufgeladenen, zwei Liter großen Turbo-Direkteinspritzer bestückt, der mehr als 250 kW/340 PS haben wird. Mit einem Einstiegspreis von voraussichtlich unter 50 000 Euro soll dieses Auto die Kundenbasis verbreitern und den Absatz deutlich vergrößern.

Insgesamt plant AMG in den nächsten fünf Jahren acht neue Modelle. Darunter sind ein sportlicher Ableger des neuen CLS Shooting Break und ein kleiner Bruder des Flügeltürers SLS.

Auch die BMW M GmbH weitet ihr Modellprogramm aus. Etwa mit der neu aufgelegten Reihe «M Performance Automobile»: «Diese Fahrzeuge stehen in Leistung, Design und Preis zwischen den Serienautos und unseren Kernmodellen», erläutert M-Chef Friedrich Nitschke. So gibt es unter der neuen Flagge den ersten Diesel der M GmbH, mit dem auch der Allradantrieb bei den Sport-Limousinen Einzug hält. Und ab Herbst wird es einen BMW M135i geben. Er leistet 235 kW/320 PS, kostet 39 550 Euro und zielt direkt auf den A45 AMG. Für 2013 steht auch das M6 Gran Coupé auf dem Plan.

Die Quattro GmbH von Audi fährt im Vergleich zur Konkurrenz ein wenig hinterher. Immerhin startet in diesen Tagen als letzte Evolutionsstufe vor dem Modellwechsel der TT RS plus mit 265 kW/360 PS als Coupé und Roadster.

Außerdem geht der RS4 Avant mit 331 kW/450 PS ins Rennen, und hinter den Kulissen legen die Scharfmacher letzte Hand an die Überarbeitung des R8, der nach Informationen aus Unternehmenskreisen im Herbst frisch geliftet in die zweite Halbzeit fährt.

Aber auch die Quattro GmbH erschließt neue Segmente und liebäugelt mit einem sportlichen Geländewagen. Bis der im Frühjahr in Peking enthüllte Q3 RS mit 265 kW/360 PS in Serie geht, ist nach Werksangaben «nur noch eine Frage von Monaten, nicht Jahren.»

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