Winterreifen Special
Unfall mit abgefahrenen Reifen: Versicherung zahlt mitunter

Wer wegen abgefahrener Reifen einen Unfall verursacht, erhält nur dann keinen Schadenersatz, wenn er von der zu geringen Profiltiefe wusste. Das meldet der Deutsche Anwaltverein in Berlin.

dpa/gms KÖLN/BERLIN. Er beruft sich dabei auf ein Urteil des Oberlandesgerichts Köln (Az.: neun U 175/05). Hat demnach die Werkstatt beim Montieren gebrauchter Reifen nicht auf das geringe Profil hingewiesen, sei dem Fahrer keine grobe Fahrlässigkeit vorzuwerfen.

In dem Fall war der Kläger im Winter auf glatter Straße ins Schleudern geraten und gegen einen Erdwall geprallt. Die Polizei stellte an den hinteren Reifen eine zu geringe Profiltiefe fest und die Versicherung weigerte sich daraufhin, für den Schaden aufzukommen, erläutert der Anwaltverein. Die Richter entschieden jedoch, dass der Fahrer nicht grob fahrlässig gehandelt habe.

Es sei ihm nicht vorzuwerfen, dass er die Profiltiefe nicht geprüft habe, denn der Mann hatte die Winterreifen erst zwei Monate zuvor in einer Werkstatt montieren lassen. Er habe davon ausgehen dürfen, dass er in der Werkstatt auf die zu geringe Profiltiefe hingewiesen wird. Das gelte trotz des Umstandes, dass es sich um gebrauchte Reifen handelte und die Montage in Schweden erfolgte.

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