Yamaha TMax 530
Der fast perfekte Roller

Seit 2001 ist der TMax die Messlatte für Scooter im Maxi-Bereich über 500 ccm Hubraum. Mit mehr Leistung und neuem Fahrwerk wappnet Yamaha ihn nun gegen die aufholende Konkurrenz von BMW und Honda.
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Los AngelesModern, sportlich, einzigartig – das sind die Attribute des neuen Yamaha TMax 530, den die Japaner in Los Angeles erstmals auf der Straße präsentierten. Mit mehr Hubraum und Leistung sowie optimiertem Fahrwerk wappnet sich der Maxi-Scooter gegen die aufkommende Konkurrenz von BMW und Honda.
Der TMax bildet seit seiner Einführung im Jahr 2001 die Messlatte für alle Scooter im Maxi-Bereich über 500 ccm Hubraum, er gilt sozusagen als perfekter Roller. Das unterstreichen sogar die Roller-Neuheiten von Honda und BMW. Sowohl beim Honda Integra 700 als auch für den BMW C 600 Sport orientierten sich die Mitbewerber am Yamaha-Vorbild.

Fast 11.000 Euro

Über 180.000 Einheiten haben die Japaner bis heute von dem Roller verkauft, hauptsächlich in Italien und in Frankreich. Hierzulande genießt der TMax zwar ebenfalls den Ruf, einer der besten Roller auf dem Markt zu sein, nur beim Kauf zeigt der deutsche Rollerfahrer deutliche Zurückhaltung. Durchschnittlich sind es nicht mehr als 100 bis 150 TMax-Interessierte jährlich, die bereit sind, für einen Scooter mehr als 10.000 Euro hinzublättern.

Das könnte sich allerdings ändern. In der Branche geht man davon aus, dass durch den Einstieg von BMW ins Rollergeschäft vor allem das Segment der sogenannten Maxi-Scooter einen spürbaren Schub erhalten dürfte. Davon könnte auch der Yamaha TMax hierzulande profitieren. Zumal die Japaner in Anbetracht der neuen Konkurrenz ihr Paradestück für 2012 kräftig aufpoliert haben.

Das Design ist noch kantiger geworden, die Front mit den beiden verkleinerten Projektionsscheinwerfern und den eckigen Blinkern wirkt aggressiver. Die einzelnen Plastikteile sind farblich aufeinander abgestimmt, ins sportliche Konzept passt zudem das aus zwei analogen Rundinstrumenten bestehende, besser ablesbare Cockpit mit Hintergrundbeleuchtung. Die in zwei Positionen manuell verstellbare Frontscheibe fällt etwas kürzer, dafür aber aerodynamisch vorteilhafter gestaltet aus und verringert so den Winddruck auf den Fahrer.

Keine echte Farbe

Der große Stauraum unter der Sitzbank und die hochwertige Verarbeitung untermauern die Ausnahmestellung des Rollers. Etwas mehr Mut hätte Yamaha bei der Farbgestaltung zeigen können. Neben den offerierten Tönen Weiß, Schwarz, Silber und Grau fehlt leider eine richtige Farbe.

Beim Antrieb sind die Techniker bis ins kleinste Detail gegangen. Der flüssigkeitsgekühlte Reihenzweizylinder-Viertaktmotor mit vier Ventilen, Einspritzung und G-Kat verfügt jetzt über einen Hubraum von 530 ccm (vorher 499 ccm) und leistet mit 46,5 PS drei mehr als der Vorgänger. Entscheidender ist der Drehmomentzuwachs: Erreichte das 2011er-Modell sein maximales Drehmoment von 46,1 Nm erst bei 6 500 U/min, so stehen beim 530er TMax die 52,3 Nm nun schon bei 5 250 U/min zur Verfügung.

Diese bemerkenswerte Drehmomentstärke ist auf eine Reihe leichterer und effizienter arbeitender Komponenten im Motor zurückzuführen wie Schmiedekolben, dachförmige Brennräume und neue Nockenprofile. Auch der Ein- und Auslassbereich ist komplett neu. Die neue elektronische Benzineinspritzung besitzt jetzt Düsen mit zwölf Löchern statt wie bisher nur sechs – wie beim Supersport-Motorrad R6.

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  • Nachdem die Branche spürt, dass sich Motorroller gut verkaufen lassen, streben die Motorradhersteller in den Rollermarkt ... und ziehen die PS-Zahlen nach oben. Das Motorrad-Leistungsdenken wird einfach wiederholt. Getreu dem Motto "Noch mehr PS verkauft sich immer gut".

    Die passive Sicherheit bleibt dabei auf der Strecke. Da Rollerfahrer sich zudem eine Spur lockerer anziehen, wird es mehr Tote geben. Ab einer Geschwindigkeit von 140 km/h spielt die Kleidung allerdings im Unfallereignis mehr eine kosmetische Rolle.

    Weitaus interessanter wird so der Markt der mittleren e-Roller und Hybridroller werden. Wer mehr Sicherheit haben möchte, muss dagegen einen betagten gebrauchten BMW C1-Roller kaufen. Dieser hat zudem einen europäischen Motor von ROTAX und keinen KYMCO-Motor wie in den neuen BMW Rollern.

    Der YAMAHA ist sicher ein guter Qualitätsroller; auf die Verbrauchsangabe wurde aber leider in den technischen Daten verzichtet. Ab einem Rollerpreis von 10.000 Euro sollte allerdings schon eine Bremsenergierückgewinnung und leichte Hybridisierung drin sein. Letzteres ist wohl eher von HONDA zu erwarten.

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