Zink
Hauchdünne Schichten schützen vor Rost

Mit Zink auf der Überholspur: Im Automobilbau ist der Werkstoff schlichtweg unverzichtbar. Verbesserte Techniken für das Feuerverzinken erhöhen die Lebensdauer von Personen- und Nutzfahrzeugen; nun soll der Korrosionsschutz mit Zink flächendeckend auf LKW-Auflieger ausgeweitet werden. Doch das Potential von Zink ist noch lange nicht ausgereizt.

DÜSSELDORF. Rund zehn Kilogramm des Metalls enthält ein PKW nach Berechnungen der International Zinc Association (IZA). Drei Kilogramm davon dienen dem Korrosionsschutz, fünf Kilogramm stecken in zahlreichen Zinkdruckgussbauteilen - der Rest wird beispielsweise für Auswuchtgewichte und Farben verwendet. Auch die Reifen fahren gut damit - in jedem stecken rund 100 Gramm des Materials. Bei der Herstellung unterstützt Zinkoxid die Vernetzung von Kautschuk und Schwefel, und beim Betrieb erhöht es die Sicherheit. "Zinkoxid verleiht dem Reifen so eine Alterungsbeständigkeit und hilft, partielle Überhitzungen vermeiden", sagt Burkhardt Jahn, Ingenieur der Firma Grillo Zinkoxid.

Durch den Einsatz von verzinkten Karosserien ist Rost bei PKWs heute kein Thema mehr. Kratzer oder andere Schäden im Lack können den Blechen nichts mehr anhaben, weil sie von einer äußerst widerstandsfähigen Schicht geschützt werden. Die Technik wird von den Ingenieuren laufend verbessert. So arbeiten Entwickler an immer dünneren Zinkschichten, um Gewicht zu sparen und den Spritverbrauch zu senken.

Für eine technische Revolution hat Zink zuletzt im Nutzfahrzeugbau gesorgt. Lange Zeit hatten die Hersteller ein echtes Korrosionsproblem - Schnee, Regen, Tausalz und Steinschlag hinterließen schon nach wenigen Jahren an den LKW-Aufliegern deutliche Spuren in Form von Rost. Zwar hatte sich das Feuerverzinken bei PKWs bereits als Korrosionsschutz bewährt. Doch bei großen Nutzfahrzeugen gelang die technische Umsetzung zunächst nicht.

Das änderte sich, als das Management von Schmitz Cargobull in Altenberge bei Münster beschloss, die Produktion radikal umzustellen: Bis vor rund sechs Jahren wurden bei Europas führendem Hersteller von LKW-Aufliegern die Teile der Trailer zusammengeschweißt und dann lackiert. Das neue Konzept sieht vor, sie mit Bolzen oder Schrauben zu verbinden. Das Lackieren als Oberflächenschutz ist hier nicht so gut geeignet, weil es zu Schäden in der Lackschicht führen kann. Fortan wurde deshalb verzinkt.

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