Zwei 3,5-Tonnen-Wohnmobile im Test
Gute Noten für Knaus und Chausson

Zwei Wohnmobile auf Basis des Fiat Ducato hat der ADAC jetzt unter die Lupe genommen. Beim Aufbau haben beide Modelle gut abgeschnitten, die Tester fanden auch ein paar kleinere Mängel.
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MünchenAls Basisfahrzeug für Wohnmobile in der beliebten 3,5-Tonnen-Klasse ist der Fiat Ducato seit einiger Zeit praktisch das Maß der Dinge. Kein Wunder also, dass passend zur Urlaubszeit die Autotester des ADAC gleich zwei Fahrzeuge auf der Fiat-Nutzfahrzeugbasis im Detail geprüft haben. Beim Aufbau haben sowohl das Modell "Titanium 89" von Chausson ab 51.490 Euro als auch der Knaus "Sky Traveller 600 DKG" ab 49.410 Euro gut abgeschnitten. Negativ fallen beide Fahrzeuge dagegen durch zu lange Bremswege auf.

Der "Sky Traveller" kommt aus 100 km/h erst nach 47 Metern zum Stillstand, der "Titanium 89" gar erst nach 48,6 Metern. Daher haben die Tester beide abgewertet. Ebenfalls ein Manko beider Fahrzeuge ist die geringe Zuladung von 288 Kilogramm beim Chausson und nur 260 Kilogramm beim Knaus. Dies kann bereits bei vier Personen im Fahrzeug ohne Gepäck zu einer Überladung führen.

Als Gesamtnote (Schulnoten-System) hat der "Titanium 89" mit fünf Sitz- und vier Schlafplätzen eine 2,7 erhalten. Dabei hat das Basisfahrzeug nur die Note 3,3 und der Aufbau eine 2,1 erhalten. Der 2,3-Liter-Dieselmotor des Basisfahrzeugs leistet 109 kW/148 PS mit einem maximalen Drehmoment von 350 Nm.

Die langstreckentauglichen Vordersitze haben die Tester gelobt, das Geräuschniveau bei höheren Geschwindigkeiten ist dagegen etwas zu hoch. Die Bedienung ist insgesamt gut, Gas- und Bremspedal liegen allerdings etwas zu eng zusammen.

Eine Besonderheit des Chausson-Modells ist das höhenverstellbare Bett über der Heckgarage, was eine hohe Variabilität beim Stauraum gewährleistet. Bad und Küche des Aufbaus sowie die Ausstattung schneiden im Test ebenfalls gut ab.

Der "Sky Traveller" von Knaus mit sechs Sitz- und fünf Schlafplätzen schneidet insgesamt mit der Note 2,8 ab. Das Basisfahrzeug erhält auch bei diesem Modell mit der Note 3,4 eine deutlich schlechtere Bewertung als der Aufbau mit der Note 2,1.

Der laufruhige 2,3-Liter-Dieselmotor leistet hier 96 kW/130 PS und 320 Nm maximales Drehmoment, was in allen Fahrsituationen ausreichende Fahrleistungen gewährleistet. Der Kraftstoffverbrauch liegt mit 12,2 Litern Diesel aber 1,3 Liter höher als beim stärker motorisierten Modell von Chausson. Die Pedalerie ist auch hier etwas zu eng angeordnet.

Die Schlafmöglichkeiten befinden sich im Alkoven, in der umbaubaren Dinette und im Heckbereich als Hochstockbetten und haben die Tester überzeugt. Am insgesamt guten Wohnbereich kritisieren sie jedoch zu wenige Aufhänge-Möglichkeiten und ein zu kleines Fester im Bad.

Sehr gut hat die Küche mit drei unterschiedlich großen Kochstellen und ausreichend großen Arbeitsflächen abgeschnitten, allerdings ist die Beleuchtung etwas spärlich. Pluspunkte sammelt der Knaus auch beim Abwasser- und Frischwassertank und die gut zugänglichen Ablaufrohre.

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