Zwei Benzin- und zwei Diesel-Varianten
Mazda 5: Zauber-Sitze und Online-Scheckheft

Bei der Flut von Kompakt- und Minivans hat ein Aspekt besonderes Gewicht: Wie setzt man sich mit einem eigenständigen Sitzkonzept von der Konkurrenz ab?

dpa-infocom HAAR. Während Fords C-Max mit fünf Plätzen daherkommt, sind Opel Zafira und Toyota Corolla Verso als Siebensitzer unterwegs. Etwas exotischer sind Fiat Multipla und der Honda FR-V mit sechs Sitzen. Eine weitere Lücke wird nun der Mazda fünf mit seinen optionalen Sitzkonfigurationen 4+1 beziehungsweise 6+1 füllen. Dank eines besonders variablen Sitzes in der Fahrzeugmitte kann der Minivan mit einer gewissen Eigenständigkeit auftrumpfen.

Darüber hinaus ist der 4,50-Meter-Van mit Innovationen wie einem Online-Scheckheft und dem Multimedia-Center aufgerüstet. Angesichts seines günstigen Preises stehen die Chancen für einen erfolgreichen Marktstart recht gut. Immerhin bekommt man für 19 600 Euro einen fünfsitzigen Kompaktvan mit 115 PS starkem 1,8-Liter-Benzinmotor und zwei Schiebetüren. Die dritte Sitzreihe und damit die siebensitzige Variante 6+1 kostet übrigens 800 Euro Aufpreis. Aber selbst für 20 400 Euro bleibt der fünf ein attraktives Angebot.

Auch optisch ist der Minivan gelungen. Der Mazda fünf wirkt frisch, hochwertig und gefällt mit harmonischen Proportionen. Geschickt nehmen die Führungsschienen der Schiebetüren die aufsteigende Schulterlinie auf. Sie enden am unteren Rand der langen Heckleuchten, die wiederum die weit nach oben öffnende Heckklappe seitlich einrahmen.

Hohe Variabilität und reichlich Platz

Von der offenen Heckklappe blickt man auf eine Sitzlandschaft mit zahlreichen Umgestaltungsoptionen. Um alle Klapp- und Schiebefunktionen zu kennen, ist eine Einweisung hilfreich. Dann lässt sich mit wenigen Handgriffen aus dem Sieben- ein Einsitzer mit großem Kofferraum zaubern. Hierbei wird keiner der Sitze ausgebaut. Der Kofferraum variiert dabei zwischen 112 bis maximal 1 566 Litern. Das ist ein guter, jedoch im Minivan-Segment keineswegs überragender Wert.

Besonders pfiffig sind die beiden Schiebetüren. Sie vereinfachen das seitliche Beladen in engen Parklücken und ermöglichen dank großer Öffnung einen guten Zustieg zur dritten Reihe. Dennoch sollten erwachsene Passagiere gelenkig und nicht allzu groß sein, um dort zu sitzen. Für große Fondgäste empfehlen sich die äußeren Sitze der zweiten Reihe. Vom mittleren, wahlweise auch als Armlehne oder Ablagetablett nutzbaren Notsitz, kann man dies nicht behaupten. Immerhin bietet auch dieser einen Dreipunktgurt und eine höhenverstellbare Kopfstütze.

Attraktiv, wenn auch nicht edel

Über gute Platzverhältnisse und zahlreiche Verstellmöglichkeiten freuen sich die vorderen Passagiere. Das moderne, sportlich-kühle Cockpit wirkt sauber verarbeitet, obwohl etwas zu viel Hartplastik zum Einsatz kommt.

Antriebsseitig stehen zwei Benzin- und ein Dieselmotor zur Wahl, letzterer in zwei Leistungsstufen. Der Einstiegsbenziner mit 1,8 Litern Hubraum leistet 115 PS und sorgt bereits für einen befriedigenden Vortrieb. Zwar fehlt im Vergleich zum 143-PS-Diesel und 145-PS-Benziner etwas Druck aus dem Drehzahlkeller, dafür ist er aber drehfreudig und spritzig, tourt locker und sanft in den Drehzahlbegrenzer bis 7 000 Umdrehungen. Für den 100-km/h-Sprint werden 11,4 Sekunden benötigt, der Vortrieb endet bei 182 km/h. Der Vierzylinder verbraucht dabei im Durchschnitt 7,9 Liter Benzin. Etwas sparsamer sind die Dieselmotoren mit je 6,3 Liter auf 100 Kilometer.

Kleiner Benziner am empfehlenswertesten

Angesichts des geringen Sparpotenzials der Diesel empfiehlt sich der Einstiegsbenziner als das attraktivste Aggregat. Zum einen sind da die niedrigeren Anschaffungs- und Unterhaltskosten und zum zweiten sorgen 140 Kilogramm weniger Gewicht für spürbare Vorteile in Sachen Fahrdynamik. Im Mazda fünf mit 1,8-Liter-Motor reagiert die Lenkung deutlich neutraler, erfreut mit zielgenauem und spontanem Einlenkverhalten.

Am ehesten eignet sich der fünf als Langstreckler für die Großfamilie. Für diesen Einsatzzweck bietet Mazda außerdem attraktive Extras wie das Entertainment-Paket mit Sieben-Zoll-Farbbildschirm in der Dachmitte, DVD-Spieler und einer 20-Gigabyte-Festplatte für 3 000 MP3- Files. Wer einmal die Festplatte mit Musik gefüllt hat, braucht nie wieder eine CD zu wechseln. Eigentlich ein tolle Sache. Doch sind die 2 800 Euro für diese zugegeben schicke Sonderausstattung recht happig.

Eine wirklich tolle und bislang einzigartige Innovation beim Mazda fünf ist das digitale Scheckheft. Die Servicedaten aus den Werkstattbesuchen werden dabei auf einem zentralen Computer online gespeichert. Der Kunde erhält nach erfolgter Inspektion keinen Stempel mehr in sein Scheckheft, sondern einen Computerausdruck. Tachofälscher sollen so laut Mazda keine Chance mehr haben.

Fazit: Schicker Familienvan mit cleverem Innenraum-Konzept

Mit dem fünf leistet Mazda einen attraktiven Beitrag zum Thema Minivan. Die Vorteile des Neulings sind sein attraktiver Preis, die beiden Schiebetüren sowie der vielseitig nutzbare und flexible Innenraum. Wobei Letzteres dem fünf keinen besonderen Vorteil gegenüber Konkurrenten wie dem Zafira verschafft. Zudem der fünf kein Stauraumwunder ist. Hier bieten einige Wettbewerber mehr Platz.

Attraktiv, wenn auch überteuert, ist die optionale Unterhaltungselektronik für den 5. Mit DVD-Kino für die Fondpassagiere empfiehlt er sich dafür als besonders langstreckentaugliches Reisemobil für die Familie.

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