Zweite Generation Nissan Leaf
Reichweite bleibt ein Problem

Etwas mehr Fahrspaß als der Vorgänger bietet die zweite Generation des Elektroautos Nissan Leaf, für die es nun drei Ausstattungsvarianten gibt. Und man kommt 25 Kilometer weiter als bisher mit einer Akkuladung.
  • 8

Nein, dass in Oslo so viele Nissan Leaf herumfahren liegt nicht daran, dass der japanische Hersteller dort gerade die zweite Generation seines Elektroautos vorstellt. Es hat zum einen mit der norwegischen Politik zu tun – und zum anderen damit, dass der Leaf das erfolgreichste Elektroauto der Welt ist. Nicht trotzdem, sondern gerade deshalb hat Nissan über 100 Veränderungen und Verbesserungen an dem Fahrzeug vorgenommen.

Grundlage der neuen Modellgeneration sind nicht zuletzt Rückmeldungen der mittlerweile weltweit über 58.000 Leaf-Fahrer. 93 Prozent von ihnen sind zufrieden mit dem Auto, sagt Nissan. Kein anderes Modell der Marke kommt auf einen derart hohen Wert. Dennoch bleibt das Bessere der Feind des Guten. Die Liste der kleinen und weniger kleinen Eingriffe ist lang und reicht von verbesserten Telematikdiensten bis hin zur Integration der Ladeklappenentriegelung in den Fahrzeugschlüssel.



Äußerlich blieb der Nissan Leaf bis auf eine leicht aerodynamisch optimierte Front nahezu unverändert. Dennoch sank der – immer noch verbesserungswürdige – cW-Wert von 0,29 auf 0,28. Mehr hat sich innen getan. Der Wechselrichter, der den Gleichstrom der Batterie in Wechselstrom für den Elektromotor umwandelt, wanderte vom Koffer- in den Motorraum, was zu klassentypischen 370 Litern Gepäckraumvolumen führt (vorher 330 Liter).

Die auch vorher schon keineswegs zu knapp bemessene Beinfreiheit wuchs durch neue Frontsitze um 5,3 Zentimeter und die Füße passen nun unter die Vordersitze. Ein weiteres praktisches Detail ist beispielsweise eine kleine Leuchte hinter der Ladeklappe für den Stromkabelanschluss, der das Laden im Dunklen erleichtert. Zudem lässt sich das Ladekabel nun gegen Langfinger am Fahrzeug fest verriegeln.

Aber auch psychologische Aspekte flossen in die Überarbeitung mit ein. So gibt es mehr Außenfarben, eine größere Felgenauswahl und ein auf den europäischen Geschmack abgestimmtes schwarzes Interieur statt des bisherigen Grautons.

Gab es den Leaf bislang nur in einer Ausstattung, sind es nun derer drei. Das erlaubte zum einen, mit dem Visia den Basispreis auf unter 30.000 Euro zu drücken, zum anderen mit dem Tekna ein Topmodell mit Ledersitzen, Bose-Soundsystem, 360-Grad-Kamera für leichteres Rangieren und 17-Zoll-Leichtmetallfelgen zu schaffen. Dazwischen ist der Acenta angesiedelt, der in etwa dem bisherigen Niveau entspricht.

Doch auch technisch hat sich der Kompaktwagen natürlich weiterentwickelt. Die Norm-Reichweite stieg um fast 25 Kilometer auf nun 199 Kilometer. Der Energiebedarf der Klimaanlage, dem größten nicht-motorischen Energieverbraucher, konnte um 70 Prozent reduziert werden.

Neu an Bord ist auch der so genannte B-Mode, der die Bremsenergierückgewinnung optimiert, sobald der Fuß vom Gas genommen wird und sich beispielsweise gut bei Bergabfahrten nutzen lässt. Nach wie vor verfügt der Leaf auch über einen Eco-Modus, der die Leistung des Motors und der Klimaanlage etwas zurücknimmt. Er wird jetzt nicht mehr über einen Schalter in der Mittelkonsole, sondern direkt am Lenkrad aktiviert. 

Seite 1:

Reichweite bleibt ein Problem

Seite 2:

Kommentare zu " Zweite Generation Nissan Leaf: Reichweite bleibt ein Problem"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Anmerkung zu den Kosten: 10 Jahre Steuerbefreiung sowie geringe Haftpflicht-, Kasko- und Wartungskosten (Auspuff, Anlasser,Getriebe usw.)müssen auch berücksichtigt werden.

    Noch ein Tipp für "Sparfüchse": Heizen mit Plastikmüll ist wesentlich billiger als z.B. mit Gas . . .

  • Man sollte endlich mal zur Kenntnis nehmen, dass es Autos mit unterschiedlicher Reichweite gibt. Damit würde das ganze Gerede, Elektroautos hätten zu wenig Reichweite, endlich mal aufhören. Ein Reichweitenproblem hat man nur, wenn man sich das falsche Auto für den Einsatzzweck aussucht, das Problem entsteht also beim Benutzer.
    Elektroautos ist zumindest als Zweitwagen, die kurze Strecken im städtischen Bereich gefahren werden, eine wunderbare Alternative. Da reicht die Reichweite, die Stadtluft wird nicht weiter verschlechtert, durch das leise Fahren der Lärm in der Stadt reduziert und es wird Energie (Geld) gespart, denn der Verbrauch von Benzinern und Dieseln ist auf Kurzstrecken im Stadtverkehr im Vergleich zu Elektroautos noch viel schlechter als es ein Vergleich des NEFZ-Energieverbrauchs nahelegt.

  • Wenn ich mich nicht verrechnet hab, kosten mich 100km alleine schon 7,5€ Akkumiete, dazu kommen noch 2,60€ Energiekosten. Da frage ich mich, wie Nissan hier seine 80% Ersparniss zusammenrechnet :) Ein vergleichbarer Diesel kostet mich im Einkauf und in den laufenden Kosten nur die Hälfte und das bei 1000km Reichweite!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%