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Eisschnelllauf Weltcup: Pechstein in der Höhle des Löwen

Claudia Pechstein führt ihre Comeback-Tour beim Weltcup-Finale in Heerenveen fort. Aus den Niederlanden schlug der fünfmaligen Olympiasiegerin die meiste Kritik entgegen.

Heißer Tanz in Heerenveen: Claudia Pechstein Quelle: SID
Heißer Tanz in Heerenveen: Claudia Pechstein Quelle: SID

Heerenveen (SID) - Auf Claudia Pechstein wartet die Höhle des Löwen. Die fünfmalige Olympiasiegerin setzt ab heute ihre Comeback-Tour beim Weltcup-Finale in den Niederlanden fort. Von dort schlug der Eisschnellläuferin wegen ihrer Doping-Affäre die meiste Kritik entgegen. Die Rückkehrerin muss sich in der traditionsreichen Thialf-Halle der Kufen-Hochburg Heerenveen auf einen heißen Tanz gefasst machen. Umso mehr konzentriert sie sich auf die sportliche Herausforderung.

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"Ich bin froh, dass ich wieder in der A-Gruppe laufen kann. Es ist schwierig, meinen aktuellen Leistungsstand einzuschätzen. Nach Heerenveen weiß ich mehr", sagte Pechstein. Am Freitag startet sie über 1500m, Samstag folgt der wichtigere Lauf über 3000m. Dort will sie sich ihr drittes Ticket für die Einzelstrecken-WM in der Woche darauf in Inzell (10. bis 13. März) sichern.

Kritik aus den Niederlanden

"Die Holländer sind ein sportbegeistertes Publikum. Ich wäre überrascht, wenn sie pfeifen", sagte Bundestrainer Markus Eicher. Wichtig sei, dass Pechstein sich auf 3000m über das sogenannte Time-Ranking für die WM qualifiziere. Dann könnte die 39-Jährige in Inzell auf drei Einzelstrecken sowie im Team laufen und nur einen Monat nach Ablauf ihrer Sperre schon wieder WM-Edelmetall sammeln.

Pechstein benötigt über 3000m eine Zeit um 4:10 Minuten, die sie bereits bei ihrem Comeback am 12. Februar in Erfurt gelaufen war. In den Kampf um die Weltcup-Krone kann die Berlinerin allerdings nicht mehr eingreifen. Den machen Team-Olympiasiegerin Stephanie Beckert und Doppel-Olympiasiegerin Martina Sablikova unter sich aus. Anders als Pechstein kann Beckert auf einen warmen Empfang hoffen.

Pechstein gegen Beckert

"Ich freue mich schon, vor den begeisterten holländischen Fans meine Runden zu drehen", schrieb die Erfurterin auf ihrer neuen Internet-Seite (www.beckert-stephanie.de). Dass sich Beckert und Pechstein nicht ausstehen können und kein Wort miteinander wechseln, verleiht dem Duell zusätzliche Brisanz.

Die Causa Pechstein ruft in den Niederlanden nach wie vor Skepsis hervor, das verdeutlicht auch ein Statement des ehemaligen Welt- und Europameisters Rintje Ritsma auf der Website "schaatsen.nl": "Claudia ist die letzte Eisschnellläuferin aus der ehemaligen DDR. Es ist allgemein bekannt, dass dort Dinge passiert sind, die etwas anders waren als in den westlichen Staaten. Es geht mir etwas zu weit, um alle ehemaligen DDR-Athleten des Dopings zu beschuldigen, aber durch die Geschichten, die in den vergangenen Jahren bekannt geworden sind, kriegt das doch einen seltsamen Beigeschmack", teilte der 40-Jährige mit.

Quelle: SID
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