Rettet die Mittelschicht!

Letzter Beitrag 15-05-2008, 17:58 von Wu-Fu. 21 Antworten.
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  •  07-05-2008, 11:30 17099

    Rettet die Mittelschicht!

    Für Deutschland liegt der Schlüssel zu einem kräftigeren Wachstum vor allem in einer hohen Qualifikation seiner Bürger. Gerade der Mangel an Ingenieuren und Facharbeitern als besondere Wachstumsbremse. Die Politik muss endlich alles daransetzen, junge Menschen wieder für technische Berufe zu begeistern.

    Was ist Ihre Meinung?

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  •  07-05-2008, 12:39 17103 Antwort zu 17099

    Wer heute, exakt heute, den naturwissenschaftlichen Unterricht an deutschen (vermeintlich "besseren") Gymnasien kennt, der weis wo man ansetzen müsste.

    Physikunterricht ab 8. Klasse halbjährlich mit wechselnden Lehrern oder Referendaren. Darunter völlige Blindgänger und "Gute". Die Guten haben keine Basis auf der sie aufbauen können, halten sich aber pflichtgemäß an den Lehrplan - Chaos unvermeidbar. Flucht aus diesem Fach!

    Chemieunterricht: Siehe bei Physik

    Informatik: Lehrer die das Gerät nicht beherrschen. Nur wenige Freaks bleiben dabei und unterrichten den Lehrer, der es bald besser können müsste, aber auch bald in Rente geht.

    Mathe: Durchwachsen. Nur wenige wählen Leistungskurse. Diejeenigen, die es tun, schneiden in der Notengebung durchschnittlich schlechter ab!

    Fazit:
    Wer sich von Naturwissenschaften in Gymnasien weit entfernt hält, macht im Durchschnitt ein deutlich besseres Abitur! Für die Masse der Hochschulen besteht damit eine besserer Zugangsmöglichkeit!!!

    Offenbar leisten wir uns ein Schulsystem, welches naturwissenschaftlichen Nachwuchs massiv (!) behindert!
  •  07-05-2008, 13:41 17106 Antwort zu 17103

    yahel ist online. Letztmals aktiv: 24-07-2008, 21:57 yahel
    Top 10 Mitwirkender Registriert am 15-05-2007 Beiträge 1.116
    @ Beelzebub007

    "Fazit:
    Wer sich von Naturwissenschaften in Gymnasien weit entfernt hält, macht im Durchschnitt ein deutlich besseres Abitur! Für die Masse der Hochschulen besteht damit eine besserer Zugangsmöglichkeit!!!

    Offenbar leisten wir uns ein Schulsystem, welches naturwissenschaftlichen Nachwuchs massiv (!) behindert!"

    Ihrem Beitrag ist nichts hinzu zu fügen.
    jens.muche@t-online.de
  •  07-05-2008, 16:49 17119 Antwort zu 17103

    @ Beelzebub

    Kann Ihre Ausführungen zu 100% unterstreichen. Und es geht an den Hochschulen weiter.
    Es ist ein Unding, daß sich von denjenigen, die ein einigermaßen "gutes" Abitur in den naturwissenschaftlichen Fächern erreicht haben und ein naturwissenschaftlich-technisches Studium anfangen wollen 50-70% in den ersten beiden Semestern wieder verabschieden.
    Die Hochschullehrer schimpfen zwar auf den schlechten Bildungsstand der Schüler. Warum verbessern sie dann nicht ihre Vorlesungen oder das Angebot die Grundlagen in besonderen Lehrveranstaltungen zu verbessern?

    Als einer der mit jungen Technikern zusammenkommt, bin ich oft beeindruckt über deren Können. Ich bin überzeugt, daß wir viele weitere Begabungen durch schlechte Lehre nicht nutzen, weil diese an der Hochschule verunsichert werden.

    Wichtig wäre nach meinem Dafürhalten, daß wir nicht - was nach wie vor Gang und Gäbe ist - Rechenkünstler wollen, die hochkomplizierte Berechnungen in den Prüfungen unter Druck durchführen, sondern "Mathematiker", die logische Zusammenhänge anhand einfacher Aufgabenstellungen durchschauen können. Im späteren Berufsleben können sie sich dann in Ruhe mit komplexen Aufgabenstellungen befassen, aber bestimmt nicht in den Vorlesungen und Unterrichtsstunden und den Prüfungen und Klausuren. Dort sollen sie lediglich beweisen, daß sie prinzipiell in der Lage sind die gestellte Aufgabe zu lösen.
  •  07-05-2008, 21:09 17126 Antwort zu 17119

    zur Mathe:

    Das Niveau ist nicht unbedingt schlechter geworden, sondern die Anforderungen sind gestiegen.

    Als ich im Studium die Klausuren meiner Vorgänger gesehen habe: die waren relativ einfach, unsere klausuren hatten teilweise weder etwas mit der Vorlesung zu tuen, waren umfangreich und deutlich schwerer. Die Gymnasiasten hatten allerdings auch Mathe Leistungskurse besucht und technomathematiker waren unterfordert.

    Wenn ich die Leistungen in Mathematik "der Älteren" sehe, naja es gibt solche und solche und sie hatten wesentlich mehr Zeit zur Verfügung. Heute ist es nicht nur mathe sondern "Training" , allerdings die Folgen sind auch: ruch zuck werden Entscheidungen getroffen und es sind eben doch nicht die "Ausgereiften" Entscheidungen.

    Bei näherer Betrachtungsweise fehlt die einfache Durchschauung simpler Vorgänge, eben weil es zu einfach ist und als gegeben vorausgesetzt wird.

    Im Gegensatz dazu wird grundlegende Mathematik einfach nicht beigebracht. Ich z.B. habe erst im Nachhilfeunterricht den Dreisatz gelernt.
    Dazu sind mindestens 1- 2 Schuljahre Matheunterricht bei uns einfach ausgefallen.

    Es kann auch nicht sein, dass Naturwissenschaftler geringer eingestuft werden, als Rethoriker und Sprachwissenschaftler.
    Blabla und ich habe die richtigen Klamotten an, ist keine Wissenschaft.
    Da muss beim Naturwissenschaftler einfach umgedacht werden. Er ist kein Seelenverkäufer.












  •  07-05-2008, 21:28 17130 Antwort zu 17103

    @ Beelzebub007

    "Fazit:
    Wer sich von Naturwissenschaften in Gymnasien weit entfernt hält, macht im Durchschnitt ein deutlich besseres Abitur! Für die Masse der Hochschulen besteht damit eine besserer Zugangsmöglichkeit!!!

    Offenbar leisten wir uns ein Schulsystem, welches naturwissenschaftlichen Nachwuchs massiv (!) behindert!"

    Richtig! Und das ist für eine der noch führenden Industrienationen fatal.

    Das Nichtwissen der Typen, die zwar ein Abitur (+ X) haben, aber sich nie mit Physik und Mathematik beschäftigen wollten, können Sie daran ablesen, daß die die sog. "Erneurbare Energien" als Lösung des Klimaproblems - welches keines ist - propagieren, die jedoch bestenfalls in Deutschland 200 TWh Strom bei einem Verbrauch von 630 TWh ersetzen könnten.

    Naturwissenschaftliche Zusammenhänge ermitteln, verstehen und dann beurteilen können die nicht. Haben auch kein Interesse daran, denn Physik macht keinen Spaß und Mathe fordert zu sehr das Denken ...

  •  07-05-2008, 21:41 17133 Antwort zu 17119

    @ Baeckerbullerjahn

    "Die Hochschullehrer schimpfen zwar auf den schlechten Bildungsstand der Schüler. Warum verbessern sie dann nicht ihre Vorlesungen oder das Angebot die Grundlagen in besonderen Lehrveranstaltungen zu verbessern?"

    Die Physiker haben seit den 70er Jahren Spezialvorlesungen in Mathematik angeboten, damit die Studies physikalisch rechnen lernten. Die Mathematiker biten immer noch Vorlesungen für Physiker an, in denen den Physikstudenten zwar Mathematik von der Mengenlehre aufwärts an angeboten wird, aber nichts, was die gebrauchen können, um die Gleichungen der Vorlesungen in Experimentalphysik zu verstehen und lösen zu können.

    "Wichtig wäre nach meinem Dafürhalten, daß wir nicht - was nach wie vor Gang und Gäbe ist - Rechenkünstler wollen, die hochkomplizierte Berechnungen in den Prüfungen unter Druck durchführen,"

    Mir ist nicht bekannt, daß das in Prüfungen je verlangt wurde.

    Wer wissen will, ob jemand begriffen hat, was Beschleunigung ist und wie sie wirkt, läßt sich herleiten, wie man die Aufprallgeschwindigkeit aufs Wasser berechnet, wenn sich der Studi von der 10-Meter-Plattform der Schwimmoper fallen läßt.

    Können Sie es?

  •  07-05-2008, 21:48 17134 Antwort zu 17119

    yahel ist online. Letztmals aktiv: 24-07-2008, 21:57 yahel
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    @ Baeckerbullerjahn
    „Die Hochschullehrer schimpfen zwar auf den schlechten Bildungsstand der Schüler.“

    Der Dekan der physikalischen Fakultät der CAU Kiel führte schon vor Jahren Klage darüber, daß viele Studenten im ersten Semester zunächst einmal studierfähig gemacht werden müßten.

    „Warum verbessern sie dann nicht ihre Vorlesungen oder das Angebot die Grundlagen in besonderen Lehrveranstaltungen zu verbessern?“

    Diese Frage stellt sich erst danach. Die Schule leistet offensichtlich nicht das, was sie zu einem gelungenen Studienstart in Naturwissenschaftlichen Fächern leisten sollte.

    „Ich bin überzeugt, daß wir viele weitere Begabungen durch schlechte Lehre nicht nutzen, weil diese an der Hochschule verunsichert werden.“

    Nicht nur durch schlechte Lehre, sondern auch durch Gleichgültigkeit der Lehrer gegenüber ihren Schülern.

    „.......die logische Zusammenhänge anhand einfacher Aufgabenstellungen durchschauen können.“

    Auf das erkennen und herstellen von Zusammenhängen wird bei vielen Lehrern kein Wert gelegt und daher lernen viele Schüler für die nächste Arbeit stumpfsinnig auswendig. Danach ist das „Wissen“ nicht mehr verfügbar aber eine 2 oder besser im Zeugnis, das zählt.

    jens.muche@t-online.de
  •  08-05-2008, 0:10 17142 Antwort zu 17133

    @ economist

    "Mir ist nicht bekannt, daß das in Prüfungen je verlangt wurde."

    Mir scheint, Ihnen ist einiges nicht bekannt (:-)) Kennen Sie überhaupt Technik- und Naturwissenschaftsstudenten?

    "Können Sie es? "

    Ja ich kann es. Aber können Sie es?
  •  08-05-2008, 8:25 17150 Antwort zu 17103

    Realist ist nicht online. Letztmals aktiv: 22-07-2008, 7:35 Realist
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    @ Beelzebub007

    Treffend. Selbst in Sprachen wird der Unfähige an Gymnasien belohnt. Beispiel gefällig? Gerne:

    Bilingualer Unterricht ab 5. Klasse in mehreren Fächern (Englischsprachig). Highschool in USA für 6 Monate. Englisch nahezu perfekt ab Klasse 11. Deshalb wählt man den sehr anspruchsvollen Englisch LK (nicht den LK mit dem "Blindgänger" als Lehrer, denn man will anspruchsvoll dazu lernen).

    Ergebnis: Da im guten und anspruchsvollen LK ein Drittel mit ähnlichen Vorkenntnisssen ist, ist das Niveau ausgesprochen hoch. Nur 2 Schüler bekommen 14 Punkte, einige 13 Punkte. Der Blindgänger in seinem LK vergibt reihenweise 15, 14 und 13 Punkte an Schüler, die vergleichsweise um Lichtjahre zurück liegen bei den Englischkenntnissen.

    Auch das ist Realität eines Gymnasiums im Jahr 2008.

    Wie soll ich da meinen Kindern erklären, dass Leistung etwas bringt ......???

  •  08-05-2008, 10:21 17156 Antwort zu 17134

    @ yahel

    "Diese Frage stellt sich erst danach. Die Schule leistet offensichtlich nicht das, was sie zu einem gelungenen Studienstart in Naturwissenschaftlichen Fächern leisten sollte."

    Wir haben das ja schon oft genug diskutiert. Aber solange Gymnasiallehrer,aber auch der Lehrkörper von Hochschulen nicht pädagogische Ausbildungen und Nachweise erbringen müssen,wird sich wenig ändern.

    Früher wurden Hochschullehrer z.T. auch nach der Zahl ihrer Hörer entlohnt, bis sich die Fakultäten mit geringer Studentenzahl darüber beschwerten.
    In den Studiengängen mit hoher Studentenzahl konnte man aber erleben, daß, wenn eine Grundvorlesung parallel angeboten wurde, sich beim einen die Studenten drängten, beim anderen der Hörsaal halb leer war. Das war dann der "Leerkörper".

    Und wenn Sie sich den Durchschnitt der Mathelehrer an Gymnasien ansehen ....(:-((

    Aber es ist in meinen Augen auch der frustrierendste Job den es gibt. Jahraus, jahrein dieselben Sachverhalte, die ja, wenn man sie beherrscht, nicht schwierig erscheinen Schülern zu erklären, die sie nicht kapieren.
    Daß derartige Lehrer, wenn sie nicht ausgesprochen an jungen Menschen interessiert sind, die Lust verlieren,ist mir schon verständlich. Vielleicht sollte man ihnen eine gewisse Zeit die Möglichkeit einräumen in der Industrie zu arbeiten.
    Umgekehrt erscheinen mir die Fachhochschulen für Studenten so attraktiv, weil viele der dortigen Professoren auf eine praktische Tätigkeit in der Industrie zurückschauen können.
  •  08-05-2008, 12:26 17162 Antwort zu 17142

    @ Baeckerbullerjahn


    "Ja ich kann es. Aber können Sie es?"

    Man löse das Gleichungssystem v = a*t und s = a*t²/2 mit a = 9,81 m/s²

    Heraus kommt dann Quadratwurzel aus 2 mal 9,81 [m/s].
  •  08-05-2008, 14:16 17170 Antwort zu 17156

    yahel ist online. Letztmals aktiv: 24-07-2008, 21:57 yahel
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    @ Baeckerbullerjahn

    „Aber solange Gymnasiallehrer,aber auch der Lehrkörper von Hochschulen nicht pädagogische Ausbildungen und Nachweise erbringen müssen,wird sich wenig ändern.“

    Das ist ein Punkt. Ich möchte viel weiter vorn anfangen und zunächst einmal die grundsätzliche Eignung des Bewerbers auf den Studienplatz prüfen. Viele Lehramtsstudenten haben vom Beruf des Lehrers ein sehr verklärtes Bild aus ihrer Schulzeit. Etwa so, wie der kleine Junge der gerne bei der Müllabfuhr arbeiten möchte, weil er glaubt daß die nur am Donnerstag arbeiten.


    „Und wenn Sie sich den Durchschnitt der Mathelehrer an Gymnasien ansehen ....(:-((
    Aber es ist in meinen Augen auch der frustrierendste Job den es gibt. Jahraus, jahrein dieselben Sachverhalte, die ja, wenn man sie beherrscht, nicht schwierig erscheinen Schülern zu erklären, die sie nicht kapieren.“

    Armes Tüktük kann ich da nur sagen. In jedem Beruf gibt es Bereiche, die zur Routine werden, auch in der Schule. Das Problem stellen nicht nur die Mathelehrer im Gym dar, die größten und nachhaltigsten Fehler und Unterlassungen finden in der Grundschule statt. Es hindert doch niemand einen Lehrer daran, sich, auch nach 20 Jahren Dienstzeit, Gedanken über seinen Unterricht zu machen, sich mit den Verständnisproblemen eines oder mehrerer Schüler zu beschäftigen und daraus einen/seinen Unterricht zu kreieren. Gerade Grundschullehrer müßten das können, sie haben eine pädagogische Ausbildung durchlaufen. Alles vergessen, desinteressiert?

    „Daß derartige Lehrer, wenn sie nicht ausgesprochen an jungen Menschen interessiert sind, die Lust verlieren,ist mir schon verständlich.“

    Nö, von denen kommen solche Sprüche wie: „Ihr lernt für euer Leben“ oder „man lernt ein Leben lang.“ Und ausgerechnet das soll für sie selbst nicht gelten?
    Ich bin für ein jährliches nachzuweisendes, mindestens einwöchiges Berufspraktikum für Lehrer und zwar in den Ferien, die richtig unterrichtsfreie Zeit heißen. Bei 75 Tagen p.a. dürfte das ohne schädliche Wirkung auf den Erholungsfaktor möglich sein. Sinn dieser Zeit soll sein, mit dem richtigen Leben konfrontiert zu werden, denn davon haben die allermeisten Lehrer keine Ahnung, sie leben in einer sehr theoretischen Parallelwelt. Sie werden dann auch mit richtigen Menschen konfrontiert und nicht nur mit Schülern. Sie lernen dann auch hervorgeholte Sachen selbst wieder wegzuräumen oder ihre Arbeit zeitig vorzubereiten.

    „Vielleicht sollte man ihnen eine gewisse Zeit die Möglichkeit einräumen in der Industrie zu arbeiten.“

    Das hat jeder Lehrer selbst in der Hand, die meisten werden durch ihre eigene Trägheit und, bedauerlicher Weise, von der Überheblichkeit des Allwissenden, davon abgehalten.

    „Umgekehrt erscheinen mir die Fachhochschulen für Studenten so attraktiv, weil viele der dortigen Professoren auf eine praktische Tätigkeit in der Industrie zurückschauen können.“

    Naja, da habe ich schon seltsame Erlebnisse gehabt und mir war dann klar, weshalb viele Architekten schon nach einem halben Jahr merken, daß sie ein Haus bauen.

    jens.muche@t-online.de
  •  08-05-2008, 17:34 17180 Antwort zu 17162

    "Man löse das Gleichungssystem v = a*t und s = a*t²/2 mit a = 9,81 m/s²
    Heraus kommt dann Quadratwurzel aus 2 mal 9,81 [m/s]."

    Und wie sieht die Gleichung aus, wenn KEIN Wasser im Becken ist...?
  •  08-05-2008, 21:05 17183 Antwort zu 17180

    Mittelstand.

    Am samstag stand in der Stuttgarter Zeitung, dass die Zahl "nicht arbeitslos" gemeldeter weiblicher Ingenieurinnen schätzungsweise bei 7000 alleine in BadenWürttemberg liegt. Das war mir neu, diese hohe Zahl.

    Wie kommt es? Selbstverständlich sind dabei einige bereits im Ruhestand in der "freiwilligen Kindererziehung usw .

    Jedoch warum soll sich Ingenieurin arbeitssuchend melden, wenn sie dazu gezwungen wird 20 sinnlose Bewerbungen im Monat zu schreiben, die kein Mensch bezahlt und dann auch noch zu Pflichtterminen beim Amt antreteten oder sich sonstwie überprüfen lassen soll? Weil Leistungen gibt es nicht.

    Eben und darum tauchen diese "mittelständischen" Frauen und Männer auch nicht in der Statistik auf.

    Abgesehen davon, dass das Arbeitsamt eine sehr gute Datenbank zur Verfügung stellt, in der das Profil reingestellt und gesucht werden kann.

    Übrigens einige Personaler haben immer noch die Einstellung: Alles was vom Arbeitsamt kommt ist untereste Schublade.
    Wir suchen nur an der "Uni".

    Da sag ich nur: Raus mit diesen Personalern, sollen selber mal beim Arbeitsamt anstehen und Erfahrungen in der freien Wirtschaft sammeln.

    Es kann nicht sein, dass im Jahre 2008 in Deutschland immer noch Ingenieurinnen dermassen schlechte Karten in den Unternehmen haben.
    Und Menschen suchend vom Arbeitsamt systematisch in der untersten Schublade landen. Was soll das bitteschön?

    Ich war beim Arbeitsamt und habe es nicht als diskriminierend empfunden und das sollte erst recht für die "Personaler" gelten.

    Mariana Mayer










  •  08-05-2008, 22:58 17186 Antwort zu 17180

    @ Karl Auer

    "Und wie sieht die Gleichung aus, wenn KEIN Wasser im Becken ist...?"

    Nicht anders, nur der Parameter s ändert sich ( um die übliche Beckentiefe ) und natürlich schlägt man auf dem Beckenboden auf, nicht empfehlenswert ... ;-))
  •  09-05-2008, 10:30 17200 Antwort zu 17180

    @ Karl Auer

    Dann dürfte den Springer die Gleichung nicht mehr interessieren (:-))

    Und auch sonst nicht mehr allzuviel
  •  09-05-2008, 19:38 17241 Antwort zu 17099

    Quax ist nicht online. Letztmals aktiv: 15-06-2008, 17:59 Quax
    Top 500 Mitwirkender Registriert am 09-05-2008 Beiträge 2
    Lothar Späth hat Recht - aber er hat auch etwas Wichtiges übersehen: In zu großen Bereichen unserer Gesellschaft sind die Spitzenpositionen derzeit mit Leuten besetzt, die dort nicht hingehören - es ist ein Mafia-artiges Kartell. Dies betrifft nicht die Mittelschicht, aber etliche derjenigen, die die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen massgeblich beeinflussen. Auch deshalb liegt ein sehr hohes Potenzial in unserer Gesellschaft zur Zeit brach, in der Folge trifft es die Mittelschicht.
  •  12-05-2008, 13:19 17284 Antwort zu 17156

    yahel ist online. Letztmals aktiv: 24-07-2008, 21:57 yahel
    Top 10 Mitwirkender Registriert am 15-05-2007 Beiträge 1.116
    @ Baeckerbullerjahn

    "Wir haben das ja schon oft genug diskutiert. Aber solange Gymnasiallehrer,aber auch der Lehrkörper von Hochschulen nicht pädagogische Ausbildungen und Nachweise erbringen müssen,wird sich wenig ändern."

    Ich greife das Thema noch einmal auf. Die Politik und auch einige hier im Forum vertreten die Auffassung, daß mit Geld alles zu regeln ist, nach dem Motto: mehr Geld gleich bessere Ergebnisse. Andere, zu denen zähle ich mich, wollen die Qualität der Lehre und der Lehrenden verbessern. Meine These, schon bei der Auswahl der Studenten für den Lehrerberuf zu beginnen, scheint durch eine Studie von McKinsey belegt. Darüber sollten einmal 17 Bildungsminister in D und diejenigen nachdenken, die einem eingliedrigen Schulsystem nachhängen und dies als die Lösung der Schulprobleme in D sehen. Die verblüffende und einfache Erkenntnis ist, Qualität der Schulbildung hängt von der Qualität der Lehrer und deren Ausbilder ab, ebenso von deren Fortbildung.

    Hier steht mehr: http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/405769

    jens.muche@t-online.de
  •  13-05-2008, 15:45 17315 Antwort zu 17103