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Wann startet die Bundesregierung eine Initiative zum Ausbau des "Datenhighways"?
Letzter Beitrag 01-04-2008, 17:23 von yahel. 6 Antworten.
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18-03-2008, 22:53 |
Es ist wichtig, dass auch in der Fläche Unternehmen mit schnellen Internetverbindungen ausgestattet sind. Ingenieurdienstleistungen, Konferenzen, Kommunikation oder der Austausch von Daten und Bildern findet heute immer stärker "virtuell" statt.
Wenn wir nicht von dieser Entwicklung "am flachen Land" völlig abgekoppelt werden wollen - benötigen wir heute massive Investitionen in die Breitbrandversorgung in der Fläche. Nur so können in 10 oder 20 Jahren Dienstleister oder Produktionsstätten noch wettbewerbsfähig ihre Wertschöpfung anbieten.
Daher sollte die Bundesregierung jetzt eine Initiative zusammen mit den Telekomunternehmen (Telekom, Arcor, 1 & 1 etc.) starten um die Versorgung außerhalb der Großstädte zu verbessern. Konkret könnten staatliche Unterstützungen die Investitionskosten von Breitbandanschlüssen in Neubaugebieten unterstützen oder bei Straßenbauarbeiten im Zuge von Kanal- oder Oberflächenausbesserungen gleich die schnellen Breitbandleitungen mitverlegen. Zuerst müsste die Wichtigkeit dieser Infrastruktur erkannt werden und dann sollte in Zusammenarbeit auch mit anderen Straßenbaulastträgern überlegt werden, wie eine Neuverlegung von Kabeln kostengünstig möglich ist (wo ein Wille ist - da ist auch ein Weg! und wenn alle in diesem Punkt zusammenarbeiten sichern wir uns in Deutschland eine leistungsfähige Versorgung mit Internetanschlüssen).
Lieber3103
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18-03-2008, 23:43 |
Die Bundesregierung muss da gar nichts bauen,
sie muss nur ein Gesetz schreiben, welches Anbieter von Telekommunikationsdienstleitungen zwingt, jeden, der angeschlossen werden will, zum gleichen Preis anzuschliessen, so wie es damals auch bei der staatlichen Post war.
Das ist nicht schwer, das schafft für alle Anbieter gleiche Voraussetzungen, es ist dann deren Aufgabe eine kostendeckende Mischkalkulation aufzustellen.
Ja, damit subventionieren Stadtbewohner den Anschluss der Landbewohner, aber man sollte nicht vergessen, daß im Internet immer 2 nötig sind: Der Sufer und der Server, wie beim Telefon der Anrufer und der Angerufene, also ist es für den Städter auch von Vorteil, wenn er einen auf dem Land erreichen kann.
Das hat jahrzehnte beim Telefon der Post gut funktioniert, nur heute soll nach erfolgreicher Rosinenpickerei Schluss sein, um den share holder value nicht zu verderben? Pfui, der Staat ist in der Pflicht, ihm haben wir das Drama zu verdanken, daß viele Leute keinen Zugang zum Web haben.
Die Versorgung mit DSL ist übrigens in Deutschland schlechter als in China. Soviel zum high-tech Standort Deutschland.
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19-03-2008, 0:43 |
@ Lieber3103
Ich weiß nicht, wie oft ich schon zu diesem Thema geschrieben und Ihnen zu verstehen gegeben habe, daß Ihre Vorstellungen vom Erstellen derartiger Netze nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben. Die Firmen, mit denen Sie ein derartiges Netz über das bestehende Kupfernetz bauen wollen, werden sich hüten derartige Investitionen vorzunehmen, weil der Aufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen steht. Ihr Vorschlag, bei Straßenbaumaßnahmen Kabel mit auszulegen ist rührend, nur in der Praxis selten durchführbar, weil Straßenbaumaßnahmen i. d. R. ohne großen Vorlauf für die anderen Versorger beginnen. Die Regelversorgung für Neubaugebiete beinhaltet nach TKG einen analogen Telefonanschluß (Pflichtleistung), die Erschließung in Regelbauweise ist immer noch oberirdisch. Und was wollen Sie dann mit diesem Stück Kabel, das bei irgendwelchen „Instandsetzungsarbeiten“ verlegt wurde, anfangen? Um einen, wie Sie es nennen „Datenhighway“ zu haben, müssen Sie den größten Teil der dazu notwendigen Infrastruktur neu erstellen. Ich setze voraus, daß Sie dieses Netz in Glasfaser hergestellt haben möchten.
„...dann sollte in Zusammenarbeit auch mit anderen Straßenbaulastträgern überlegt werden, wie eine Neuverlegung von Kabeln kostengünstig möglich ist...“
Derartige Baumaßnahmen müssen ausgeschrieben werden. Da sehen Sie sich einmal im Bundesanzeiger Bauleistungen die Durchschnittspreise für Tiefbauarbeiten an, dann wissen Sie ungefähr, wie teuer 1m³ Bodenbewegung ist. Der Graben für ein Fernmeldekabel ist 0,3m breit und 0,6m tief, eine Montagegrube 1,2m lang, 1,0m breit und 0,8m tief. Im Übrigen sind die Träger der Straßenbaulast sehr glücklich, wenn sie keine Versorger in ihren Trassen haben, läßt sich natürlich nicht immer vermeiden. ;-)
jens.muche@t-online.de
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31-03-2008, 14:47 |
Die Kabelverlegung ist selten das Problem, sondern meist die Knotenpunkte. Das gute alte Kupferkabel ist auch noch bei DSL16000 erste Wahl. Allerdings nur wenn der Knotenpunkt hinreichend nah erreichbar ist. Oberhalb von 5 km siehts schlecht aus mit Breitband. Die Nutzung von GPRS,EDGE und UMTS für breitbandige Zugänge hat üblicherweise die selben weissen Flecken auf der Karte wie die kabelgebundene.
Eine Versorgungspflicht ist kaum durchsetzbar, da jeder Anbieter sofort auf den Wettbewerber zeigen würde --> soll der doch machen! Da haben es Diktaturen wie China einfacher.
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31-03-2008, 22:30 |
@ zaraktuul
„Die Kabelverlegung ist selten das Problem, sondern meist die Knotenpunkte.“
So so. Wenn die Beschaltungskapazität eines Kabels erschöpft ist, nützt auch der gut ausgebaute Netzknoten nichts. Dann ist der Netzplaner gefragt der die Erweiterung dieses Teils des Netzes planen und dem Finanzbereich gegenüber die Wirtschaftlichkeit seiner Planung belegen muß. Eine Maßnahme nur um DSL in der Peripherie zu ermöglichen, wird er kaum genehmigt bekommen.
In den vermittelnden Netzknoten, die Sie wohl mit „Netzknoten“ meinen, steht die Technik die DSL ermöglicht. Die Übertragungsgeschwindigkeit hat mit dem Kupferkabel, das dann kommt etwas zu tun, weil auf der Leitung die Dämpfung in Bezug zur Übertragungsfrequenz entsteht. Diese ist vom Leitungsdurchmesser und der eingeschalteten Kabellänge zum Nutzer abhängig. Danach richtet sich die Übertragungsgeschwindigkeit.
„Das gute alte Kupferkabel ist auch noch bei DSL16000 erste Wahl.“
DSL funktioniert nur auf Kupferkabel und 16 MB eben nur, wenn die Dämpfung bis zum Nutzer einen bestimmten Wert nicht überschreitet.
jens.muche@t-online.de
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01-04-2008, 13:45 |
So so. Wenn die Beschaltungskapazität eines Kabels erschöpft ist, nützt auch der gut ausgebaute Netzknoten nichts. Dann ist der Netzplaner gefragt der die Erweiterung dieses Teils des Netzes planen und dem Finanzbereich gegenüber die Wirtschaftlichkeit seiner Planung belegen muß. Eine Maßnahme nur um DSL in der Peripherie zu ermöglichen, wird er kaum genehmigt bekommen.
In den vermittelnden Netzknoten, die Sie wohl mit „Netzknoten“ meinen, steht die Technik die DSL ermöglicht. Die Übertragungsgeschwindigkeit hat mit dem Kupferkabel, das dann kommt etwas zu tun, weil auf der Leitung die Dämpfung in Bezug zur Übertragungsfrequenz entsteht. Diese ist vom Leitungsdurchmesser und der eingeschalteten Kabellänge zum Nutzer abhängig. Danach richtet sich die Übertragungsgeschwindigkeit.
„Das gute alte Kupferkabel ist auch noch bei DSL16000 erste Wahl.“
DSL funktioniert nur auf Kupferkabel und 16 MB eben nur, wenn die Dämpfung bis zum Nutzer einen bestimmten Wert nicht überschreitet.
Ok. In meinem Heimatbereich sind ca.90% der Leitungen jünger als 20 Jahre und die Vermittlungstechnik hinreichend modern. Das Problem liegt in der erwähnten Leitungsdämfung und somit in den Entfernungen zum nächsten vermittelnden Netzknoten. Die Bereitschaft, in dünn besiedelten Gebieten zusätzliche Vermittlungen zu installieren ist gering. Einfache Kosten-/Nutzen-Rechnung.
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01-04-2008, 17:23 |
@ zaraktuul
"......ca.90% der Leitungen jünger als 20 Jahre....."
Das Alter der kabel spielt keine Rolle, in den von mir betreuten Bereichen gibt es Kabel mit dem Verlegejahr 1910 und allerbesten elektrischen Werten. Interessant ist der Durchmesser der einzelnen Adern im verlegten Kabel, der geht von 0,35mm bis 0,6mm, gelegentlich auch 0,8mm.
"........die Vermittlungstechnik hinreichend modern."
Seit 1998 gibt es im Bereich der Telekom nur noch elektronische Vermittlungssysteme mit Digital/Analog Wandler. Sie besteht aus funktionaler Einheitstechnik, deren Software angepaßt wird wenn dies nötig ist.
DSL hat mit dieser Vermittlungstechnik nichts zu tun. Wenn die Vermittlungstechnik z.B. durch Störung vollständig ausfällt, funktioniert DSL immer noch. DSL steht als "virtuelle Datenleitung" immer zur Verfügung, vorausgesetzt der Leitungsweg ist nicht unterbrochen.
"Die Bereitschaft, in dünn besiedelten Gebieten zusätzliche Vermittlungen zu installieren ist gering. Einfache Kosten-/Nutzen-Rechnung."
So ist es.
jens.muche@t-online.de
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