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Was sind Ihre Kriterien für einen Aktienkauf bzw. -verkauf, ein Engagement in Fonds oder Derivate?
Letzter Beitrag 26-03-2008, 8:12 von Realist. 6 Antworten.
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22-01-2008, 23:07 |
Was ist der Impuls, der die Massen zum Kaufen oder Verkaufen an den Börsen treibt.
Ist es die Hoffnung des goldenen Zeitalters? Reich werden ohne zu arbeiten?
Sind es bei einem Kaufauftrag die "fundamentalen" Werte des Finanzmarktpapiers -> Abwägen von Chance (Verzinsung) und Risiko der Anlage.
oder vielleicht ein Instinkt: "Ich habe das Bauchgefühl, dass Gold und Öl stabilder sind als der Aktienmarkt?
oder eine "langfristige Anlage" für die spätere Rente? - da muss man ja was machen.
oder man will sich an seinem eigenen Unternehmen beteiligen.
Vielleicht gibt es noch andere Gründe - es ist "In" zum erlauchten Kreis der Kleinanleger zu gehören.
Oder das Interesse, einfach mal ein Derivat oder ein Junk-Bond zu kaufen - ein Reiz wie in einer Spielbank. Wenn man Glück hat kommt das Adrenalin, wenn nicht war es sowieso das Geld aus der Portokasse.
Welche Motivationen haben Sie bisher dazu bewegt Aktien/Fonds oder andere Wertpapiere am Finanzmarkt zu kaufen?
Es wäre interessant zu erfahren, was tatsächlich die Motive von Geldanlagen für den Einzelnen sein können.
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23-01-2008, 18:29 |
Ich vertraue drei Faktoren beim Aktienkauf:
a) meinem Bauchgefühl,
b) solide Dividentenzahlungen des Unternehmens (Vergangenheitswerte) und
c) der Unternehmensidee (ich investiere bewusst, wo ich mit dem Konzept übereinstimme - z.B. Sicherung v. Arbeitsplätzen in D, gute Produkte, soziale Verantwortung des Unternehmens)
Wenn ich ein Unternehmen ausgeguckt habe bin ich auch bereit mein Engagement über 5 - 10 Jahre zu halten. Bei günstigen Kursen darf ab und zu schon mal vorher ein Anteilsschein verkauft werden.
Bei festverzinslichen Wertpapieren bin ich "konservativ" und setze meist auf Bundesschätze.
Eine Grundabsicherung fürs Alter sollte man in Form einer privaten LV zusätzlich noch abschließen.
Und daneben benötigt man als "Normalverdiener" auch noch Geld zum Leben -> Konsumfreude!
Lieber3103
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23-01-2008, 21:52 |
mögliche Kriterien für einen AktienVERkauf sind
- erreichen einer Widerstandslinie oder Unterschreiten derselben
(war der Grund für meinen rechtzeitigen Verkauf Ende Dez)
- verstärkte Zweifel am Management
- Erfolglosigkeit des Managementes (also mit gewissen Kursverlusten)
- good news (Veröffentlichung der guten Zahlen, die längst von Profis/Institutionellen im Kurs eingepreist sind...)
- last but not least: drehende Massenstimmungen....
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25-01-2008, 11:01 |
Seit ca 6 Monate verfolge ich die Meinungen der Analysten der einzelnen
Aktien und Fonds. Ich bin erstaunt. Bei ca 150 Aktien lagen 2 Analysten
(durch Zufall??) ungefähr richtig. 100 total daneben. Der Rest in der Richtung
ungefähr richtig. Dabei fällt mir auf, daß die Meinungen der Analysten, und
wenn sie noch so falsch lagen, einen großen Einfluss auf den weiteren
Verlauf der Aktien haben. Nur ein Beispiel: Nordex konnte in Sizilien wegen
schlechtem Wetter die Windkraftanlagen nicht termingerecht aufstellen.
Ein Analyst stufte daraufhin die Aktie wegen angeblichen Gewinnverlust ab.
Von solchen Fehlurteilen gab es mehrere. Eigentlich stellen sich einige der
Analysten damit ein Armutszeugnis aus. Wenn der Markt etwas turbulent
wird hört man von einigen Analysten für Tage kein Wort. Daraus kann
man wohl schließen, daß viele Analysten keine Ahnung haben wovon sie
reden sollten.
Kuddel
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26-01-2008, 11:40 |
Als ich vor ca 15 Jahre anfing mich für Fonds und Aktien zu interessieren
erzählte man mir, daß man gerade als Anfänger, mit Fonds anfangen sollte.
Fonds wären die sichere Anlage. Habe ich gemacht. Einige der Fonds habe
ich dann später mit Verlusste verkauft. Meinen Enkelkindern hatte ich auch
noch geraten ihr Geld in Fonds anzulegen. Vor ca 6 Jahre kauften die dann
einen angeblichen sicheren Fond für 54 Euro pro Anteil. Vor 2 Monate
wurden dann die Fonds für 46 Euro verkauft. Der gleiche Fond liegt jetzt
bei 39 Euro. Gleiches is mir auch passiert. Die Anteile haben jeweils über die
Jahre um insgesamt ca 0,5 Anteile zugenommen. Gleichzeitig gekaufte Aktien
haben um ca 40 % zugenommen. Gelernt habe ich dabei, daß vor allem
bei Aktienfonds die Banken und die Fondsmanager gut verdienen. Wenn man
vorsichtig in Aktien anlegt kann man allein mit Dividende etwas verdienen und
wenn man dann nicht zu gierig ist die Aktie mit Gewinn verkaufen. Natürlich kann man immer im Aktienhandel Geld verlieren aber mit Vorsicht auch Geld verdienen.
Werden die Banken bei einer Kriese wie jetzt eigentlich bestraft oder
kommen die vor allem in den USA ungeschoren davon?? Eigentlich kann
es doch nicht sein, daß die sogenannten Fachleute das Geld gegen die
Wand fahren und dann wenn sich alles wieder beruhigt hat wieder von
vorne anfangen.
Kuddel
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25-03-2008, 10:43 |
Kurzfristig vertraue ich nur Modellen, die ich selbst geschrieben habe. Das ist eine wichtige Übung, weil nur wenn man weiß was Prognosemodelle können, weiß man auf welchen Partys man tanzen sollte.
Mittelfristig gilt es das Portfolio aller Assets zu vergrößern und Verlustrisiken zu hedgen. Mit Derivaten wird abgesichert und nicht spekuliert. Wenn man Derivate als Chance versteht und nicht als Kostenfaktor, dann ist man so gut wie verloren.
Langfristig muss sichergestellt sein, dass die Inflation geschlagen wird, damit man rechtzeitig in die Sonne verdrücken kann :)
Wenn man glaubt so einfach Ruckzuck ohne Plan mit hohen Omegas in die Karibik spekulieren zu können, dann kann man gleich ins Casino gehen und seine Chips blind auf Zahlen werfen. Man kommt viel weiter durch konsequenten Sparen mit dem Anlageziel die zeitvariable Inflationrate und die renditeabhängige Steuerrate zu schlagen. Das hört sich trivial an, aber so einfach ist das garnicht, wenn man ein langfristiges Anlageziel erreichen will, weil jeder Cent Mehrausgaben heute ganz schon stark an der zukünftigen Rente knabbert.
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26-03-2008, 8:12 |
@ Wu-Fu
Klingt höchst vernünftig! Scheint, als gehörten Sie zu den wenigen Spezies, die rechnen können!
Grob gerechnet (ohne gesonderte Rechnere, Daten aus dem Kopf) ergibt sich seit etwa dem Jahr 1960 folgendes Bild:
Revolvierende Anlage in Bundesschatzbriefen: etwa 6 % p.a. (Brutto - aber ohne weitere Transaktionskosten)
Anlage in DAX: etwa 5,5 % (Brutto - aber abzüglich der Transaktionskosten von ca. 1 % p.a.)
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