Können sich bayerische Sparkassen die Rettungsaktion für die BayernLB überhaupt leisten?

Letzter Beitrag 11-04-2008, 7:45 von Realist. 8 Antworten.
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  •  06-04-2008, 10:17 15690

    Es ist nur eine kleine Wirtschaftsmeldung - Bayern LB überführt faule Kredite in ein Sondervermögen! Mit Hilfe von Bürgschaften der Eigentümer Land Bayern 2,5 Milliarden Euro und den bayerischen Sparkassen 2,5 Milliarden Euro sind die aktuell bekannten Risiken der Landesbank erstmal elimeniert.

    Eigentlich logisch, denkt sich der nicht geschulte Betrachter - eine ähnliche Lösung gibt es ja schon in NRW bzw. in Sachsen.

    Das müsste dann doch an den Finanzmärkten für Entspannung sorgen - oder? Leider gibt es bei diesem Konstrukt einen "kleinen Pferdefuss" - die Bayerischen Sparkassen haften mit "ihrem Eigenkapital" - damit kommen sie möglicherweise in eine Kreditklemme - kaum mehr Freiraum für die Ausgabe von Kreditvergaben.

    Was glauben Sie, wie sich die "Abschreibungsverluste" auf die bayerischen Sparkassen auswirken?

    a) Kein Problem - die Sparkassen haben genügend Eigenkapital und haften auch nur vorübergehend für diese notleidenden Kredite.

    b) Ich sehe ein großes Risikopotential auch für die Sparkassen - einerseits beschneiden sie sich durch die Übernahme der Bürgschaft für die Bayern LB ihre Kreditmöglichkeiten für den Mittelstand, andererseits ist es gar nicht so abwägig, dass die Risiken tatsächlich eintreten und die 2,5 Milliarden Euro dann verloren sind. Das kann sich der Sparkassenverband nicht leisten - eher noch der Staat.

    c) Ich sehe auch ein großes Risikopotential. Als Konsequenz ziehe ich meine Gelder bei der Sparkasse ab und transformiere die Gelder zu Banken wie der Postbank oder den Spardabanken, die kaum Risiken von notleidenden Krediten in ihren Büchern haben.

    d) Da ich kein großes Vermögen habe und auch keinen Kredit bedienen muss - können mich die Auswirkungen der Suprime-Krise bei den Sparkassen gar nicht betreffen. Ich lege sowieso mein Geld bei den "günstigsten" Instituten - ohne Kontoführungsgebühren - an (daher habe ich auch keinen Euro bei der Sparkasse.

    e) In ein zwei Jahren ist alles wieder gut - die ganze Krise wird nur von den Medien hochgespielt - tatsächlich sind die "abgeschriebenen Beträge" bei den Landesbanken nur ein gebuchter und kein realisierter Verlust. Diese Papiere sind in 5 - 10 Jahren wieder mehr als 100 % Wert - die Abschreibungen können dann wieder aufgelöst werden.

    f) Kein Kommentar.
    Lieber3103
  •  06-04-2008, 17:34 15698 Antwort zu 15690

    Realist ist nicht online. Letztmals aktiv: 29-08-2008, 21:14 Realist
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    Das hängt natürlich von der Eigenkapitalausstattung der Sparkassen ab! Die kenne ich in Bayern nicht. (Unabhängig davon stellt sich die Frage, ob es sinnvoll für die Sparkassen wäre, sich zu beteiligen.)

    .... jedenfalls kenne ich ein Bundesland, wo die Sparkassen das NICHT können ........................ wir werden es erleben!!!
  •  06-04-2008, 20:25 15700 Antwort zu 15690

    Diese Meldung ist für den kleinen Sparer und für den Steuerzahler gleichzeitig dramatisch. Bisher glaubte der deutsche Sparer von der Suprime Krise kaum betroffen. Aber jetzt ist es amtlich - und es wird immer mehr Menschen in diesem Land bewusst.

    Was kann man machen?

    Sein Geld in einen sicheren Hafen bringen!

    Für mich heisst dies - das Risiko bewerte ich sehr hoch, ich ziehe mein Geld von der Sparkasse ab!

    Ich achte bei einer Neuanlage, ob das entsprechende Geldinstitut sich in Amerika engagiert hat und daher hohe Abschreibungen drohen. In den Medien heisst es, dass Banken wie die Postbank, in meiner Gegend regionale Raiffeisen-Banken und die Sparda Bank sich nicht mit riskanten Kreditgeschäften eingedeckt haben. Jetzt profitieren diese Banken vom Sicherheitsbedürfnis der Kunden - haben Kundenzuläufe!
  •  07-04-2008, 12:30 15728 Antwort zu 15700

    Realist ist nicht online. Letztmals aktiv: 29-08-2008, 21:14 Realist
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    der Schlauberger:
    ...... ich ziehe mein Geld von der Sparkasse ab!

    Ich achte bei einer Neuanlage, ob das entsprechende Geldinstitut sich in Amerika engagiert hat und daher hohe Abschreibungen drohen. In den Medien heisst es, dass Banken wie die Postbank, in meiner Gegend regionale Raiffeisen-Banken und die Sparda Bank sich nicht mit riskanten Kreditgeschäften eingedeckt haben. Jetzt profitieren diese Banken vom Sicherheitsbedürfnis der Kunden - haben Kundenzuläufe!


    Ach Gottchen, wegen Subprime weg von Sparkassen? Sind Sie bei deren Konkurrenz beschäftigt? ;-)

    Wie wäre es denn mit einem Vergleich der Konditionen??? Haben Sie in den letzten 50 Jahren mal DARÜBER nachgedacht??? (Dann hätten Sie bemerkt, dass Sparkassen in Konditionen fast immer schlechter sind!!!)

    Wo aber sind Gelder sicherer angelegt als bei den Sparkassen???? Antwort: Definitiv NIRGENDWO, denn der Staat haftet als Gewährträger voll für Altschulden und alle Sparkassen haften untereinander faktisch unbegrenzt für neue Schulden!!!!! Außerdem: Welche Sparkasse hat Subprimes im Bestand?????

    Außerdem: Woher wissen Sie, dass Raiffeisenbanken keine riskanten Kredite im Bestand haben?

    (Nomen est nicht immer Omen!)
  •  07-04-2008, 14:26 15738 Antwort zu 15728

    @ Realist:

    Lieber Realist - liebend gerne würde ich Ihnen Recht geben.

    Aber, leider ...

    a) haften die öffentlichen Träger (Städte/Landkreise) nicht mehr für ihre Sparkassen (Wegfall der Gewährträgerhaftung 2005) und

    b) natürlich haben Sparkassen hohe Kreditausfälle - bei einer Sparkasse weiss ich, dass sie in den tiefroten Zahlen ist. Die Sparkasse Leipzig.

    Sie haben Recht - wenn man die Konditionen vergleicht, kommt man bei den Sparkassen schon seit 25 Jahren etwas schlechter weg - aber man hat halt noch seinen "Lokalpatriotismus". Aber wenn es um die Sicherheit seiner Einlagen geht, dann ist dieser Bonus für die Sparkassen auch bald aufgebraucht.

    Und zu den Raiffeisenbanken - ich weiss beispielsweise, dass die Sparda Bank Nürnberg (dort bin ich Genosse) keine Suprime Kredite in ihrem Portfolio hat - das reicht mir. Die Sparda ist auch lange Zeit die einzige Bank in Berlin gewesen, die dank konservativer Ausleihe keine roten Zahlen geschrieben hat. Da muss ich gar nicht bei der Bank arbeiten - Jahresergebnisse liegen in den Banken aus.
  •  08-04-2008, 8:01 15772 Antwort zu 15738

    Realist ist nicht online. Letztmals aktiv: 29-08-2008, 21:14 Realist
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    der Schlauberger:
    ....Aber, leider ...

    a) haften die öffentlichen Träger (Städte/Landkreise) nicht mehr für ihre Sparkassen (Wegfall der Gewährträgerhaftung 2005) und



    Lieber Schlauberger!

    Ich hatte geschrieben, dass der Staat für "Altschulden" voll haftet. Das sind alle Verbindlichkeiten, die Sparkassen vor dem 17.07.2001 eingegangen sind! (Mein Originalzitat: " .... der Staat haftet als Gewährträger voll für Altschulden und alle Sparkassen haften untereinander faktisch unbegrenzt für neue Schulden!!!!!")

    Bitte also schon etwas genauer hinschauen. Bei den Sparkassen müssen Sie auch heute keine Sorge haben! Fast allen war es per Satzung bis vor kurzem verboten, bestimmte Geschäfte (darunter Erwerb von Subprimes) zu tätigen. Seither wird es auch kaum eine gemacht haben ....! Und, wie gesagt, alle Sparkassen haften untereinander! Deshalb muss kein einziger Kunde einer Sparkasse Sorgen haben. Ich hätte kein Problem, Anlagen bei der Leipziger Sparkasse zu tätigen; jedenfalls nicht wegen der Sicherheit. Sparkassen in Schieflage werden in vollem Umfang aufgefangen! Auch bei massiver Schieflage! Beispiele gibt es einige! (u.a. Mannheim, Segeberg, Flensburg) Dass es nicht für jede Bank gilt, belegt die (private) BFI-Bank in Dresden. Die war nur in gesetzlicher Mindeshöhe in Sachen Einlagesicherung abgesichert, aber in keinem der großen Sicherungsfonds, in denen alle namhaften Banken drin sind. Pech für Gläubiger der BFI in deren Pleite. Da sind einige im "schwarzen Zylinder" mitgegangen.

    Noch immer sind Sparkassenkonditionen meistens schlecht. Das geht auch kaum anders, da die einen sehr teueren "Apparat" unterhalten müssen). Die aber Sicherheit ist nirgendwo höher!

    Das übrigens, was in den Banken als Jahresabschluss ausliegt, ist nur der eine Teil der Wahrheit! Banken haben besondere Möglichkeiten, Verluste in andere Jahre zu verschieben. Das ergibt sich aus dem HGB (§ 340f). Nur wer einen testierten Wirtschaftsprüfungsbericht lesen und verstehen kann, hat ein wirkliches Bild der Lage!!! Nach den neuen internationalen Bilanzierungsregeln (IFRS bzw. Bilanzrichtlinienmodernisierungsgesetz) soll sich das demnächst ändern!
  •  08-04-2008, 19:21 15819 Antwort zu 15772

    @Realist:

    Das mit der Sicherheit: .. die Sicherheit des Geldes ist nirgendwo höher! - kann ich nicht nachvollziehen.

    Zwei Argumente, die eigentlich eher gegen die Sparkassen sprechen:

    a) die meisten wollen ihren Kunden - Versicherungen und geschlosssene ImmoFonds auf Teufel komm raus verkaufen. Je unsicherer das Geschäft - je mehr bekommen die Verkäufer und Bankmanager an Provision.

    b) früher galten Zinssätze für alle Kunden gleich - heute gibt es nach meiner Erfahrung gute Zinskonditionen bei Sparkassen nur noch nach wochenlangen Verhandlungen - man muss immer nachfragen, dann bekommt man schon ab 5.000 Euro im zehntel-Bereich bessere Konditionen. Das ist ja wirklich keine Vertrauensbasis? - oder?

    Ja,ja Realist - ich weiss schon auch die Deutsche Bank und andere sind gerade in Sachen "Verkauf" von Versicherungs- und Fondprodukten sowie bei der Zusage von besseren Konditionen auch nicht anders - aber bei diesen privaten Banken weiss man dies von vorneherein. Viele vertrauen noch der Sparkasse von Nebenan - es gibt ja zum Weltspartag ein kleines Geschenk. Ich kann nur empfehlen - vergleichen Sie die Konditionen, dass bringt i.d.R. mehr!
  •  09-04-2008, 18:29 15887 Antwort zu 15819

    So langsam wir auch dem Letzten der Zeitpunkt der Aufdeckung der Lichtenstein-Steuerdateien klar.

    Die bayrischen CSU-Politiker und nicht nur die haben erbärmlich versagt und MILLIARDEN an Steuergeldern versenkt.
    Und da kommt dann eine Veranstaltung wie die Quasi-Hinrichtung des H.Zurwinkel, der wenige Mill. dem Steuerzahler entzogen hat (was auch kriminell ist- aber in keinem Verhältnis der Herren der CSU steht) gerade recht. Zumal er gerade die Sache mit dem Mindestlohn angeschoben hat.

    Ach so, falls wieder jemand nach Beweisen schreit : einfach mal ein wenig nachdenken!
  •  11-04-2008, 7:45 15960 Antwort zu 15819

    Realist ist nicht online. Letztmals aktiv: 29-08-2008, 21:14 Realist
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    der Schlauberger:
    @Realist:

    Ich kann nur empfehlen - vergleichen Sie die Konditionen, dass bringt i.d.R. mehr!


    Genau das hatte ich zuvor doch geschrieben. Nicht gelesen? Dann nochmals die zwei zentralen Sätze:
    Noch immer sind Sparkassenkonditionen meistens schlecht. Das geht auch kaum anders, da die einen sehr teueren "Apparat" unterhalten müssen). Die aber Sicherheit ist nirgendwo höher!